Am Dienstag, 3. November 2026, wählen die USA bei den Midterms 2026 das komplette Repräsentantenhaus, ein gutes Drittel des Senats und 36 Gouverneure neu. Für Präsident Donald Trump geht es um die Mehrheit im Kongress – und damit darum, ob er die zweite Hälfte seiner Amtszeit weiter ohne Rücksicht auf die Demokraten regieren kann. In Deutschland laufen die ersten Ergebnisse in der Nacht zum Mittwoch, 4. November, ab 0 Uhr ein.
Kurz zusammengefasst
Die Zwischenwahlen am 3. November 2026 entscheiden über alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 Senatssitze. Die Republikaner verteidigen knappe Mehrheiten in beiden Kammern; die Prognose von Decision Desk HQ sah die Demokraten am 22. Oktober im Repräsentantenhaus mit 78 Prozent und im Senat mit 57 Prozent vorn. Wegen der Zeitverschiebung von sechs Stunden kommen die wichtigsten Ergebnisse in Deutschland erst am Mittwochmorgen.
Wann: Dienstag, 3. November 2026 (Wahltag in den USA)
Erste Ergebnisse: Mittwoch, 4. November 2026, ab 0 Uhr deutscher Zeit
Neuer Kongress: ab 3. Januar 2027
Was bei den Midterms 2026 gewählt wird
Gewählt werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses und 35 der 100 Senatorinnen und Senatoren. Regulär stehen 33 Senatssitze an; dazu kommen zwei Nachwahlen, weil JD Vance (Ohio) Vizepräsident und Marco Rubio (Florida) Außenminister wurde, wie ZDFheute zusammenfasst.
Außerdem bestimmen 36 Bundesstaaten und drei US-Außengebiete ihre Gouverneure neu. Hinzu kommen Parlamente der Staaten, Bürgermeister, Richter und Volksabstimmungen. Der Name „Midterms“ kommt daher, dass die Wahl genau in der Mitte der vierjährigen Amtszeit des Präsidenten liegt. Das Weiße Haus selbst steht nicht zur Wahl.
Die Ausgangslage im Kongress
Die Republikaner von Donald Trump stellen derzeit in beiden Kammern die Mehrheit. Im Senat steht es 53 zu 47; zu den 47 Sitzen der Demokraten zählen zwei Unabhängige, die mit ihnen stimmen (Stand laut 270toWin).
Die Demokraten brauchen im Senat einen Nettogewinn von vier Sitzen. Bei einem Patt von 50 zu 50 entscheidet Vizepräsident JD Vance, also ein Republikaner. Im Repräsentantenhaus sind 218 Sitze für die Mehrheit nötig, und die Republikaner liegen derzeit nur knapp darüber. Schon wenige verlorene Wahlkreise würden die Mehrheit kippen.
Was die Prognosen sagen
Die Demokraten gehen als Favoriten in die Wahl, sicher ist aber nichts. Das Datenportal Decision Desk HQ berechnete am 22. Oktober 2026 eine Wahrscheinlichkeit von 78 Prozent für eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus und von 57 Prozent im Senat.
Der Senat gilt damit als deutlich offener. Die Demokraten müssen dort Sitze in Staaten gewinnen, die Trump 2024 für sich entschieden hat – und gleichzeitig alle eigenen halten. Prognosen sind Momentaufnahmen. 2016 und 2024 lagen viele Modelle daneben, weil Umfragen die Wählerschaft der Republikaner unterschätzten.
Wann die Ergebnisse in Deutschland kommen
Die ersten Wahllokale schließen am 3. November um 18 Uhr Ostküstenzeit in Teilen von Indiana und Kentucky – in Deutschland ist es dann Mittwoch, 4. November, 0 Uhr. Die meisten großen Staaten folgen zwischen 1 und 5 Uhr deutscher Zeit. Hawaii und der größte Teil Alaskas schließen um 6 Uhr, die letzten Wahllokale in Alaska um 7 Uhr morgens.
Der Abstand beträgt sechs Stunden, weil Deutschland schon am 25. Oktober auf Winterzeit umstellt, die USA aber erst am 1. November. Alles zur Umstellung in Deutschland steht im Artikel zur Zeitumstellung am 25. Oktober 2026.
| Ereignis | Ortszeit USA (Ostküste) | Deutsche Zeit |
|---|---|---|
| Erste Wahllokale schließen (Indiana, Kentucky) | Di., 18 Uhr | Mi., 0 Uhr |
| Großteil der Staaten schließt | Di., 19 bis 23 Uhr | Mi., 1 bis 5 Uhr |
| Hawaii und größter Teil Alaskas | Di., 24 Uhr | Mi., 6 Uhr |
| Letzte Wahllokale in Alaska | Mi., 1 Uhr | Mi., 7 Uhr |
Warum das Auszählen Tage dauern kann
Wer in der Wahlnacht gewinnt, steht bei knappen Rennen oft erst Tage später fest. Die „Calls“ der Nachrichtenagentur AP und der Sender sind Hochrechnungen, keine amtlichen Ergebnisse. 2022 dauerte es mehr als eine Woche, bis die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus feststand.
Gründe dafür sind die Regeln der einzelnen Staaten. In Kalifornien zählen Briefwahlstimmen auch dann, wenn sie bis zum Wahltag abgestempelt sind und einige Tage später eintreffen. Maine wählt mit Rangfolgestimmen, was bei knappen Ergebnissen eine zweite Auszählrunde auslöst. In Georgia gibt es eine Stichwahl, wenn niemand mehr als die Hälfte der Stimmen erhält. Die Zeit zwischen Wahl und neuem Kongress ist auch für mögliche Anfechtungen reserviert.
Was nach der Wahl passiert
Der neu gewählte 120. Kongress tritt am 3. Januar 2027 zusammen. Weil das ein Sonntag ist, könnte die erste Sitzung auf Montag, 4. Januar, rücken. Erster Punkt im Repräsentantenhaus ist die Wahl des Sprechers oder der Sprecherin.
Gewinnen die Demokraten eine Kammer, braucht Trump für Gesetze und den Haushalt ihre Zustimmung, und Ausschüsse können Untersuchungen gegen die Regierung einleiten. Behalten die Republikaner beide Kammern, kann Trump seinen Kurs bis zur Präsidentschaftswahl 2028 weitgehend ungebremst fortsetzen. Wie Wahlnächte in Deutschland ablaufen, zeigt unser Überblick zu den Landtagswahlen 2026 und ihren Ergebnissen; weitere Wahlen sammelt das Thema Wahlen. Mehr zur US-Außenpolitik steht im Porträt von Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff.
Häufige Fragen
Wann sind die Midterms 2026?
Die Zwischenwahlen in den USA finden am Dienstag, 3. November 2026, statt. Viele Bundesstaaten erlauben vorher Briefwahl und vorzeitige Stimmabgabe, teils bis zu 50 Tage vor dem Wahltag. Der neu gewählte Kongress tritt am 3. Januar 2027 zusammen.
Wann gibt es die ersten Ergebnisse in Deutschland?
Die ersten Wahllokale in Teilen von Indiana und Kentucky schließen um 18 Uhr Ostküstenzeit, in Deutschland ist es dann Mittwoch, 4. November, 0 Uhr. Die meisten Staaten folgen zwischen 1 und 5 Uhr deutscher Zeit, Alaska schließt als letzter Staat um 7 Uhr morgens.
Was wird bei den Midterms gewählt?
Gewählt werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat, darunter zwei Nachwahlen in Ohio und Florida. Dazu kommen Gouverneurswahlen in 36 Bundesstaaten und drei Außengebieten sowie zahlreiche Abstimmungen auf Ebene der Staaten.
Was bedeuten die Midterms für Donald Trump?
Verlieren die Republikaner ihre Mehrheit in einer der beiden Kammern, kann Präsident Trump Gesetze nicht mehr ohne die Demokraten durchbringen. Ein demokratisch geführtes Repräsentantenhaus könnte zudem Untersuchungsausschüsse einsetzen und den Haushalt blockieren. Das Präsidentenamt selbst steht nicht zur Wahl.
Quellen
- ZDFheute: Die wichtigsten Daten zu den Midterms in den USA, abgerufen 24.10.2026
- Decision Desk HQ: 2026 Midterm Election Forecast, Stand 22.10.2026
- 270toWin: 2026 Senate Election Consensus Forecast, Stand 02.10.2026
- Wikipedia: 2026 United States House of Representatives elections (Orientierung), abgerufen 24.10.2026



