Weiße Weihnachten werden in Deutschland gerade wieder gesucht, weil Wetterportale und Sender wie der WDR Anfang November 2026 erste Schnee-Chancen für das Fest durchrechnen. Eine seriöse Vorhersage für Heiligabend am Donnerstag, 24. Dezember 2026, gibt es sieben Wochen vorher aber nicht. Was es gibt, ist die Statistik des Deutschen Wetterdienstes (DWD) – und die fällt für die meisten Regionen nüchtern aus.
Kurz zusammengefasst
Als weiße Weihnachten gilt beim DWD eine Schneedecke von mindestens einem Zentimeter an allen drei Tagen vom 24. bis 26. Dezember. In weiten Teilen Deutschlands lag die Chance darauf im Zeitraum 1991 bis 2020 bei höchstens 20 Prozent, in Köln, Berlin oder Hamburg sogar nur bei wenigen Prozent. Gute Karten haben nur Mittelgebirge und Alpen.
Wann sprechen Meteorologen von weißen Weihnachten?
Der DWD zählt ein Weihnachtsfest als weiß, wenn an allen drei Tagen vom 24. bis 26. Dezember mindestens ein Zentimeter Schnee liegt. Ein paar Flocken am Heiligabend reichen also nicht. Diese strenge Definition erklärt, warum die Zahlen so niedrig wirken.
Andere Rechnungen arbeiten großzügiger. Das Portal daswetter.com etwa wertet schon eine geschlossene Schneedecke an mindestens einem der drei Feiertage als Treffer – und kommt deshalb auf deutlich höhere Werte. Wer Prozentangaben vergleicht, sollte also immer nachsehen, welche Definition dahintersteht.
So groß ist die Chance in den Regionen
Die Chance auf weiße Weihnachten hängt vor allem von der Höhenlage ab. Nach den DWD-Daten für die Referenzperiode 1991 bis 2020, die Meteorologe Tobias Reinartz im Dezember 2024 zusammengefasst hat, ergibt sich folgendes Bild:
| Region | Wahrscheinlichkeit (1991–2020) |
|---|---|
| Norddeutsche Tiefebene, Flussniederungen im Westen und Südwesten | bis 10 Prozent |
| Weite Teile Deutschlands | bis 20 Prozent |
| Mittelgebirge, südliches Alpenvorland | 20 bis 50 Prozent |
| Hochlagen von Mittelgebirgen und Alpen | über 50 Prozent |
| Gipfellagen Bayerischer Wald und Alpen | 90 bis 100 Prozent |
Zehn Prozent heißt: Im Tiefland klappt es statistisch höchstens alle fünf bis zehn Jahre. Wer Schnee unter dem Baum sicher haben will, muss in die Berge.
Großstädte: München vorn, Köln hinten
Unter den Großstädten hat München die besten Chancen. Laut den vom Deutschen Alpenverein veröffentlichten DWD-Zahlen lag die Wahrscheinlichkeit dort im Zeitraum 1991 bis 2020 bei 13,8 Prozent. Berlin und Hamburg kamen auf je 6,7 Prozent, Köln auf nur 3,3 Prozent – das ist der niedrigste Wert der genannten Städte.
Warum Schnee zum Fest seltener geworden ist
Der Vergleich zweier Klimaperioden zeigt einen klaren Rückgang. Zwischen 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020 sank die Chance auf weiße Weihnachten nach DWD-Auswertung im bundesweiten Mittel um 13 Prozentpunkte, regional um bis zu 44 Prozentpunkte. In München fiel sie von 33,3 auf 13,8 Prozent, in Köln von 10 auf 3,3 Prozent. Als Ursache nennt der Alpenverein mit Verweis auf den DWD wärmere Winter in allen Höhenlagen.
Weihnachten 2010: das Beispiel für richtig viel Schnee
Wie es aussehen kann, wenn alles passt, zeigt Weihnachten 2010. Tief „Scarlett“ brachte laut DWD-Rückblick zunächst Regen und gefrierenden Regen; mit polarer Kaltluft fiel ab Heiligabend Schnee, der bis zum Nachmittag des 25. Dezember anhielt. Danach lagen in Aachen 37 Zentimeter, in Berlin-Dahlem 33, in Düsseldorf 27 und am Flughafen Hannover 28 Zentimeter. Der Dezember 2010 war mit minus 3,7 Grad im Mittel der viertkälteste seit 1881.
So viel Schnee ist die Ausnahme. Zu Weihnachten 2025 fiel laut DWD wieder kaum Schnee, nur im Süden und in höheren Lagen gab es etwas Neuschnee.
Was du von Prognosen im November halten kannst
Langfrist-Prognosen für den 24. Dezember sind im November kaum mehr als ein Blick in die Statistik. Selbst der DWD hielt Anfang Dezember 2024 eine genaue Vorhersage für das Fest noch nicht für möglich. Ob es schneit, entscheidet sich oft erst in den letzten Tagen vor dem Fest – eine einzige milde Westströmung kann die Hoffnung beenden. Auch Bauernregeln und der Hundertjährige Kalender, die derzeit ebenfalls durch die Medien gehen, sind keine Wettervorhersage.
Wer plant, schaut daher am besten ab etwa Mitte Dezember in die Vorhersagen des DWD. Bis dahin stehen noch andere Termine an: der Martinstag am 11. November, der Volkstrauertag am 15. November und der Buß- und Bettag am 18. November. Alle Termine rund um die Feiertage sammelt der Themenbereich Feiertage und Brauchtum.
Häufige Fragen
Wann gilt Weihnachten als weiß?
Nach der Definition des Deutschen Wetterdienstes liegt an allen drei Tagen vom 24. bis 26. Dezember eine Schneedecke von mindestens einem Zentimeter. Schneefall allein reicht nicht, der Schnee muss liegen bleiben. Manche Wetterportale rechnen großzügiger und lassen schon einen Feiertag mit Schnee gelten.
Wo ist die Chance auf weiße Weihnachten am größten?
In den Hochlagen von Mittelgebirgen und Alpen liegt sie über 50 Prozent, in den Gipfellagen des Bayerischen Waldes und der Alpen bei 90 bis 100 Prozent. Im norddeutschen Tiefland und in den Flussniederungen im Westen liegt sie dagegen bei höchstens zehn Prozent (DWD, 1991–2020).
Gibt es 2026 weiße Weihnachten?
Das lässt sich Anfang November nicht seriös sagen. Wetterprognosen reichen nicht sieben Wochen in die Zukunft. Verlässliche Hinweise gibt es erst kurz vor dem Fest; bis dahin bleibt nur die Statistik, und die spricht im Flachland gegen Schnee.
Quellen
- Deutscher Wetterdienst: Schwere Arbeitsbedingungen für den Nikolaus – für das Christkind auch? (Thema des Tages, 06.12.2024), abgerufen 06.11.2026
- Deutscher Wetterdienst: Weihnachten vor 15 Jahren – „Scarlett“ schneite den Süden Deutschlands ein (Thema des Tages, 24.12.2025), abgerufen 06.11.2026
- Deutscher Alpenverein: Weiße Weihnachten (mit DWD-Daten 1961–1990 und 1991–2020), Stand 22.04.2025, abgerufen 06.11.2026
- daswetter.com: Weiße Weihnachten 2026 – Schnee-Chancen der Großstädte, 06.11.2026



