Matthias Domaschk wird an diesem Wochenende viel gesucht, weil die ARD am Montag, 9. November 2026, um 22:50 Uhr eine neue Dokumentation über sein Leben und seinen Tod zeigt. Der 23-jährige Jenaer starb am 12. April 1981 in der Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit in Gera. MDR und Freie Presse haben den Fall am Sonntag, 8. November, noch einmal aufgegriffen.
Kurz zusammengefasst
Die 90-minütige Dokumentation „Die Freiheit, die Stasi und der Tod – Das kurze Leben des Matthias Domaschk“ läuft am Montag, 9. November 2026, um 22:50 Uhr im Ersten und am 15. November um 22:00 Uhr im MDR-Fernsehen. In der ARD Mediathek steht sie seit dem 2. November. Er starb am 12. April 1981 mit 23 Jahren in der Stasi-Untersuchungshaft in Gera; die Umstände sind bis heute ungeklärt.
Wann die ARD-Doku läuft
Die Dokumentation läuft am 9. November 2026 um 22:50 Uhr im Ersten, eine Woche später am 15. November um 22:00 Uhr im MDR-Fernsehen. Wer nicht warten will: In der ARD Mediathek ist der Film seit dem 2. November abrufbar.
Was: „Die Freiheit, die Stasi und der Tod – Das kurze Leben des Matthias Domaschk“ (ARD History, 90 Minuten)
Wann: Montag, 9. November 2026, 22:50 Uhr, Das Erste · Sonntag, 15. November 2026, 22:00 Uhr, MDR-Fernsehen
Stream: ARD Mediathek, abrufbar seit 2. November 2026
Der Sendeplatz ist kein Zufall. Der 9. November ist der Jahrestag des Mauerfalls von 1989 – und der Film erzählt von einer DDR-Jugend, die lange vorher nach Freiheit suchte. Weitere Neuheiten stehen in unserer Übersicht neue Serien und Dokus in der ARD Mediathek. Ebenfalls bei uns: wann die ARD-Doku über Jeff Bridges läuft.
Wer hinter dem Film steht
Regie und Buch haben Sabine Michel und Sonia Otto übernommen, produziert hat die Kölner Firma ThurnFilm im Auftrag von MDR und rbb für die Reihe ARD History. Die Idee geht auf das Buch „Jena-Paradies. Die letzte Reise des Matthias Domaschk“ des Journalisten Peter Wensierski zurück, das 2023 im Ch. Links Verlag erschienen ist. Gefördert wurde die Produktion von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Vor der Kamera sprechen laut Produktionsfirma seine Tochter Julia Deane, seine Schwester Stefanie Domaschk, Renate Ellmenreich, die Mutter der Tochter, sein Freund Roland Jahn und Bernd Roth, früher hauptamtlicher Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Dazu kommen Archivbilder, Verhörprotokolle und animierte Szenen.
Wer Matthias Domaschk war
Domaschk wurde am 12. Juni 1957 in Görlitz geboren und wuchs in Jena auf, wo er zur unangepassten Jugendszene gehörte. Nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann 1976 unterschrieb er laut Film einen Protestappell und hielt Kontakt zu Oppositionellen in der Tschechoslowakei und in Polen. Die Folge: Überwachung, Verhöre, Ausschluss aus der Ausbildung.
Roland Jahn, später Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, war mit ihm befreundet. Er fasst den Fall im Film so zusammen: „Matthias ist jung und gesund ins Gefängnis gekommen und tot wieder raus.“
Was im April 1981 geschah
Am 10. April 1981 fuhren Domaschk und sein Freund Peter Rösch mit dem Zug von Jena in Richtung Ost-Berlin, zu einer Geburtstagsfeier. Zur selben Zeit tagte dort der X. Parteitag der SED. Nach Angaben des Bundesarchivs wurden beide in Jüterbog aus dem Zug geholt, weil die Stasi sie verdächtigte, den Parteitag stören zu wollen. Sie kamen in die Stasi-Untersuchungshaftanstalt Gera.
Am 12. April 1981 war Domaschk tot. Die Staatssicherheit erklärte seinen Tod zum Suizid. Familie und Freunde zweifeln daran bis heute; das Bundesarchiv verweist auf Widersprüche in Protokollen und Obduktionsberichten. Die Stasi versuchte zudem, die Beerdigung möglichst unauffällig zu halten.
Warum der Fall bis heute offen ist
Der Tod ist nie vollständig aufgeklärt worden. 2015 rollte eine Arbeitsgruppe mit Unterstützung der Thüringer Landesregierung den Fall neu auf und stieß nach Darstellung des Bundesarchivs auf zahlreiche Ungereimtheiten. Das Bundesarchiv schreibt: „Bis heute ist der Tod von Matthias Domaschk nicht aufgeklärt.“
Für die Opposition in der DDR wurde Domaschk zum Symbol. Schon zum ersten Todestag 1982 erinnerten Freunde um Roland Jahn öffentlich an ihn, obwohl die Stasi das zu verhindern suchte. Weitere Beiträge zu historischen Themen sammeln wir im Themenbereich Geschichte; wer sich für Gedenktage im November interessiert, findet die Termine im Artikel zum Volkstrauertag am 15. November.
Häufige Fragen
Wann läuft die Doku über Domaschk im Fernsehen?
Das Erste zeigt „Die Freiheit, die Stasi und der Tod – Das kurze Leben des Matthias Domaschk“ am Montag, 9. November 2026, um 22:50 Uhr. Das MDR-Fernsehen wiederholt den Film am Sonntag, 15. November 2026, um 22:00 Uhr. In der ARD Mediathek ist er seit dem 2. November 2026 abrufbar.
Wie alt wurde Matthias Domaschk?
Er wurde 23 Jahre alt. Er kam am 12. Juni 1957 in Görlitz zur Welt und starb am 12. April 1981 in der Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit in Gera, zwei Tage nach seiner Festnahme.
Ist sein Tod aufgeklärt?
Nein. Die Stasi gab Suizid als Todesursache an, Angehörige und Freunde zweifeln daran. Eine 2015 von der Thüringer Landesregierung unterstützte Arbeitsgruppe fand zahlreiche Ungereimtheiten in den Akten. Ein abschließendes Ergebnis gibt es laut Bundesarchiv bis heute nicht.
Auf welchem Buch beruht der Film?
Die Idee zum Film stammt aus dem Buch „Jena-Paradies. Die letzte Reise des Matthias Domaschk“ von Peter Wensierski. Es erschien 2023 im Ch. Links Verlag in Berlin und rekonstruiert seine letzten Tage.
Wenn du selbst in einer schwierigen Lage bist: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos unter 0800 111 0 111 erreichbar.
Quellen
- ThurnFilm: Produktionsseite zum Film, abgerufen 08.11.2026
- Bundesarchiv: Tod in Stasi-U-Haft, abgerufen 08.11.2026
- MDR Geschichte: Tod im Stasigefängnis 1981, Stand 08.11.2026
- Ch. Links Verlag: Peter Wensierski im Gespräch zu „Jena-Paradies“, abgerufen 08.11.2026
- Quotenmeter: ARD History rollt den Fall neu auf, 17.10.2026



