📖 Lesezeit: 7 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 6. Januar 2026
Das ändert sich 2026 bei Ihrem Geld: Zum 1. Januar 2026 treten zahlreiche neue Regelungen in Kraft, die sich direkt auf Ihren Geldbeutel auswirken. Von mehr Kindergeld über höheren Mindestlohn bis zur günstigeren Gastronomie – wir beantworten die 10 wichtigsten Finanzfragen.
Der Jahreswechsel bringt spürbare Veränderungen für Arbeitnehmer, Familien und Rentner. Einige Neuerungen versprechen finanzielle Entlastung, andere bedeuten Mehrbelastungen. Was müssen Sie 2026 wissen?
Die 10 wichtigsten Änderungen 2026 im Überblick
| Änderung | 2025 | 2026 | Differenz |
|---|---|---|---|
| Mindestlohn | 12,82 €/Std. | 13,90 €/Std. | +1,08 € |
| Minijob-Grenze | 556 € | 603 € | +47 € |
| Grundfreibetrag | 12.096 € | 12.348 € | +252 € |
| Kindergeld | 255 € | 259 € | +4 € |
| Kinderfreibetrag | 6.672 € | 6.828 € | +156 € |
| Pendlerpauschale | 30 Cent (1.-20. km) | 38 Cent (ab 1. km) | einheitlich |
| Deutschlandticket | 58 € | 63 € | +5 € |
| Gastronomie-MwSt. | 19% | 7% | -12% |
| Aktivrente (steuerfrei) | – | 2.000 €/Monat | NEU |
| Rentenerhöhung (Juli) | – | ca. 3,7% | +3,7% |
Quelle: Bundesfinanzministerium, Stand Januar 2026

1. Wie hoch ist der Mindestlohn 2026?
Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde. Das entspricht einer Erhöhung von 1,08 Euro gegenüber dem Vorjahr (12,82 Euro). Beschäftigte in Niedriglohnbranchen, Auszubildende und Teilzeitkräfte profitieren besonders von dieser Anpassung.
Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das einen Monatsverdienst von rund 2.400 Euro brutto. Wie viel davon netto übrig bleibt, können Sie mit dem Brutto-Netto-Rechner 2026 berechnen.
2. Was ändert sich beim Minijob 2026?
Mit dem höheren Mindestlohn steigt auch die Verdienstgrenze für Minijobs. Ab Januar 2026 dürfen geringfügig Beschäftigte bis zu 603 Euro monatlich verdienen – statt bisher 556 Euro. Einkommen bis zu dieser Grenze bleiben weiterhin sozialabgabenfrei.
💡 Gut zu wissen: Der sogenannte Übergangsbereich (Midijob) beginnt ab 603,01 Euro monatlich. Beschäftigte in diesem Bereich zahlen reduzierte Sozialabgaben und haben vollen Versicherungsschutz.
3. Wie viel Kindergeld gibt es 2026?
Das Kindergeld steigt zum 1. Januar 2026 um vier Euro auf 259 Euro pro Kind und Monat. Bei zwei Kindern erhalten Familien damit 518 Euro, bei drei Kindern 777 Euro monatlich. Gleichzeitig wird der Kinderfreibetrag auf 6.828 Euro pro Kind angehoben (9.756 Euro für zusammen veranlagte Eltern).
Das Finanzamt prüft automatisch, ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag günstiger sind. Bei höherem Einkommen ist oft der Freibetrag vorteilhafter.
4. Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?
Der steuerliche Grundfreibetrag erhöht sich auf 12.348 Euro (2025: 12.096 Euro). Wer als Alleinstehender bis zu diesem Betrag verdient, zahlt keine Einkommensteuer. Bei Verheirateten gilt der doppelte Betrag: 24.696 Euro.
Durch die Anhebung wird die kalte Progression ausgeglichen – die versteckte Steuersteigerung durch Inflation. Das bedeutet automatisch mehr Netto vom Brutto.
5. Was bringt die neue Pendlerpauschale?
Die Entfernungspauschale wird ab Januar 2026 dauerhaft einheitlich auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer angehoben. Bisher galten 38 Cent erst ab dem 21. Kilometer, für die ersten 20 Kilometer nur 30 Cent.
| Arbeitsweg | Werbungskosten 2025 | Werbungskosten 2026 | Plus |
|---|---|---|---|
| 5 km | 330 € | 418 € | +88 € |
| 10 km | 660 € | 836 € | +176 € |
| 20 km | 1.320 € | 1.672 € | +352 € |
| 30 km | 2.156 € | 2.508 € | +352 € |
Berechnung: 220 Arbeitstage pro Jahr, einfache Entfernung
6. Was ist die Aktivrente?
Die neue Aktivrente ermöglicht Rentnern ab Januar 2026 einen steuerfreien Hinzuverdienst von bis zu 2.000 Euro brutto pro Monat. Voraussetzung: Sie haben die Regelaltersgrenze erreicht und arbeiten in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis.
⚠️ Wichtig: Die Aktivrente gilt nicht für Selbstständige, Minijobber oder Personen mit Kapitaleinkünften. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen weiterhin an.
Beispiel: Eine Rentnerin bezieht 1.400 Euro Rente und verdient 1.200 Euro hinzu. Der Betrag liegt unter 2.000 Euro und ist einkommensteuerfrei.
7. Wie viel teurer wird das Deutschlandticket?
Das Deutschlandticket kostet ab Januar 2026 63 Euro pro Monat – fünf Euro mehr als bisher (58 Euro). Bund und Länder stützen das Ticket weiterhin mit jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich. Das Ticket bleibt als digitales Abo monatlich kündbar.
Für regelmäßige Pendler lohnt sich das Deutschlandticket trotz der Erhöhung oft weiterhin – besonders bei längeren Strecken im Nahverkehr.
8. Sinkt die Mehrwertsteuer in Restaurants?
Ja. Für Speisen in Restaurants und anderen gastronomischen Einrichtungen gilt ab 1. Januar 2026 wieder der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent statt 19 Prozent. Die Regelung gilt auch für Kantinen, Schulen, Kitas und Krankenhäuser. Getränke bleiben bei 19 Prozent.
Die dauerhafte Absenkung soll die Gastronomie finanziell entlasten. Ob und wie stark die Ersparnis an Gäste weitergegeben wird, entscheiden die einzelnen Betriebe.
9. Wie viel steigen die Renten 2026?
Die Renten sollen zum 1. Juli 2026 um voraussichtlich 3,7 Prozent steigen. Die genaue Höhe legt das Bundeskabinett im Frühjahr 2026 fest – abhängig von Konjunktur und Lohnentwicklung.
| Aktuelle Rente | Plus 3,7% | Plus pro Jahr |
|---|---|---|
| 1.000 € | +37 €/Monat | +222 € (ab Juli) |
| 1.500 € | +55,50 €/Monat | +333 € (ab Juli) |
| 2.000 € | +74 €/Monat | +444 € (ab Juli) |
10. Was wird 2026 teurer?
Neben dem Deutschlandticket gibt es weitere Mehrbelastungen:
Mehrbelastungen 2026:
- CO2-Preis: Steigt auf 55-65 € pro Tonne (2025: 55 €), verteuert Heizen und Tanken
- Kfz-Steuer: Nur noch als Einmalzahlung, keine Ratenzahlung mehr möglich
- Deutschlandticket: +5 € auf 63 € monatlich
Positiv: Die Gasspeicherumlage fällt zum 1. Januar 2026 weg. Der Bund bezuschusst zudem die Netzentgelte mit 6,5 Milliarden Euro, was die Strompreise dämpfen soll.
Weitere wichtige Änderungen 2026
📋 Ebenfalls neu ab 2026:
- Bürgergeld → Grundsicherung: Umbenennung geplant ab 1. Juli 2026
- Beitragsbemessungsgrenze: Steigt auf 101.400 € (Rentenversicherung)
- Versicherungspflichtgrenze: Steigt auf 77.400 € (Krankenversicherung)
- Kindersofortzuschlag: +5 € auf 25 € für Familien mit Bürgergeld
- Übungsleiterpauschale: Erhöhung geplant für ehrenamtlich Engagierte
- Solifreibetrag: Steigt auf 20.350 € (Einzelveranlagung)

💡 Tipp: Du möchtest wissen, wie viel von deinem Gehalt 2026 übrig bleibt?
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Fazit: 2026 bringt mehr Entlastung als Belastung
Die Finanzänderungen 2026 bringen für viele Menschen spürbare Verbesserungen: Höherer Mindestlohn, mehr Kindergeld, niedrigere Steuern dank höherem Grundfreibetrag und die neue einheitliche Pendlerpauschale sorgen für mehr Netto. Rentner profitieren von der voraussichtlichen Erhöhung um 3,7 Prozent und können mit der Aktivrente steuerfrei hinzuverdienen.
Den größten Mehrbelastungen – Deutschlandticket und CO2-Preis – stehen Entlastungen bei Strom und Gas gegenüber. Familien können sich über höheres Kindergeld und den angehobenen Kinderfreibetrag freuen. Der Jahreswechsel ist ein guter Zeitpunkt, die eigene Finanzplanung zu überprüfen und von den Neuerungen zu profitieren.
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Über den Autor
Redaktion News-7 | Finanzen & Wirtschaft
Die Redaktion von news-7.de berichtet aktuell über wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen in Deutschland. Unsere Finanzredaktion liefert verständliche Einordnungen für Verbraucher. Stand: 6. Januar 2026.

