📖 Lesezeit: 6 Minuten | Stand: 19. Januar 2026
❄️ Kurz & Knapp: Deutschland friert – und das wohl bis Ende Februar. Wettermodelle und Bauernregeln sind sich einig: Eine stabile Kältewelle mit Dauerfrost und Temperaturen bis -20 Grad steht bevor. Das „Beast from the East“ rollt an.
Der Winter meint es ernst: Am 19. Januar 2026 zeigen alle großen Wettermodelle dasselbe Bild – Deutschland steuert auf eine der längsten Kälteperioden seit Jahren zu. Gleichzeitig bestätigen traditionelle Bauernregeln: Ein kalter Januar bedeutet meist auch einen frostigen Februar. Selten waren sich Wissenschaft und Volksweisheit so einig.
📋 Das Wichtigste in Kürze:
- Prognose: Dauerfrost und Kälte bis Ende Februar erwartet
- Temperaturen: Nachts bis -20 Grad, tagsüber oft unter 0 Grad
- Ursache: Blockadehoch über Skandinavien, gestörter Polarwirbel
- Bauernregel: „Im Hornung Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß“
- 100-jähriger Kalender: 9.-12. Februar „sehr große Kälte“
- Lichtmess (2. Februar): Entscheidender Lostag für Winterverlauf
Wettermodelle einig: Kälte hält bis Ende Februar
Die führenden Wettermodelle ECMWF (europäisch), GFS (amerikanisch) und die Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen ein übereinstimmendes Bild: Die aktuelle Kältewelle ist kein kurzes Intermezzo.
Das europäische ECMWF-Modell berechnet für Ende Januar bis Februar Temperaturen, die Deutschland zum „sibirischen Eisschrank“ machen könnten. Meteorologe Habermehl warnt: „Der Februar könnte alles in den Schatten stellen. Ein riesiges Kältereservoir steht bereit.“

| Wettermodell | Prognose Februar 2026 |
|---|---|
| ECMWF (Europa) | Unterkühltes Europa bis Ende Februar, Dauerfrost wahrscheinlich |
| GFS (USA) | Dauerfrost im letzten Januar-Drittel, Winter setzt sich fort |
| CFS (NOAA) | Grimmige Kälte im Februar in Europa berechnet |
| DWD | Jahreszeitlich typische bis kalte Werte, keine Milderung in Sicht |
„Beast from the East“: Polarwirbel bringt sibirische Kälte
Hinter der anhaltenden Kälte stecken komplexe atmosphärische Prozesse. Der Polarwirbel wurde in den vergangenen Wochen massiv gestört. Ein sogenanntes „Major Warming“ hat die Stratosphäre über der Arktis erwärmt – paradoxerweise führt das zu Kältewellen in Mitteleuropa.
🌡️ So kalt wird es: Tageshöchstwerte von -5 bis +2 °C, nachts -10 bis -20 °C. Im Osten Deutschlands sind auch Tiefstwerte unter -20 °C möglich. Dauerfrost droht vor allem im Norden und Osten.
Das sogenannte „Russenhoch“ – ein gewaltiges Kältehoch über Russland – dehnt sich bis nach Skandinavien aus. An seiner Westflanke strömt kontinuierlich sibirische Kaltluft nach Deutschland. In englischsprachigen Medien trägt dieses Phänomen bereits einen Namen: „Beast from the East“ – die Kältebestie aus dem Osten.
Ein ähnliches Szenario erlebte Europa im Februar 2018. Damals sanken die Temperaturen in Deutschland bis auf -20 Grad im Flachland. Die aktuelle Wetterlage zeigt verblüffende Parallelen.
Bauernregeln bestätigen: Kalter Februar wahrscheinlich
Die traditionellen Bauernregeln kennen den Zusammenhang zwischen Januar- und Februarwetter seit Jahrhunderten. Mehrere Volksweisheiten deuten auf anhaltende Kälte hin:
| Bauernregel | Bedeutung |
|---|---|
| „Im Hornung Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß“ | Kalter Februar = guter Sommer |
| „Auf trockenen, kalten Januar folgt viel Schnee im Februar“ | Kälte setzt sich fort |
| „Februar mit Frost und Wind macht die Ostertage lind“ | Winter jetzt = milder Frühling |
| „Ist’s im Februar zu warm, friert man zu Ostern bis in den Darm“ | Milder Februar = kaltes Frühjahr |
| „Kalter Februar gibt ein gutes Roggenjahr“ | Gut für die Landwirtschaft |
Die wissenschaftliche Analyse zeigt: Diese Regeln haben einen meteorologischen Kern. Ein kalter, schneereicher Monatsanfang im Februar führt tatsächlich in 3 von 5 Fällen zu einer erhöhten Anzahl kalter Frostnächte im März.

Lichtmess am 2. Februar: Der entscheidende Lostag
Dem 2. Februar – Mariä Lichtmess – kommt in den Bauernregeln besondere Bedeutung zu. An diesem Tag endete früher die Weihnachtszeit und das bäuerliche Arbeitsjahr begann neu.
📜 Die wichtigste Lichtmess-Regel: „Ist’s zu Lichtmess mild und rein, wird’s ein langer Winter sein. Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“
Diese Regel hat einen meteorologischen Hintergrund: Ein sonniger, milder Tag zu Lichtmess deutet auf eine stabile Hochdrucklage hin. Im Februar führt Hochdruck aber oft zu kalten Ostwinden und strengen Nachtfrösten – der Winter verlängert sich. Stürme und Schnee hingegen bedeuten atlantische Tiefdruckgebiete, die mildere Luftmassen bringen.
Prognose für Lichtmess 2026: Nach aktuellen Modellberechnungen könnte es am 2. Februar sonnig und kalt sein – was nach der Bauernregel einen langen Winter bedeuten würde.
100-jähriger Kalender: „Sehr große Kälte“ im Februar
Auch der 100-jährige Kalender – auch Bauernkalender genannt – gibt eine klare Prognose für den Februar 2026 ab:
| Zeitraum | Vorhersage 100-jähriger Kalender |
|---|---|
| 1.-4. Februar | Trüb |
| 5. Februar | Schön |
| 6.-8. Februar | Wind |
| 9.-12. Februar | „Sehr große Kälte“ ❄️ |
| 13.-26. Februar | Milder, Regen |
| 27.-28. Februar | Schnee und Wind |
Besonders interessant: Die „sehr große Kälte“ vom 9. bis 12. Februar könnte noch kälter werden als die frostigsten Tage im Januar! Der 100-jährige Kalender lag mit seiner Prognose für Anfang Januar („große Kälte“) bereits goldrichtig.
Spätwinter-Singularität: Kälterückfall Mitte Februar statistisch häufig
Meteorologen kennen ein Phänomen, das die Bauernregeln bestätigt: Die Spätwinter-Singularität. Der Zeitraum vom 15. bis 24. Februar bringt statistisch gesehen in 70 Prozent der Fälle eine Kälteperiode.
Selbst wenn die ersten zwei Februarwochen mild ausfallen sollten, ist mit einem „Rückschlag“ zu rechnen. Kontinentale Kaltluft könnte Deutschland dann erneut fluten. Da die Sonne im späten Februar schon mehr Kraft hat, wären die Nächte extrem kalt, die Tage bei Sonnenschein aber erträglicher – ein typischer „Märzwinter-Charakter“.
Warum ist dieser Winter so kalt?
Mehrere Faktoren kommen zusammen:
Der Polarwirbel ist instabil. Ein bestätigtes „Major Warming“ Mitte Januar hat den stratosphärischen Polarwirbel massiv geschwächt. Die Auswirkungen zeigen sich mit 2-4 Wochen Verzögerung – also genau jetzt bis Mitte Februar.
La Niña ist aktiv. Das Klimaphänomen im Pazifik sorgt für Abwechslung zwischen milderen und kälteren Perioden. In Kombination mit einer negativen Nordatlantischen Oszillation (NAO) steigt die Wahrscheinlichkeit für winterliche Verhältnisse.
Blockadehoch über Nordeuropa. Ein mächtiges Hochdruckgebiet blockiert mildernde Atlantiktiefs. Die Kaltluft aus Russland hat freie Bahn nach Westen.

So schützen Sie sich vor der Kältewelle
🏠 Praktische Tipps:
- Wasserleitungen vor Frost schützen
- Heizung rechtzeitig warten lassen
- Winterreifen und Frostschutzmittel prüfen
- Warme Kleidung in Schichten tragen
- Auf ältere Nachbarn achten
- Haustiere nicht zu lange draußen lassen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange bleibt es in Deutschland so kalt?
Wie kalt wird es im Februar 2026?
Was ist das „Beast from the East“?
Stimmen die Bauernregeln zum Wetter?
Was bedeutet ein kalter Februar für den Sommer?
Was ist der Polarwirbel und warum bringt er Kälte?
Fazit: Deutschland friert – und zwar richtig
Deutschland friert bis Ende Februar – darin sind sich Wettermodelle und Bauernregeln einig. Die aktuelle Kältewelle ist keine kurze Episode, sondern Teil einer stabilen Großwetterlage. Das „Beast from the East“ bringt sibirische Temperaturen, der gestörte Polarwirbel hält die Kälte aufrecht.
Die traditionellen Bauernregeln zu Lichtmess und Februar bestätigen, was die Computermodelle berechnen: Wer auf einen frühen Frühling hofft, wird wohl enttäuscht. Doch die Volksweisheit tröstet auch: „Im Hornung Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß.“ Winterfreunde dürfen sich also freuen – und der Sommer könnte Entschädigung bringen.
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