RSV-Welle 2026: RKI warnt vor Anstieg bei Säuglingen

📖 Lesezeit: 7 Minuten | Stand: 22. Januar 2026

🔍 Kurz & Knapp: Das RKI meldet in der 3. Kalenderwoche 2026 den Beginn der RSV-Welle in Deutschland. Der Erreger wird vermehrt nachgewiesen, während die Grippewelle ihren Höhepunkt erreicht. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Senioren über 75 Jahre. Eine Prophylaxe mit dem Antikörper Nirsevimab schützt Neugeborene vor schweren Verläufen.

RSV-Welle – am 22. Januar 2026 warnt das Robert Koch-Institut vor der beginnenden Welle des Respiratorischen Synzytial-Virus. Die aktuellen Surveillancedaten zeigen einen deutlichen Anstieg der RSV-Last im Abwasser. Hier erfährst du alles über Symptome, Risikogruppen und Schutzmaßnahmen.

⚡ Das Wichtigste in Kürze:

  • RSV-Welle beginnt: RKI meldet steigende Nachweiszahlen in KW 3/2026
  • Aktuelle Viruslage: Influenza dominiert mit 60%, RSV bei 4-7%
  • Risikogruppen: Säuglinge unter 6 Monaten und Senioren ab 75 Jahren
  • Prophylaxe: Nirsevimab (Beyfortus) für alle Neugeborenen empfohlen
  • Impfung: Für Erwachsene ab 75 Jahren (Standardimpfung) oder ab 60 mit Vorerkrankungen
  • Erfolg: RSV-Fälle bei Säuglingen in Saison 2024/25 mehr als halbiert
  • Saison: Oktober bis März ist die typische RSV-Zeit

RKI meldet Beginn der RSV-Welle in Deutschland

Das Robert Koch-Institut registriert in der 3. Kalenderwoche 2026 einen deutlichen Anstieg der RSV-Aktivität. Laut dem aktuellen ARE-Wochenbericht steigt die RSV-Last im Abwasser kontinuierlich an – ein typisches Frühzeichen für den Start der RSV-Saison.

RKI meldet Beginn der RSV-Welle in Deutschland

Derzeit dominieren Influenzaviren das Infektionsgeschehen in Deutschland. Rund 60 Prozent der nachgewiesenen Atemwegsviren entfallen auf Influenza, überwiegend auf den Subtyp A(H3N2). Das Coronavirus SARS-CoV-2 spielt mit nur 1-3 Prozent eine untergeordnete Rolle.

ErregerAnteil KW 3/2026Trend
Influenza A/B60%📉 Leicht rückläufig
Rhinoviren7%➡️ Stabil
RSV4-7%📈 Steigend
SARS-CoV-21-3%📉 Rückläufig

💡 Typisches Muster: RSV folgt der Grippewelle zeitlich. Während Influenza aktuell ihren Höhepunkt erreicht, beginnt die RSV-Welle meist mit einer Verzögerung von einigen Wochen. Die jährliche RSV-Saison dauert typischerweise drei bis vier Monate.

Was ist RSV und warum ist es gefährlich?

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist weltweit verbreitet und verursacht akute Atemwegsinfektionen. Bei den meisten Menschen verläuft eine RSV-Infektion harmlos wie eine normale Erkältung. Bei bestimmten Risikogruppen kann das Virus jedoch lebensbedrohlich werden.

Was ist RSV und warum ist es gefährlich?

RSV befällt zunächst die oberen Atemwege und verursacht erkältungsähnliche Symptome. Bei Säuglingen greift das Virus häufig auf die unteren Atemwege über. Es kann zu einer Bronchiolitis kommen – einer Entzündung der feinsten Atemwegsverzweigungen in der Lunge – oder zu einer Lungenentzündung.

RisikogruppeRisikoEmpfohlener Schutz
Säuglinge unter 6 MonatenSehr hochNirsevimab-Prophylaxe
FrühgeboreneSehr hochNirsevimab-Prophylaxe
Kinder mit HerzfehlernHochNirsevimab bis 2. Lebensjahr
Erwachsene ab 75 JahrenErhöhtRSV-Impfung (STIKO-Empfehlung)
60-74 Jahre mit VorerkrankungErhöhtRSV-Impfung (Indikationsimpfung)
Immungeschwächte PersonenErhöhtÄrztliche Beratung

📊 Statistik: Bei Säuglingen in Deutschland sind RSV-Infektionen die häufigste Ursache für Krankenhauseinweisungen wegen akuter Atemwegsinfektionen. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres hat nahezu jedes Kind mindestens eine RSV-Infektion durchgemacht.

Welche Symptome hat eine RSV-Infektion?

Die Symptome einer RSV-Infektion unterscheiden sich je nach Alter und Gesundheitszustand. Bei Erwachsenen und älteren Kindern verläuft die Erkrankung meist mild. Bei Säuglingen können die Symptome jedoch schwerwiegend sein.

SymptomErwachsene/ältere KinderSäuglinge/Kleinkinder
Schnupfen✅ Häufig✅ Häufig
Husten✅ Trocken✅ Bellend, später feucht
Fieber⚠️ Manchmal✅ Häufig
Atemnot❌ Selten⚠️ Möglich (Warnsignal!)
Trinkschwäche❌ Nicht typisch⚠️ Warnsignal!
Bronchiolitis❌ Selten⚠️ Möglich

⚠️ Wann zum Arzt? Eltern sollten sofort ärztliche Hilfe suchen, wenn ihr Kind Atemnot zeigt, längere Atempausen macht, die Lippen oder Fingernägel bläulich verfärbt sind oder das Baby nicht mehr trinken will. Diese Symptome können auf einen schweren Verlauf hinweisen.

Welche Symptome hat eine RSV-Infektion?

Wie schützt man sich und sein Kind vor RSV?

Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt seit Juni 2024 für alle Neugeborenen und Säuglinge eine Prophylaxe mit dem monoklonalen Antikörper Nirsevimab (Handelsname: Beyfortus). Diese passive Immunisierung bietet sofortigen Schutz vor schweren RSV-Verläufen.

SchutzmaßnahmeZielgruppeKostenübernahme
Nirsevimab (Beyfortus)Alle Neugeborenen & Säuglinge in 1. RSV-Saison✅ GKV
RSV-Impfung (Arexvy, mResvia)Erwachsene ab 75 Jahren✅ GKV
RSV-Impfung (Indikation)60-74 Jahre mit Vorerkrankung oder in Pflegeheim✅ GKV

📊 Erfolg der Prophylaxe: Seit Einführung der Nirsevimab-Prophylaxe ist die Zahl der RSV-Fälle bei Neugeborenen deutlich gesunken. Laut RKI hat sich die Inzidenz bei Neugeborenen in der Saison 2024/25 im Vergleich zur Vorsaison mehr als halbiert. Auch die RSV-bedingten Hospitalisierungen gingen um über 50 Prozent zurück.

Hygienemaßnahmen zum Schutz vor RSV

Neben der Prophylaxe empfiehlt das RKI konsequente Hygienemaßnahmen, um die Verbreitung von RSV einzudämmen:

  • Händehygiene: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife
  • Husten- und Niesetikette: In die Armbeuge oder ein Einweg-Taschentuch niesen
  • Kontaktvermeidung: Erkältete Personen sollten Abstand zu Säuglingen halten
  • Lüften: Regelmäßiges Stoßlüften in geschlossenen Räumen
  • Oberflächenreinigung: Spielzeug und Türklinken regelmäßig reinigen
  • Nicht rauchen: Passivrauch schwächt die kindlichen Atemwege
  • Stillen: Muttermilch stärkt das Immunsystem des Babys

💡 Gut zu wissen: RSV kann auf Oberflächen mehrere Stunden überleben – auf Kunststoff sogar bis zu 6 Stunden. Auf Händen bleibt das Virus etwa 20 Minuten infektiös. Deshalb ist regelmäßiges Händewaschen besonders wichtig.

Wie wird eine RSV-Infektion behandelt?

Eine spezifische antivirale Therapie gegen RSV existiert nicht. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und konzentriert sich auf die Linderung der Beschwerden.

MaßnahmeWirkung
Ausreichend FlüssigkeitLöst den Schleim, erleichtert das Abhusten
Nasentropfen/KochsalzlösungHält die Nase frei, erleichtert das Atmen
Fiebersenkende MittelLindern Fieber und Unwohlsein
Ruhe und SchonungUnterstützt die Genesung
Sauerstoffgabe (Krankenhaus)Bei schwerer Atemnot erforderlich

⚠️ Wichtig: Antibiotika wirken nicht gegen RSV, da es sich um ein Virus handelt. Sie werden nur eingesetzt, wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion vorliegt. Auch Cortison-Sprays sind bei RSV nicht wirksam.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann beginnt die RSV-Welle 2026 in Deutschland?
Laut RKI deutet sich der Beginn der RSV-Welle in der 3. Kalenderwoche 2026 an. Die RSV-Last im Abwasser steigt, und der Erreger wird vermehrt nachgewiesen. Die RSV-Saison dauert typischerweise von Oktober bis März, wobei RSV meist der Grippewelle zeitlich folgt.
Wer sollte sich gegen RSV impfen lassen?
Die STIKO empfiehlt eine RSV-Impfung als Standardimpfung für Personen ab 75 Jahren. Personen zwischen 60 und 74 Jahren mit schweren Grunderkrankungen oder Bewohner von Pflegeeinrichtungen können die Impfung als Indikationsimpfung erhalten. Für Neugeborene und Säuglinge wird statt einer Impfung die Prophylaxe mit Nirsevimab empfohlen.
Wie unterscheiden sich RSV-Symptome von einer Erkältung?
Bei Erwachsenen und älteren Kindern sind RSV-Symptome kaum von einer normalen Erkältung zu unterscheiden: Schnupfen, Husten, Halsschmerzen. Bei Säuglingen können jedoch schwere Symptome auftreten wie Atemnot, pfeifende Atmung, Trinkschwäche und hohes Fieber. Diese Warnsignale erfordern sofortige ärztliche Abklärung.
Wird die RSV-Prophylaxe für Babys von der Krankenkasse bezahlt?
Ja, seit September 2024 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die RSV-Prophylaxe mit Nirsevimab (Beyfortus) für alle Säuglinge im ersten Lebensjahr. Die Prophylaxe wird als Einmalgabe verabreicht und bietet etwa sechs Monate Schutz vor schweren RSV-Verläufen.
Wie lange ist man bei RSV ansteckend?
Von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Symptome vergehen meist fünf Tage. Betroffene können schon vor Symptombeginn ansteckend sein. Nach etwa einer Woche ist man in der Regel nicht mehr infektiös. Neugeborene und immungeschwächte Personen können jedoch mehrere Wochen ansteckend bleiben.
Schützt eine durchgemachte RSV-Infektion vor erneuter Ansteckung?
Nein, eine RSV-Infektion hinterlässt keine lebenslange Immunität. Reinfektionen sind möglich und nicht ungewöhnlich. Allerdings verlaufen Folgeinfektionen bei gesunden Personen meist milder als die Erstinfektion. Deshalb sind besonders Erstinfektionen bei Säuglingen gefährlich.

Fazit: RSV-Welle 2026 – Wachsamkeit ist gefragt

Die RSV-Welle beginnt laut RKI in der dritten Kalenderwoche 2026. Während die Grippewelle aktuell ihren Höhepunkt erreicht, steigen die RSV-Nachweise kontinuierlich an. Besonders Eltern von Säuglingen und Pflegeeinrichtungen sollten jetzt wachsam sein.

Die gute Nachricht: Seit Einführung der Nirsevimab-Prophylaxe haben sich die RSV-Fälle bei Neugeborenen mehr als halbiert. Die Schutzmaßnahme wird von den Krankenkassen übernommen und kann schwere Verläufe verhindern. Für Senioren steht zudem eine wirksame Impfung zur Verfügung.

Mit konsequenter Hygiene, der empfohlenen Prophylaxe für Babys und der Impfung für Risikogruppen lässt sich das Risiko einer schweren RSV-Erkrankung deutlich reduzieren.


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📋 Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Krankheitssymptomen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

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