⏱️ Lesezeit: 5 Min. | 📅 30.01.2026
Der Anstieg der RSV-Fälle in Deutschland, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern, hat laut RKI Anfang Januar 2026 begonnen. Trotz steigender Fallzahlen sind schwere Krankheitsverläufe dank verfügbarer Antikörper-Wirkstoffe seltener geworden. Die STIKO empfiehlt eine RSV-Impfung für ältere Menschen und Risikogruppen, um schwere Verläufe zu verhindern. Die Viruslast im Abwasser zeigt ebenfalls einen Anstieg.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Die RSV-Welle begann laut RKI in der Woche ab dem 5. Januar 2026.
- ✓ Die gemeldeten RSV-Fälle stiegen von 1.670 (5.-11. Januar) auf 2.675 in der Folgewoche.
- ✓ RSV wird hauptsächlich bei Säuglingen und Kindern im Alter von 0 bis 4 Jahren nachgewiesen.
- ✓ Die RSV-Viruslast im Abwasser ist laut RKI in den letzten Wochen deutlich gestiegen.
- ✓ Dank der passiven Impfung gibt es weniger schwere RSV-Erkrankungen bei Kindern auf Intensivstationen.
- ✓ Die RSV-Fälle bei Säuglingen haben sich seit der Einführung des Antikörper-Wirkstoffs halbiert.
- ✓ Die STIKO empfiehlt eine RSV-Impfung für alle Menschen ab 75 Jahren sowie für 60- bis 74-Jährige mit schweren Grunderkrankungen.
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den Beginn der RSV-Welle in Deutschland für Anfang Januar 2026 festgestellt. Der deutliche Anstieg der RSV-Fälle betrifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder, doch es gibt auch positive Nachrichten: Schwere Krankheitsverläufe sind seltener geworden, was auf die Wirksamkeit der empfohlenen passiven Impfung zurückzuführen ist. Die aktuelle Situation erfordert eine genaue Beobachtung und das Einhalten empfohlener Hygienemaßnahmen.
RSV-Welle rollt: Was sagt das RKI zum Anstieg?
Laut dem aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) begann die RSV-Welle in der Woche ab dem 5. Januar. RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus, einen weit verbreiteten Erreger von Atemwegsinfektionen. Die gemeldeten Fälle sind seitdem deutlich gestiegen. Konkret stiegen die Fallzahlen von etwa 1.670 (5.-11. Januar) auf 2.675 in der darauffolgenden Woche. Diese Zahlen können sich durch Nachmeldungen noch erhöhen. Das RKI beobachtet die Entwicklung genau, um frühzeitig Maßnahmenempfehlungen geben zu können. Die kontinuierliche Überwachung ermöglicht es, schnell auf Veränderungen zu reagieren und die Bevölkerung entsprechend zu informieren.
Wer ist besonders gefährdet durch den Anstieg der RSV-Fälle?
Tests aus Arztpraxen zeigen, dass RSV hauptsächlich bei Säuglingen und Kindern im Alter von 0 bis 4 Jahren nachgewiesen wird. Allerdings sind auch andere Altersgruppen betroffen. Da nur noch selten getestet wird, liefern Messungen im Abwasser wichtige Hinweise auf die Verbreitung des Virus. Auch hier zeigt sich ein Anstieg der RSV-Viruslast. Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen tragen ebenfalls ein höheres Risiko für Komplikationen durch RSV. Die Abwassermessungen sind ein wichtiges Instrument zur Früherkennung und helfen, das Ausmaß der Verbreitung besser einzuschätzen.
Wie gefährlich ist RSV für Erwachsene?
RSV kann auch Erwachsene infizieren, verläuft aber meist milder als bei Säuglingen. Symptome ähneln oft einer Erkältung. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. In einigen Fällen kann RSV jedoch auch bei Erwachsenen zu schwerwiegenden Atemwegserkrankungen führen, insbesondere bei immungeschwächten Personen. Daher ist es wichtig, auch bei milden Symptomen auf Hygiene zu achten und gegebenenfalls einen Arzt zu konsultieren.
Weniger schwere Verläufe dank Antikörper
Jakob Maske, Kinderarzt in Berlin und Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ), bestätigt den Anstieg der RSV-Fälle. Er betont aber auch: „Wir sehen kaum noch Kinder, die schwer mit RSV erkrankt sind und auf die Intensivstationen kommen.“ Dieser positive Effekt ist auf die passive Impfung zurückzuführen, die die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2024 für Neugeborene und Säuglinge empfiehlt. Eine Analyse von RKI-Experten ergab, dass sich die RSV-Fälle bei Säuglingen seit der Einführung des Antikörper-Wirkstoffs halbiert haben. Für Babys unter zwölf Monaten kann eine RSV-Erkrankung gefährlich sein und zu schweren Atemwegsinfektionen führen. Die Verfügbarkeit von Antikörper-Wirkstoffen hat somit einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung schwerer Krankheitsverläufe geleistet.
Was empfiehlt die STIKO bezüglich des Anstiegs von Infektionskrankheiten?
Neben der Empfehlung für Säuglinge rät die STIKO eine RSV-Impfung allen Menschen ab 75 Jahren sowie Personen im Alter von 60 bis 74 Jahren mit einer schweren Grunderkrankung. Die Empfehlungen der STIKO basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden regelmäßig aktualisiert. Es ist ratsam, sich an die Empfehlungen der STIKO zu halten und gegebenenfalls mit dem behandelnden Arzt über eine Impfung zu sprechen. Die Impfung kann das Risiko schwerer Krankheitsverläufe deutlich reduzieren.
Gibt es eine Impfung gegen RSV?
Ja, es gibt sowohl passive als auch aktive Impfungen gegen RSV. Die passive Impfung wird Säuglingen verabreicht, um sie vor schweren Verläufen zu schützen. Aktive Impfungen sind für ältere Menschen und Risikogruppen empfohlen. Die Forschung im Bereich RSV-Impfstoffe schreitet stetig voran, und es werden kontinuierlich neue Impfstoffe entwickelt, um den Schutz vor RSV-Infektionen zu verbessern. Die Entwicklung von RSV-Impfstoffen ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung dieser Atemwegserkrankung.
Wie kann man sich vor RSV schützen?
Neben Impfungen helfen allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und das Vermeiden von engem Kontakt mit erkrankten Personen. Auch das Tragen einer Maske in Innenräumen kann dazu beitragen, die Ausbreitung von RSV zu reduzieren. Es ist wichtig, auf die Symptome zu achten und bei Verdacht auf eine Infektion einen Arzt aufzusuchen. Durch einfache Maßnahmen kann jeder Einzelne dazu beitragen, die Ausbreitung von RSV einzudämmen.
Auswirkungen des Anstiegs auf das Gesundheitssystem
Der Anstieg der RSV-Fälle stellt eine Belastung für das Gesundheitssystem dar, insbesondere für Kinderkliniken und Intensivstationen. Es ist wichtig, dass Krankenhäuser und Arztpraxen gut vorbereitet sind, um die steigende Anzahl von Patienten zu versorgen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann dazu beitragen, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern und die Belastung des Gesundheitssystems zu reduzieren. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen ist entscheidend, um die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem RSV-Anstieg zu bewältigen.
Expertenmeinungen zum aktuellen Anstieg der RSV-Fälle
Experten betonen die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen und Impfungen, um den Anstieg der RSV-Fälle einzudämmen. Sie weisen darauf hin, dass die passive Impfung für Säuglinge ein wichtiger Schritt ist, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Darüber hinaus empfehlen sie älteren Menschen und Risikogruppen, sich gegen RSV impfen zu lassen. Die Experten sind sich einig, dass eine umfassende Strategie erforderlich ist, um die Ausbreitung von RSV zu kontrollieren und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Es ist wichtig, die Empfehlungen der Experten ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln.
Die Rolle der Forschung bei der Bekämpfung von RSV
Die Forschung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung neuer Impfstoffe und Therapien gegen RSV. Wissenschaftler arbeiten kontinuierlich daran, das Virus besser zu verstehen und neue Wege zu finden, um es zu bekämpfen. Die Forschung hat bereits wichtige Fortschritte erzielt, wie die Entwicklung von Antikörper-Wirkstoffen und aktiven Impfstoffen. Es ist wichtig, die Forschung weiterhin zu unterstützen, um noch wirksamere Mittel gegen RSV zu entwickeln. Die Investition in Forschung ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung und zur Bekämpfung von Atemwegserkrankungen.
Häufig gestellte Fragen zu Anstieg
Warum gibt es aktuell einen Anstieg der RSV-Fälle?
Der Anstieg der RSV-Fälle ist ein saisonales Phänomen, das typischerweise in den Wintermonaten auftritt. Faktoren wie vermehrte Aufenthalte in Innenräumen und die höhere Übertragbarkeit des Virus bei niedrigen Temperaturen tragen dazu bei. Das RKI beobachtet den Anstieg genau, um frühzeitig Maßnahmenempfehlungen geben zu können.
Wie kann man den Anstieg der RSV-Infektionen verhindern?
Um den Anstieg der RSV-Infektionen zu verhindern, sind vor allem Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und das Vermeiden von engem Kontakt mit erkrankten Personen wichtig. Für Säuglinge gibt es die Möglichkeit einer passiven Impfung, und für ältere Menschen sowie Risikogruppen wird eine aktive Impfung empfohlen.
Welche Auswirkungen hat der Anstieg der RSV-Fälle auf Kinderkliniken?
Der Anstieg der RSV-Fälle kann zu einer Belastung der Kinderkliniken führen, da viele Säuglinge und Kleinkinder aufgrund von Atemwegsproblemen stationär behandelt werden müssen. Eine gute Vorbereitung und Koordination der Ressourcen sind wichtig, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen. Die Verfügbarkeit von Antikörper-Wirkstoffen hat jedoch dazu beigetragen, die Zahl schwerer Krankheitsverläufe zu reduzieren.
Wer ist besonders gefährdet für einen schweren Verlauf bei einem Anstieg der RSV-Infektion?
Besonders gefährdet für einen schweren Verlauf bei einer RSV-Infektion sind Säuglinge, insbesondere Frühgeborene, sowie Kinder mit Vorerkrankungen der Atemwege oder des Herzens. Auch ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein höheres Risiko für Komplikationen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.
Wie wird sich der Anstieg der RSV-Fälle in Zukunft entwickeln?
Die Entwicklung des Anstiegs der RSV-Fälle in Zukunft ist schwer vorherzusagen, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt, wie dem Impfverhalten der Bevölkerung und der Verbreitung neuer Virusvarianten. Das RKI wird die Situation weiterhin genau beobachten und gegebenenfalls Anpassungen der Empfehlungen vornehmen. Die Forschung arbeitet kontinuierlich an der Entwicklung neuer Impfstoffe und Therapien, um die Bekämpfung von RSV zu verbessern.
Fazit
Der Anstieg der RSV-Fälle, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern, ist ein besorgniserregendes Thema, das jedoch durch Impfungen und Hygienemaßnahmen eingedämmt werden kann. Die Verfügbarkeit von Antikörper-Wirkstoffen hat bereits zu einer Reduzierung schwerer Krankheitsverläufe geführt. Es ist wichtig, die Empfehlungen der STIKO zu beachten und sich gegebenenfalls impfen zu lassen, um sich und andere vor RSV zu schützen.

