Akute Herzinsuffizienz: Hohe Rückfallquote Alarmiert Ärzte

Akute Herzinsuffizienz ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der oft zu wiederholten Krankenhausaufenthalten führt. Besonders gefährdet sind Patienten, die mit einer akuten Herzinsuffizienz und einer bereits eingeschränkten Pumpfunktion des Herzens in die Klinik eingeliefert werden. Fast die Hälfte dieser Patientengruppe muss innerhalb eines Jahres erneut stationär behandelt werden.

Symbolbild zum Thema Akute Herzinsuffizienz
Symbolbild: Akute Herzinsuffizienz (Bild: Picsum)

Warum landen Patienten mit akuter Herzinsuffizienz häufig wieder im Krankenhaus?

Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und eingeschränkter Herzfunktion haben ein deutlich höheres Risiko für erneute Krankenhausaufenthalte. Dies liegt daran, dass die zugrunde liegende Herzschwäche weiterhin besteht und sich durch verschiedene Faktoren wie unzureichende Medikamenteneinnahme, falsche Ernährung oder Begleiterkrankungen verschlimmern kann. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung ist daher entscheidend.

Die wichtigsten Fakten

  • Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion haben ein hohes Risiko für erneute Krankenhausaufenthalte.
  • Die Sterblichkeitsrate innerhalb eines Jahres nach einer akuten Herzinsuffizienz ist deutlich erhöht.
  • Eine Studie des Karolinska Instituts hat diese Zusammenhänge genauer untersucht.
  • Frühe Symptome einer chronischen Herzinsuffizienz sind nachlassende Leistungsfähigkeit, Atemnot und Gewichtszunahme.

Internationale Studie zeigt alarmierende Ergebnisse

Eine internationale Studie, koordiniert vom schwedischen Karolinska Institut, hat die Häufigkeit von Wiedereinweisungen bei Patienten mit akuter Herzinsuffizienz untersucht. Wie Stern berichtet, wurden Daten von über 10.000 Patienten aus 41 Ländern analysiert, die zwischen 2018 und 2020 in Krankenhäusern behandelt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion ein hohes Risiko haben, innerhalb eines Jahres erneut stationär behandelt werden zu müssen. (Lesen Sie auch: Leipziger Buchmesse Cosplay: Blick Hinter die Fantasievollen…)

Akute Herzinsuffizienz versus chronische Herzinsuffizienz

Es ist wichtig, zwischen akuter und chronischer Herzinsuffizienz zu unterscheiden. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung sind in Deutschland etwa 4 Millionen Menschen von einer chronischen Herzschwäche betroffen. Diese entwickelt sich meist langsam und schleichend. Typische Symptome sind nachlassende Leistungsfähigkeit, Atemnot und Gewichtszunahme. Im Gegensatz dazu tritt eine akute Herzinsuffizienz plötzlich auf und kann lebensbedrohlich sein. Symptome sind unter anderem Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme), Schwindel, starke Atemnot und ein Druckgefühl in der Brust.

Das erhöhte Sterberisiko bei akuter Herzinsuffizienz

Die Studie des Karolinska Instituts zeigte auch, dass die Sterblichkeitsrate innerhalb eines Jahres nach einer akuten Herzinsuffizienz deutlich erhöht ist. Während des Krankenhausaufenthalts starben 5,1 Prozent der mit akuter Herzinsuffizienz eingelieferten Patienten. Von den Überlebenden wurden 44 Prozent mit eingeschränkter Pumpfunktion innerhalb eines Jahres mindestens einmal erneut stationär behandelt. Die Sterblichkeitsrate innerhalb eines Jahres nach einer akuten Herzinsuffizienz war mehr als dreimal so hoch (20 Prozent) wie bei ambulant versorgten Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (6,2 Prozent).

Ursachen und Risikofaktoren der Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz, unabhängig davon, ob sie akut oder chronisch auftritt, hat vielfältige Ursachen. Häufige Auslöser sind koronare Herzkrankheit (KHK), Bluthochdruck, Herzklappenfehler, Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) und angeborene Herzfehler. Risikofaktoren, die die Entstehung einer Herzinsuffizienz begünstigen, sind unter anderem Übergewicht, Diabetes mellitus, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung dieser Risikofaktoren kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und das Risiko für akute Verschlechterungen reduzieren. Die Deutsche Herzstiftung bietet umfassende Informationen zu Ursachen, Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten der Herzinsuffizienz. (Lesen Sie auch: Joel Mattli Lets Dance: Direkt-Ticket für den…)

⚠️ Wichtig

Bei Verdacht auf akute Herzinsuffizienz sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden. Jede Minute zählt!

Behandlungsmöglichkeiten und Prävention

Die Behandlung der akuten Herzinsuffizienz zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Herzfunktion zu stabilisieren und weitere Schäden zu verhindern. Dazu gehören in der Regel die Gabe von Diuretika (Entwässerungsmittel), um die Wasseransammlungen zu reduzieren, sowie Medikamente zur Stärkung der Herzfunktion und zur Senkung des Blutdrucks. In schweren Fällen kann eine intensivmedizinische Betreuung mit Beatmung und Kreislaufunterstützung erforderlich sein. Die langfristige Behandlung der Herzinsuffizienz umfasst eine Kombination aus Medikamenten, einer gesunden Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung sowie die Behandlung von Begleiterkrankungen. Präventive Maßnahmen umfassen die Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und übermäßigem Alkoholkonsum sowie die regelmäßige Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker.

Detailansicht: Akute Herzinsuffizienz
Symbolbild: Akute Herzinsuffizienz (Bild: Picsum)

Wie das Ärzteblatt berichtet, steigt die Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzinsuffizienz. Dies unterstreicht die Bedeutung von Prävention und frühzeitiger Behandlung.

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse der Studie des Karolinska Instituts verdeutlichen die Notwendigkeit, die Versorgung von Patienten mit akuter Herzinsuffizienz zu verbessern. Dazu gehört eine engmaschige Betreuung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, um erneute Einweisungen zu vermeiden. Eine wichtige Rolle spielen dabei strukturierte Nachsorgeprogramme, die eine individuelle Anpassung der Medikation, eine Schulung der Patienten und ihrer Angehörigen sowie eine regelmäßige Überwachung der Herzfunktion umfassen. Auch telemedizinische Angebote, wie beispielsweise die Überwachung von Blutdruck und Gewicht zu Hause, können dazu beitragen, frühzeitig Warnzeichen zu erkennen und rechtzeitig zu intervenieren. Die Forschung auf dem Gebiet der Herzinsuffizienz konzentriert sich zudem auf die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien, die die Herzfunktion verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können. Eine vielversprechende Entwicklung ist die personalisierte Medizin, bei der die Behandlung individuell auf die Bedürfnisse und Eigenschaften des einzelnen Patienten zugeschnitten wird. Durch eine Kombination aus Prävention, frühzeitiger Diagnose, optimaler Behandlung und strukturierter Nachsorge kann die Lebensqualität von Menschen mit Herzinsuffizienz deutlich verbessert und die Zahl der Krankenhausaufenthalte reduziert werden. Das Bundesministerium für Gesundheit stellt Informationen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Verfügung. (Lesen Sie auch: Flüchtiger Passau: Großfahndung nach Ausbruch aus Gericht)

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