Die österreichische Medienlandschaft erlebt turbulente Zeiten: Nach dem Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann aufgrund von Vorwürfen der sexuellen Belästigung steht der öffentlich-rechtliche Sender ORF live vor einer Zäsur. Ingrid Thurnher, zuvor Hörfunkdirektorin, wurde vom Stiftungsrat mit der interimistischen Führung des Senders betraut und will nun vor allem Transparenz in den Vordergrund stellen.

Hintergrund: Die Krise im ORF
Der Rücktritt von Roland Weißmann erfolgte, nachdem Vorwürfe der sexuellen Belästigung öffentlich geworden waren. Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Reihe von Problemen, mit denen der ORF in den letzten Jahren zu kämpfen hatte. Interne Machtkämpfe, Vorwürfe des Missmanagements und nun auch noch der Skandal um den ehemaligen Generaldirektor haben das Image des Senders schwer beschädigt. Die neue interimistische Chefin Ingrid Thurnher steht nun vor der schwierigen Aufgabe, das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen und den Sender in ruhigere Bahnen zu lenken.
Aktuelle Entwicklung: Thurnher setzt auf Transparenz
Ingrid Thurnher erklärte in einem Interview mit der ZIB2, dass Transparenz und Klarheit die Grundsätze für das Vertrauen des Publikums seien. Sie betonte, dass dies in der jetzigen Situation „das Allerwichtigste“ sei. Thurnher sprach von einer „Herkulesaufgabe“, die vor ihr liege, aber auch von einer „unglaublichen Ehre“, den ORF in dieser schwierigen Zeit führen zu dürfen. In Bezug auf die Vorwürfe gegen den ehemaligen Generaldirektor sagte sie, dass man erst am Beginn der Aufarbeitung stehe und dass externe Expertinnen und Experten hinzugezogen würden, um volle Transparenz zu gewährleisten. (Lesen Sie auch: Nach Postauto-Brand in Kerzers: Was bedeutet SRF…)
Die interimistische Generaldirektorin betonte auch die Verantwortung des ORF als öffentlich-rechtlicher Sender. „Scheinwerferlicht bedeutet viel Macht, aber auch viel Verantwortung“, sagte Thurnher. „Wenn es Machtmissbrauch gibt, dann werde ich sehr genau hinschauen.“
Weitere Vorwürfe und interne Konflikte
Neben den Vorwürfen gegen den ehemaligen Generaldirektor gibt es auch weitere Baustellen im ORF. So berichtet der Kurier, dass Pius Strobl, ein weiterer ORF-Mitarbeiter, Spekulationen dementiert, er sei mit der Frau liiert, die sich gegen Weißmann gewendet hat. Strobl wies diese Behauptungen entschieden zurück und beklagte, dass mit „unsinnigen Theorien von ‚Verschwörung‘ bis ‚Intrige‘ aktiv eine ‚Täter-Opfer-Umkehr‘ betrieben wird“. Strobl will zudem eine Pensionsregelung einklagen und beklagt „Mobbing und Bossing“.
Der Falter beleuchtet in einem Artikel ein grundsätzliches Sexismusproblem im ORF. Die Autorin Barbara Tóth beschreibt einen Fall von schwerem Machtmissbrauch, der sich bereits vor einigen Jahren ereignet hat und bei dem eine ORF-Managerin von ihrem Vorgesetzten sexuell belästigt wurde. Dieser Fall zeigt, dass die aktuellen Vorwürfe gegen Weißmann kein Einzelfall sind, sondern ein tieferliegendes Problem im Sender offenbaren. (Lesen Sie auch: Medaillenspiegel Paralympics 2026: ARD überträgt live)
Reaktionen und Stimmen
Die Reaktionen auf den Rücktritt von Roland Weißmann und die Bestellung von Ingrid Thurnher zur interimistischen Generaldirektorin sind gemischt. Während einige die Entscheidung begrüßen und auf eine rasche Aufklärung der Vorwürfe hoffen, sehen andere die Bestellung von Thurnher kritisch. Sie bemängeln, dass Thurnher bereits seit vielen Jahren im ORF tätig ist und daher möglicherweise nicht die nötige Distanz hat, um die Probleme im Sender aufzuarbeiten.
Was bedeutet das für die Zukunft von ORF live?
Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend für die Zukunft des ORF sein. Ingrid Thurnher steht vor der großen Herausforderung, das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen, die Vorwürfe gegen den ehemaligen Generaldirektor aufzuklären und den Sender neu aufzustellen. Dabei wird es vor allem darauf ankommen, Transparenz zu schaffen, interne Machtkämpfe zu beenden und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohl und respektiert fühlen.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre eine umfassende Reform des ORF. Diese könnte beispielsweise eine Stärkung der Kontrollgremien, eine Neuregelung der Finanzierung und eine Modernisierung der Programmstruktur umfassen. Nur so kann der ORF seine Rolle als unabhängiger und glaubwürdiger öffentlich-rechtlicher Sender auch in Zukunft erfüllen. (Lesen Sie auch: Champions League Spiele heute live: Wo laufen)
Zeitlicher Kontext der Ereignisse
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 2019 | Eine ORF-Managerin wendet sich wegen sexueller Belästigung an den Betriebsrat und die Gleichbehandlungskommission. |
| 12. März 2026 | Der Falter veröffentlicht einen Artikel über ein Sexismusproblem im ORF. |
| 12. März 2026 | Ingrid Thurnher wird interimistische ORF-Generaldirektorin. |
| 13. März 2026 | Pius Strobl dementiert Spekulationen über eine angebliche Beziehung zu einer ORF-Mitarbeiterin. |
Häufig gestellte Fragen zu orf live
Wer leitet aktuell den ORF?
Nach dem Rücktritt von Roland Weißmann hat Ingrid Thurnher interimistisch die Führung des ORF übernommen. Sie war zuvor Hörfunkdirektorin und wurde vom Stiftungsrat mit dieser Aufgabe betraut. Ihr Fokus liegt nun auf Transparenz und der Aufarbeitung der aktuellen Krise.
Warum ist der ORF-Generaldirektor zurückgetreten?
Roland Weißmann trat aufgrund von Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurück. Diese Vorwürfe haben eine Krise im ORF ausgelöst und zur interimistischen Bestellung von Ingrid Thurnher geführt. Die Vorwürfe werden derzeit von externen Experten untersucht.
Welche Rolle spielt Transparenz im aktuellen ORF?
Transparenz spielt eine zentrale Rolle. Die interimistische Generaldirektorin Ingrid Thurnher hat betont, dass Transparenz und Klarheit die wichtigsten Grundsätze für das Vertrauen der Öffentlichkeit seien. Sie will durch externe Untersuchungen volle Transparenz gewährleisten. (Lesen Sie auch: Formel 1 live: Servustv On zeigt)
Gab es in der Vergangenheit ähnliche Vorfälle im ORF?
Ja, der Falter berichtete über einen Fall von schwerem Machtmissbrauch vor einigen Jahren, bei dem eine ORF-Managerin von ihrem Vorgesetzten sexuell belästigt wurde. Dies deutet auf ein tieferliegendes Problem im Sender hin, das über den aktuellen Fall hinausgeht.
Wie geht es mit dem ORF jetzt weiter?
Die Zukunft des ORF hängt von der Aufarbeitung der aktuellen Krise und den Reformen ab, die in den kommenden Wochen und Monaten umgesetzt werden. Ingrid Thurnher steht vor der Herausforderung, das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen und den Sender neu aufzustellen.
Die Entwicklungen rund um den ORF live bleiben also spannend.
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