Anastasia Potapova, die seit Kurzem für Österreich auf dem Tennisplatz steht, feiert beim Upper Austria Ladies in Linz ihre Heimpremiere. Die gebürtige Russin, die im Dezember 2025 eingebürgert wurde, startet am heutigen Mittwoch gegen die Chinesin Zhang Shuai erstmals als Österreicherin bei einem WTA-Turnier.

Hintergrund: Potapovas Wechsel zu Österreich
Der Wechsel von Potapova zur österreichischen Staatsbürgerschaft kam für viele überraschend. Die 25-Jährige begründet diesen Schritt vor allem mit den besseren Bedingungen für ihre sportliche Entwicklung in Österreich. „Als Tennisspielerin will ich mich verbessern, und ich finde, in diesem Land ist es der bessere Platz, es zu tun“, erklärte sie gegenüber sport.ORF.at. Auch die gute Infrastruktur mit dem Flughafen Wien, der es ihr ermöglicht, schnell zu ihrer Wahlheimat zurückzukehren, spielte eine Rolle.
Allerdings räumte Potapova auch politische Gründe für ihren Wechsel ein. „Es ist auch ein Teil davon, es gibt ja auch Restriktionen und es ist nicht aus dem Nichts gekommen“, sagte sie in Bezug auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die damit verbundenen Einschränkungen für russische Sportler. Seit Beginn des Krieges dürfen russische und belarussische Athleten bei vielen internationalen Wettbewerben nicht unter ihrer Flagge antreten. (Lesen Sie auch: Wal News: Buckelwal-Drama in der Ostsee spitzt…)
Potapova über ihren österreichischen Pass
In einem Interview mit DiePresse.com sprach Potapova über ihre Gefühle, nun für Österreich zu spielen. „Um ehrlich zu sein: Es ist immer noch surreal. Ich bin wirklich sehr glücklich, die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten zu haben“, sagte sie. Sie betonte, dass der österreichische Pass einer der mächtigsten weltweit sei.
Auf die Frage, wie lange sie an dem Wechsel gearbeitet habe, antwortete Potapova: „Ungefähr vier Jahre.“ Die Bemühungen begannen also zu einem Zeitpunkt, als Russland die Ukraine angriff. Potapova bestätigte, dass diese Parallele kein Zufall sei. „Das Leben als Russin auf der Tennistour wurde in den vergangenen Jahren wirklich schwierig. Dabei ist die Karriere als Athletin begrenzt. Du musst versuchen, das Beste daraus zu machen. Also habe ich gemeinsam mit meinem Team begonnen, nach Lösungen zu suchen.“
Heimpremiere in Linz
Nun steht für Potapova das Upper Austria Ladies in Linz an, ihr erster Auftritt vor heimischem Publikum. „Es fühlt sich komisch an. Ich bin sehr aufgeregt, hier zu sein und stolz“, sagte sie im Vorfeld des Turniers. Ihr erstes Match bestreitet sie gegen die Chinesin Zhang Shuai. Das Spiel ist für heute, den 8. April 2026, angesetzt und wird live auf ORF Sport + übertragen. (Lesen Sie auch: Deutschlandticket: Preisanstieg durch neuen Preisindex)
Der Einfluss von Günter Bresnik
Im Interview mit „Die Presse“ wurde Potapova auch nach dem Einfluss von Günter Bresnik in der Passfrage gefragt. Sie bestätigte, dass Bresnik eine wichtige Rolle bei dem Prozess gespielt habe. Bresnik, ein bekannter österreichischer Tennistrainer, hat bereits viele erfolgreiche Spieler betreut und verfügt über ein großes Netzwerk in der Tenniswelt.
Olympia-Fantasien mit Lilli Tagger
Ein weiteres Thema im Interview waren die Olympia-Fantasien von Potapova. Sie träumt davon, gemeinsam mit Lilli Tagger bei den Olympischen Spielen für Österreich anzutreten. Ob dieser Traum in Erfüllung geht, wird die Zukunft zeigen. Zunächst einmal konzentriert sich Potapova auf ihre Karriere und darauf, sich unter österreichischer Flagge weiter zu verbessern.
Was bedeutet Potapovas Wechsel für den österreichischen Tennis?
Der Wechsel von Potapova zu Österreich ist ein Gewinn für den österreichischen Tennis. Mit ihr hat das Land eine talentierte und ambitionierte Spielerin gewonnen, die das Potenzial hat, in der Weltspitze mitzuspielen. Ihr Antritt in Linz ist ein wichtiger Schritt, die Fans können gespannt sein, wie sie sich entwickelt. Durch ihre Einbürgerung wird sie im internationalen Wettbewerb wieder unter einer Flagge geführt, nachdem russische und belarussische Spielerinnen und Spieler seit Jahren ohne Fahne antreten mussten. (Lesen Sie auch: Ray Stevens nach Sturz im Krankenhaus)
Die WTA-Tour und der Umgang mit russischen Spielerinnen
Die WTA-Tour hat seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine einen schwierigen Spagat zu bewältigen. Einerseits will man russische und belarussische Spielerinnen nicht pauschal diskriminieren, andererseits will man auch ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine setzen. Die Lösung war, dass Spielerinnen aus diesen Ländern weiterhin an Turnieren teilnehmen dürfen, aber nicht unter ihrer Flagge. Dies führte zu Kritik von beiden Seiten. Einige forderten einen kompletten Ausschluss russischer und belarussischer Spielerinnen, während andere die Entscheidung der WTA als fair verteidigten.

Der Fall Potapova zeigt, dass es auch andere Wege gibt. Durch ihren Wechsel zu Österreich hat sie eine Möglichkeit gefunden, wieder unter einer Flagge anzutreten und gleichzeitig ihre sportliche Karriere voranzutreiben.
Ausblick
Für Anastasia Potapova beginnt mit dem Turnier in Linz ein neues Kapitel ihrer Karriere. Sie will sich in Österreich weiterentwickeln und ihre Ziele erreichen. Die Unterstützung der österreichischen Tennisfans ist ihr dabei gewiss.Ihr Potenzial ist unbestritten, und mit harter Arbeit und Engagement kann sie es weit bringen. (Lesen Sie auch: Beamter: Ansturm auf EU-Jobs: Beamtenauswahlverfahren wird)
Die österreichische Tennisgemeinschaft blickt gespannt auf ihre zukünftigen Leistungen und hofft auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Auch der Österreichische Tennisverband (ÖTV) hat Potapova herzlich willkommen geheißen und ihr seine volle Unterstützung zugesagt. tennisnet.com berichtet regelmäßig über die Entwicklungen im österreichischen Tennis.
| Kategorie | WTA 250 |
|---|---|
| Austragungsort | Linz, Österreich |
| Belag | Harter Hallenbelag |
| Datum | 06. April – 12. April 2026 |
| Titelverteidigerin | Titel wird neu vergeben (Potapova spielt erstmals als Österreicherin) |
Häufig gestellte Fragen zu potapova
Warum hat sich Anastasia Potapova für einen Wechsel zu Österreich entschieden?
Anastasia Potapova wechselte zu Österreich, um ihre sportliche Entwicklung zu verbessern und von den besseren Bedingungen zu profitieren. Zudem spielten politische Gründe eine Rolle, da das Leben als russische Tennisspielerin schwieriger geworden war. Der Wechsel ermöglicht es ihr auch, wieder unter einer Flagge anzutreten.
Seit wann spielt Anastasia Potapova für Österreich?
Anastasia Potapova spielt seit Anfang 2026 für Österreich. Ihre Bemühungen um die österreichische Staatsbürgerschaft begannen jedoch bereits vor etwa vier Jahren, also zu einem Zeitpunkt, als Russland die Ukraine angriff.
Welche Rolle spielte Günter Bresnik bei Potapovas Wechsel?
Günter Bresnik, ein bekannter österreichischer Tennistrainer, spielte eine wichtige Rolle bei Anastasia Potapovas Wechsel zu Österreich. Er unterstützte sie bei dem Prozess und nutzte sein Netzwerk in der Tenniswelt, um ihren Wechsel zu ermöglichen.
Was sind Anastasia Potapovas Ziele für die Zukunft?
Anastasia Potapova möchte sich in Österreich weiterentwickeln und ihre sportlichen Ziele erreichen. Sie träumt davon, gemeinsam mit Lilli Tagger bei den Olympischen Spielen für Österreich anzutreten und in der Weltspitze mitzuspielen.
Wie hat die WTA auf den Krieg in der Ukraine reagiert?
Die WTA hat russischen und belarussischen Spielerinnen erlaubt, weiterhin an Turnieren teilzunehmen, jedoch nicht unter ihrer Flagge. Diese Entscheidung wurde von verschiedenen Seiten kritisiert, da einige einen kompletten Ausschluss forderten, während andere die Entscheidung als fair verteidigten.


