Ein versuchter Betrug mit einer seltenen Rolex-Uhr ging nach hinten los – und das gleich doppelt. Ins Gefängnis muss der doch-nicht-Betrüger aber trotzdem.

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Schon eine reguläre Rolex ist kein Schnäppchen, für seltene Modelle zahlen Kenner allerdings noch einmal deutlich höhere Summen. Kein Wunder, dass viele Fälschungen im Umlauf sind. Ein italienischer Staatsbürger wurde wegen des Versuchs, eine solche Fälschung zu verkaufen, jetzt zu einer Haftstrafe verurteilt. Und das, obwohl sich die Uhr im Nachhinein als Original herausstellte.
Das wusste Deepak Singh zum Zeitpunkt seines Betrugsversuches allerdings nicht. Der 24-Jährige hatte die Rolex GMT Saru Anfang letzten Jahres von einem Bekannten gekauft, erklärte er bei der Gerichtsverhandlung in Singapur. Obwohl er 55.000 Euro für die Uhr hingeblättert hatte, glaubte Singh nach eigener Aussage an ein gutes Geschäft. Der Verkaufswert des seltenen Modells lag nach seiner Recherche bei etwa 90.000 Euro. Er würde also Gewinn machen. Doch dann kam der Schreck: Bei einer Prüfung wurde die Uhr als Fälschung bewertet. (Lesen Sie auch: Künstliche Intelligenz: Trump spricht nach Streit freundlich…)
Echt oder falsch?
Dabei wollte Singh selbst nur sichergehen. Weil nur knapp 20 Exemplare des Modells im Umlauf sind, riet ihm ein Freund zu Sicherheit. Der Uhrenhändler warnte ihn dann aber und äußerte einen Verdacht: Das Gehäuse schien ausgetauscht und die Seriennummer einer echten Saru eingebrannt worden zu sein. Singh war geschockt.
Er entschloss sich, seinen Verlust zu minimieren – und die vermeintliche Fälschung trotzdem zu Geld zu machen. Gemeinsam mit Freunden flog er im November 2025 nach Singapur, um dort die falsche Uhr einem Unbedarften unterzujubeln. Dazu schmiedete er einen Plan. Er wollte die Uhr nicht gegen Geld, sondern gegen andere Uhren eintauschen. Bis der Betrug aufflog, wollte er bereits über alle Berge sein: Für den Vertrag hatte er sich einen manipulierten Pass mit einem leicht anderen Namen und einer veränderten Passnummer besorgt.
Eine Rolex gegen drei
Tatsächlich fand Singh schnell einen Käufer. In einem Fachladen war das Interesse groß, man einigte sich auf einen Preis von 94.700 Singapur-Dollar, etwa 65.000 Euro. Entsprechend seines Planes bat Singh statt des Geldes um drei reguläre Rolex-Modelle, jeweils etwa im Wert von 17.000 bis 30.000 Euro, die er dann in Europa wieder verkaufen wollte. Nach einer Prüfung der Dokumente mit einer UV-Lampe gab sich der Käufer zufrieden. Singh hatte es geschafft. (Lesen Sie auch: Künstliche Intelligenz: Trump spricht nach Streit)
Erst als er die Uhren einem anderen Ladenbesitzer zeigte, schöpfte der „Betrogene“ ebenfalls Verdacht. Unter einer Lupe entdeckte auch er, dass die Seriennummer verblasst und mit einem Laser neu eingebrannt worden war. Er versuchte, Singh zu kontaktieren. Der ging zwar einmal ans Handy und versicherte, zurück in den Laden zu kommen. Stattdessen buchte er allerdings einen Flug zurück nach Rom. Noch am Flughafen wurde er verhaftet.
Doch während der Ermittlungen platzte schließlich die Bombe. Die Polizei wandte sich an Rolex, um die Fälschung als solche bestätigen zu lassen. Stattdessen stand im Gutachten allerdings das Gegenteil: Alle Bauteile waren original. Die seltene Rolex GMT Saru war echt.
Täter ohne Opfer
Singh half das allerdings wenig. Nach singapurischem Recht reicht für eine Verurteilung der Vorsatz und die Planung, eine andere Person betrügen zu wollen. Ob es klappt oder es wie im Falle der Rolex gar kein Betrug ist, spielt bei der Bestrafung keine Rolle. Weil Singh selbst dachte, dass die Uhr gefälscht ist, forderte die Staatsanwaltschaft eine Strafe von zwölf Monaten Gefängnis. Selbst die Strafverteidiger versuchten gar nicht erst, auf Unschuld zu plädieren. Weil Singh geständig war, baten sie lediglich um eine reduzierte Strafe. Am Ende kam der Richter dem entgegen: Der erfolglose Betrüger wurde zu sieben Monaten Haft verurteilt. (Lesen Sie auch: KI Haftung: Künstliche Intelligenz: Florida Ermittelt)

Quelle:CNA
Ursprünglich berichtet von: Stern





