Die österreichische Medien- und Performancekünstlerin Valie Export ist am Donnerstag, dem 14. Mai 2026, wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag in Wien gestorben. Das gab die Valie Export Stiftung gegenüber der APA bekannt. Ihr Tod markiert das Ende einer Ära in der österreichischen und internationalen Kunstszene.

Wer war Valie Export? Ein Hintergrund
Valie Export, geboren am 17. Mai 1940 in Linz als Waltraud Lehner, war eine der bedeutendsten österreichischen Künstlerinnen der Nachkriegszeit. Sie erlangte unter ihrem Künstlernamen Weltruhm und beeinflusste Generationen von Künstlerinnen und Künstlern. Ihr Werk umfasste Medienkunst, Performancekunst, experimentelle Filme und feministische Theorie. Export setzte sich kritisch mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Normierung des weiblichen Körpers auseinander und thematisierte Tabus und gesellschaftlich verdrängte Inhalte. Ihre offizielle Webseite bietet einen umfassenden Einblick in ihr vielschichtiges Werk. (Lesen Sie auch: Austria Lustenau – Amstetten: gegen: Aufstieg)
Valie Exports Aufstieg zur Kunst-Ikone
Ihren Künstlernamen wählte sie 1966 in Anlehnung an die Zigarettenmarke „Smart Export“, wobei die Schreibweise in Versalien ein Rufzeichen und Statement sein sollte, wie der ORF berichtet. Dieses erste Objekt, eine Zigarettenpackung mit ihrem Porträt, war ein Vorbote ihrer späteren Aktionen und Interventionen im öffentlichen Raum. Sie studierte an der Höheren Bundeslehranstalt für Textilindustrie in Wien und war Autodidaktin in den Bereichen Kunst, Film und Fotografie.
Frühe Werke und feministische Aktionen
In den späten 1960er Jahren erregte Valie Export mit provokativen Aktionen Aufsehen. Eine ihrer bekanntesten Arbeiten ist die „Tapp- und Tastkino“-Performance von 1968, bei der sie mit einem Kasten vor der Brust durch die Straßen ging, in den Passanten hineingreifen konnten. Diese Aktion war eine Kritik an der Voyeurismus und der Objektifizierung des weiblichen Körpers in den Medien. Ebenfalls bekannt ist ihre Arbeit „Genitalpanik“ (1969), eine Fotografie, die sie mit geöffneter Hose und einem Maschinengewehr in der Hand vor einem Kino zeigt. Diese Arbeit gilt als eine Ikone der feministischen Kunst. (Lesen Sie auch: FCB – ST. Gallen: gegen St.: Shaqiris…)
Aktuelle Entwicklung: Reaktionen auf ihren Tod
Die Valie Export Stiftung äußerte sich in einem Statement gegenüber der APA: „Wir trauern um eine herausragende Künstlerin, eine außergewöhnliche Persönlichkeit und um einen besonderen Menschen.“ Die Stiftung betonte, dass im Mittelpunkt ihres Werkes die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Normierung des weiblichen Körpers stehe. Die Tiroler Tageszeitung würdigte sie als Kunstikone, deren Werk bis heute relevant ist.
Valie Exports Einfluss und Vermächtnis
Valie Export war nicht nur eine bedeutende Künstlerin, sondern auch eine wichtige Theoretikerin und Filmemacherin. Sie lehrte an verschiedenen Universitäten und Kunsthochschulen, darunter die Hochschule für bildende Künste Hamburg und die Kunsthochschule für Medien Köln. Ihre Filme, wie „Unsichtbare Gegner“ (1977) und „Die Praxis der Liebe“ (1985), setzten sich mit gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinander und experimentierten mit neuen filmischen Formen. Ihr Werk hat zahlreiche Künstlerinnen und Künstler beeinflusst und zur Entwicklung der Medienkunst und Performancekunst beigetragen. (Lesen Sie auch: Udo Lindenberg: ARD ändert Programm zum 80.…)
Was bedeutet Valie Exports Tod für die Kunstwelt?
Der Tod von Valie Export hinterlässt eine Lücke in der Kunstwelt. Ihr Werk wird jedoch weiterleben und zukünftige Generationen von Künstlern inspirieren. Ihre kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen und die Rolle der Frau in der Gesellschaft ist heute aktueller denn je. Ihr Vermächtnis besteht in der Ermutigung, Konventionen zu hinterfragen und neue Wege der künstlerischen Auseinandersetzung zu suchen. Die Stadt Wien hat ihr für ihr Lebenswerk die höchste Auszeichnung verliehen.

Häufig gestellte Fragen zu valie export
Häufig gestellte Fragen zu valie export
Wann und wo wurde Valie Export geboren?
Valie Export wurde am 17. Mai 1940 in Linz, Österreich, geboren. Sie kam als Waltraud Lehner zur Welt und wählte später den Künstlernamen Valie Export, unter dem sie international bekannt wurde. Ihr Geburtsname geriet dadurch in den Hintergrund. (Lesen Sie auch: Forza Horizon 6: Das Open-World-Rennspiel erobert Japan)
Welche Themen behandelte Valie Export in ihren Werken?
Valie Export setzte sich in ihren Werken kritisch mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Normierung des weiblichen Körpers auseinander. Sie thematisierte Tabus, gesellschaftlich verdrängte Inhalte und die Rolle der Frau in den Medien und der Gesellschaft. Ihre Arbeiten waren oft provokativ und feministisch geprägt.
Was sind einige ihrer bekanntesten Werke von Valie Export?
Zu ihren bekanntesten Werken zählen die „Tapp- und Tastkino“-Performance, bei der Passanten in einen Kasten vor ihrer Brust greifen konnten, sowie die Fotografie „Genitalpanik“, die sie mit geöffneter Hose und einem Maschinengewehr zeigt. Diese Arbeiten gelten als Ikonen der feministischen Kunst.
In welchen Bereichen war Valie Export künstlerisch tätig?
Valie Export war in verschiedenen künstlerischen Bereichen tätig, darunter Medienkunst, Performancekunst, experimenteller Film und feministische Theorie. Sie experimentierte mit neuen Formen der künstlerischen Auseinandersetzung und setzte sich kritisch mit gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinander.
Wo lehrte Valie Export im Laufe ihrer Karriere?
Valie Export lehrte an verschiedenen Universitäten und Kunsthochschulen, darunter die Hochschule für bildende Künste Hamburg und die Kunsthochschule für Medien Köln. Sie gab ihr Wissen und ihre Erfahrungen an junge Künstlerinnen und Künstler weiter und prägte eine neue Generation von Medienschaffenden.


