Rufnummernmissbrauch umfasst betrügerische Anrufe, SMS oder Chatnachrichten, die darauf abzielen, Empfänger zu täuschen und zu schädigen. Diese Maschen reichen von gefälschten Gewinnspielen und Phishing-Versuchen bis hin zu dem bekannten Enkeltrick, bei dem sich Betrüger als Verwandte in Not ausgeben. Ziel ist es, an persönliche Daten oder Geld zu gelangen.

Zusammenfassung
- Die Bundesnetzagentur verzeichnete im vergangenen Jahr 85.158 Beschwerden über Rufnummernmissbrauch.
- SMS-Betrug, Chatnachrichten und betrügerische Anrufe sind die häufigsten Methoden.
- Die Behörde schaltete rund 6.200 Rufnummern ab und verhängte Zahlungsverbote für über 2.000 Rufnummern.
- Der Enkeltrick ist zwar rückläufig, aber weiterhin eine Gefahr.
Rückgang der Beschwerden über Rufnummernmissbrauch
Die Bundesnetzagentur in Bonn meldete für das vergangene Jahr 85.158 Beschwerden über Rufnummernmissbrauch. Im Vergleich zum Vorjahr 2023, als 154.624 Beschwerden eingingen, bedeutet dies einen deutlichen Rückgang. Einen konkreten Grund für diesen Rückgang nannte die Aufsichtsbehörde bislang nicht. Die hohe Zahl im Jahr 2023 stellte einen Rekordwert dar.
Trotz des Rückgangs bleibt das Problem des Rufnummernmissbrauchs weiterhin relevant. Betrügerische Aktivitäten erstrecken sich über verschiedene Kommunikationskanäle, darunter SMS, Chatnachrichten und Anrufe. Die Methoden sind vielfältig und zielen darauf ab, die Empfänger zu täuschen und finanziell zu schädigen.
Welche Formen von Rufnummernmissbrauch sind am häufigsten?
Die häufigsten Formen von Rufnummernmissbrauch umfassen SMS-Betrug, betrügerische Chatnachrichten und Anrufe. Bei SMS-Betrug erhalten die Opfer beispielsweise Nachrichten über angebliche Zollgebühren für ein Paket. Betrügerische Chatnachrichten dienen oft dazu, persönliche Daten abzufischen oder die Opfer zu einer Geldüberweisung zu bewegen. Bei Anrufen werden die Opfer häufig mit falschen Gewinnversprechen oder dringenden Geldforderungen konfrontiert.
Seien Sie misstrauisch bei unerwarteten Nachrichten oder Anrufen, die dringende Handlungen oder die Preisgabe persönlicher Daten fordern. Überprüfen Sie die Absenderinformationen und kontaktieren Sie im Zweifelsfall die genannten Unternehmen oder Behörden direkt. (Lesen Sie auch: Freeski Slopestyle: Gremaud und Tanno im Finale…)
Maßnahmen der Bundesnetzagentur gegen Rufnummernmissbrauch
Die Bundesnetzagentur geht aktiv gegen Rufnummernmissbrauch vor. Im vergangenen Jahr schaltete die Behörde rund 6.200 Rufnummern ab, die für betrügerische Aktivitäten genutzt wurden. Zudem wurden für gut 2.000 Rufnummern Verbote verhängt, um die unrechtmäßige Einforderung von Zahlungen zu unterbinden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Verbraucher vor finanziellen Schäden zu schützen und die Betrüger zu stoppen.
Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, betonte die Wichtigkeit der Verbraucherhinweise für die Verfolgung und Bekämpfung von Rufnummernmissbrauch. „Wir schützen Verbraucherinnen und Verbraucher wirksam vor Rufnummernmissbrauch“, so Müller. Die Behörde ist auf die Mithilfe der Bürger angewiesen, um betrügerische Aktivitäten aufzudecken und zu verfolgen.
Stern berichtet, dass die Behörde kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Maßnahmen arbeitet, um den Schutz der Verbraucher zu erhöhen.
Der Enkeltrick: Eine weiterhin bestehende Gefahr
Obwohl der sogenannte Enkeltrick in den letzten Jahren rückläufig ist, stellt er weiterhin eine Gefahr dar. Bei dieser Betrugsmasche nehmen Kriminelle per SMS oder Chatnachricht Kontakt zu ihren Opfern auf und geben sich als Familienmitglieder aus, die dringend Geld benötigen. Manchmal werden auch nur persönliche Daten abgefragt, die später für andere Betrugsarten missbraucht werden können.
Die Betrüger nutzen oft die emotionale Verbundenheit und Hilfsbereitschaft der Opfer aus, um sie zur Überweisung von Geld zu bewegen. Dabei werden häufig dringende Notlagen vorgetäuscht, um den Druck auf die Opfer zu erhöhen. Es ist daher wichtig, stets wachsam zu sein und sich bei vermeintlichen Familienmitgliedern, die um Geld bitten, zu vergewissern, dass es sich tatsächlich um die Person handelt, die sie vorgeben zu sein.
Sprechen Sie mit Ihren älteren Familienmitgliedern über die Gefahren des Enkeltricks und sensibilisieren Sie sie für diese Betrugsmasche. Vereinbaren Sie ein Kennwort, das im Notfall abgefragt werden kann, um die Identität des Anrufers zu überprüfen. (Lesen Sie auch: Moltbook KI: Wie Gefährlich ist das Soziale…)
Technische Schutzmaßnahmen der Netzbetreiber
Netzbetreiber haben Warnsysteme installiert, um Verbraucher vor Rufnummernmissbrauch zu schützen. Diese Systeme erkennen verdächtige Anrufe oder SMS und warnen die Nutzer entsprechend. Einige Anbieter bieten auch die Möglichkeit, Rufnummern zu sperren oder Anrufe von unbekannten Nummern zu blockieren. Diese technischen Maßnahmen können dazu beitragen, das Risiko von Betrugsversuchen zu verringern.
Trotz dieser Schutzmaßnahmen ist es wichtig, dass Verbraucher selbst aufmerksam sind und verdächtige Anrufe oder Nachrichten melden. Die Meldung von Rufnummernmissbrauch bei der Bundesnetzagentur hilft der Behörde, die Täter zu identifizieren und zu verfolgen. Informationen zur Meldung von Rufnummernmissbrauch finden sich auf der Webseite der Bundesnetzagentur.
Zusätzlich zu den Warnsystemen der Netzbetreiber gibt es auch Apps und Software, die Anrufe von unbekannten oder verdächtigen Nummern erkennen und blockieren können. Diese Anwendungen greifen auf Datenbanken mit bekannten Betrugsnummern zurück und warnen die Nutzer vor potenziellen Gefahren. Die Verbraucherzentrale bietet hierzu nützliche Informationen und Tipps.
Weitere Beschwerdegründe bei der Bundesnetzagentur
Neben Rufnummernmissbrauch gingen bei der Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr auch zahlreiche Beschwerden über automatische Bandansagen, teure Warteschleifen, Router-Hacking und Fake-Hotlines ein. Diese Probleme stellen ebenfalls eine Belästigung für Verbraucher dar und können zu finanziellen Schäden führen. Die Behörde geht auch gegen diese Praktiken vor und versucht, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Router-Hacking, bei dem Kriminelle unbefugt auf Router zugreifen, kann beispielsweise dazu genutzt werden, den Internetverkehr der Nutzer auszuspionieren oder Schadsoftware zu verbreiten. Fake-Hotlines, die sich als offizielle Kundendienste ausgeben, zielen darauf ab, persönliche Daten oder Bankinformationen der Anrufer abzufischen. Es ist daher wichtig, stets vorsichtig zu sein und sich vor solchen Betrugsversuchen zu schützen. (Lesen Sie auch: Gadget: Warum ein LED-Sternenhimmel mehr als ein…)
| Fakt | Details |
|---|---|
| Beschwerden 2024 | 85.158 |
| Beschwerden 2023 | 154.624 |
| Abgeschaltete Rufnummern | ca. 6.200 |
| Zahlungsverbote | über 2.000 Rufnummern |
Häufig gestellte Fragen
Was genau versteht man unter Rufnummernmissbrauch?
Rufnummernmissbrauch bezeichnet die betrügerische Verwendung von Telefonnummern, um Anrufer oder Empfänger von Nachrichten zu täuschen und zu schädigen. Dies kann in Form von unerlaubter Werbung, Phishing-Versuchen oder dem Ausspähen persönlicher Daten geschehen.
Wie kann ich mich vor betrügerischen Anrufen schützen?
Seien Sie misstrauisch bei unbekannten Nummern, geben Sie keine persönlichen Daten preis und installieren Sie eine Anrufschutz-App. Melden Sie verdächtige Anrufe der Bundesnetzagentur, um zur Aufklärung beizutragen und andere zu schützen.
Was kann ich tun, wenn ich Opfer von Rufnummernmissbrauch geworden bin?
Sichern Sie alle Beweise (SMS, Chatprotokolle, Anruflisten) und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Informieren Sie Ihre Bank, falls Bankdaten betroffen sind, und melden Sie den Vorfall der Bundesnetzagentur. (Lesen Sie auch: Soziale Medien: Macht Tiktok süchtig? EU-Kommission droht…)
Welche Rolle spielt die Bundesnetzagentur bei der Bekämpfung von Rufnummernmissbrauch?
Die Bundesnetzagentur ist zuständig für die Regulierung des Telekommunikationsmarktes und geht gegen Rufnummernmissbrauch vor. Sie nimmt Beschwerden entgegen, schaltet betrügerische Rufnummern ab und verhängt Sanktionen gegen die Täter.
Sind ältere Menschen besonders gefährdet, Opfer von Rufnummernmissbrauch zu werden?
Ja, ältere Menschen sind oft besonders gefährdet, da sie möglicherweise weniger technikaffin sind und leichter auf Betrugsmaschen hereinfallen. Der Enkeltrick ist ein Beispiel für eine Betrugsform, die speziell auf ältere Menschen abzielt.
Obwohl die Beschwerden über Rufnummernmissbrauch im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind, bleibt das Problem weiterhin bestehen. Die Bundesnetzagentur setzt sich aktiv für den Schutz der Verbraucher ein und geht gegen betrügerische Aktivitäten vor. Es ist jedoch wichtig, dass auch die Verbraucher selbst wachsam sind und verdächtige Anrufe oder Nachrichten melden, um zur Bekämpfung des Rufnummernmissbrauchs beizutragen. Die stetige Weiterentwicklung der Betrugsmethoden erfordert eine kontinuierliche Anpassung der Schutzmaßnahmen und eine Sensibilisierung der Bevölkerung. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bietet hierzu weiterführende Informationen.






