Cybermobbing Kinder sind einem wachsenden Risiko ausgesetzt. Um Kinder und Jugendliche besser vor Online-Mobbing zu schützen, plant die EU-Kommission eine europaweite Initiative. Im Fokus steht eine App nach französischem Vorbild, die es Betroffenen erleichtern soll, Vorfälle zu melden und Hilfe zu finden. Auch aktualisierte Leitlinien für Lehrkräfte sind geplant, um Cybermobbing im Schulalltag besser zu begegnen.

Familien-Tipp
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über Cybermobbing.
- Installieren Sie gemeinsam eine App zur Meldung von Vorfällen.
- Setzen Sie klare Regeln für die Nutzung von Online-Plattformen.
- Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, ein starkes Selbstbewusstsein aufzubauen.
Cybermobbing Kinder: Was können Eltern tun?
Cybermobbing Kinder sind oft hilflos ausgeliefert. Eltern können eine entscheidende Rolle spielen, indem sie ein offenes Ohr für ihre Kinder haben und ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind. Es ist wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, in der sich Kinder trauen, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Konkret bedeutet das: Regelmäßige Gespräche über die Online-Aktivitäten des Kindes, das Erklären von Risiken und das gemeinsame Festlegen von Regeln für die Nutzung von sozialen Medien und anderen Online-Plattformen. Ein Beispiel: Lisa (12) wird in einer WhatsApp-Gruppe gehänselt. Sie traut sich, ihrer Mutter davon zu erzählen, weil diese ihr immer wieder signalisiert hat, dass sie bei Problemen helfen wird. Gemeinsam suchen sie nach einer Lösung und melden den Vorfall dem Gruppenadministrator.
Was ist Cybermobbing überhaupt?
Cybermobbing ist Mobbing, das über elektronische Medien wie Smartphones, Tablets oder Computer stattfindet. Es umfasst das Versenden, Posten oder Teilen von negativen, schädlichen, falschen oder gemeinen Inhalten über eine andere Person. Dies kann in sozialen Medien, Chat-Apps, Online-Spielen oder per E-Mail geschehen. Ziel ist es, die betroffene Person zu demütigen, zu belästigen oder auszugrenzen. Cybermobbing Kinder sind besonders gefährdet, da sie oft noch nicht über die nötigen Kompetenzen verfügen, um mit solchen Situationen umzugehen.
Die EU-Kommission plant eine App gegen Cybermobbing
Die EU-Kommission plant, eine App nach dem Vorbild der französischen App „3018“ in allen Mitgliedsstaaten einzuführen. Diese App soll es Kindern und Jugendlichen erleichtern, Cybermobbing-Vorfälle zu melden, Beweise zu sichern und Hilfsangebote zu finden. Die App soll an die nationalen Gegebenheiten angepasst und auf großen Online-Plattformen verfügbar sein. „Es muss einfacher sein, zu melden, als Menschen online zu mobben“, sagte der für Kinder und Jugend zuständige EU-Kommissar Glenn Micallef. Die App soll es den Opfern ermöglichen, Screenshots von beleidigenden Nachrichten oder Posts zu machen und diese direkt an Beratungsstellen oder die Polizei weiterzuleiten. Außerdem soll die App Informationen und Tipps zum Umgang mit Cybermobbing bieten. Wie Stern berichtet, soll die App auch dazu beitragen, das Bewusstsein für Cybermobbing zu schärfen und präventive Maßnahmen zu fördern. (Lesen Sie auch: Nordrhein-Westfalen: 12-Jähriger soll 14-Jährigen in Dormagen getötet…)
Künstliche Intelligenz (KI) als neue Gefahr
Ein wachsendes Problem ist die Rolle von Künstlicher Intelligenz beim Cybermobbing. KI ermöglicht neue Formen der Belästigung, wie zum Beispiel sexualisierte Deepfakes von Mädchen und Frauen. Deepfakes sind mithilfe von KI erstellte Videos, Bilder oder Audiodateien, die täuschend echt wirken, aber gefälscht sind. Das europäische KI-Gesetz soll im dritten Quartal 2026 solche Praktiken gezielter verbieten. Die EU-Kommission will zudem verstärkt auf Prävention setzen. Noch in diesem Jahr plant sie etwa aktualisierte Leitlinien für Lehrkräfte vorzulegen, die Cybermobbing explizit in die Medienbildung einbeziehen. Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche lernen, wie sie Deepfakes erkennen und sich davor schützen können. Auch Eltern sollten sich über die Gefahren von KI-basiertem Cybermobbing informieren und ihre Kinder entsprechend aufklären.
Die EU-Kommission plant, die Regeln des Digital Services Act (DSA) zu überarbeiten, um Opfer von Online-Mobbing besser zu schützen. Der DSA verpflichtet Plattformen zur sicheren Gestaltung ihrer Dienste für Minderjährige.
Was ist der Digital Services Act (DSA)?
Der Digital Services Act (DSA) ist ein Gesetz der Europäischen Union, das darauf abzielt, illegale Inhalte und schädliche Online-Aktivitäten zu bekämpfen. Es verpflichtet Online-Plattformen, wie soziale Medien und Online-Marktplätze, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit ihrer Nutzer zu gewährleisten. Dazu gehört unter anderem die Entfernung illegaler Inhalte, die Bekämpfung von Desinformation und der Schutz von Minderjährigen. Der DSA soll auch die Transparenz von Online-Plattformen erhöhen und den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten geben. Die EU-Kommission will die Regeln des DSA noch im laufenden Jahr überarbeiten, um Opfer von Online-Mobbing besser zu schützen. Mehr Informationen zum Digital Services Act finden Sie auf der Webseite der Europäischen Kommission.
Präventionsmaßnahmen in Schulen und Familien
Um Cybermobbing wirksam zu bekämpfen, sind umfassende Präventionsmaßnahmen erforderlich. Schulen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sollten Medienkompetenzkurse anbieten, in denen Kinder und Jugendliche lernen, wie sie sich sicher im Internet bewegen und wie sie Cybermobbing erkennen und verhindern können. Auch Eltern können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie offen mit ihren Kindern über die Risiken des Internets sprechen und ihnen zeigen, wie sie sich im Falle eines Cybermobbing-Vorfalls Hilfe suchen können. Ein offener Dialog und klare Regeln für die Nutzung von Online-Plattformen sind entscheidend. Ein Beispiel: Die Volksschule XY in Wien führt regelmäßig Workshops zum Thema Cybermobbing durch. Dabei werden den Schülern nicht nur die Gefahren des Internets aufgezeigt, sondern auch Strategien zum Umgang mit Cybermobbing vermittelt. Die Eltern werden in Elternabenden über die Inhalte der Workshops informiert und erhalten Tipps, wie sie ihre Kinder zu Hause unterstützen können. (Lesen Sie auch: Jugendschutz: Social-Media-Verbot für Jugendliche Thema bei CDU-Parteitag)
Cybermobbing: An wen können sich Betroffene wenden?
Opfer von Cybermobbing sind nicht allein. Es gibt zahlreiche Anlaufstellen, an die sie sich wenden können, um Hilfe und Unterstützung zu erhalten. In Österreich bieten beispielsweise die „Rat auf Draht“ und die Kinder- und Jugendanwaltschaften kostenlose Beratung und Unterstützung an. Auch Schulen und Jugendzentren sind wichtige Anlaufstellen. Es ist wichtig, dass Betroffene wissen, dass sie nicht schweigen müssen und dass es Menschen gibt, die ihnen helfen können. Eltern und Lehrer sollten Kindern und Jugendlichen Mut machen, sich bei Cybermobbing-Vorfällen zu melden und ihnen versichern, dass sie Unterstützung erhalten werden. Die neue App der EU-Kommission soll es Betroffenen zusätzlich erleichtern, Hilfe zu finden und Vorfälle zu melden.
Häufig gestellte Fragen
Was kann ich tun, wenn mein Kind von Cybermobbing betroffen ist?
Sprechen Sie mit Ihrem Kind, zeigen Sie Verständnis und bieten Sie Unterstützung an. Sichern Sie Beweise, melden Sie den Vorfall bei der Schule oder der Polizei und suchen Sie professionelle Hilfe bei Beratungsstellen. (Lesen Sie auch: Angriff Zugbegleiter: Täter Fiel schon vor der…)
Wie kann ich mein Kind vor Cybermobbing schützen?
Sprechen Sie offen über die Risiken des Internets, legen Sie klare Regeln für die Nutzung von Online-Plattformen fest, fördern Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes und installieren Sie eine App zur Meldung von Vorfällen.
Welche Rolle spielen Schulen bei der Prävention von Cybermobbing?
Schulen sollten Medienkompetenzkurse anbieten, in denen Kinder und Jugendliche lernen, wie sie sich sicher im Internet bewegen und wie sie Cybermobbing erkennen und verhindern können. Auch Lehrer sollten im Umgang mit Cybermobbing geschult werden.
Was ist der Digital Services Act (DSA) und wie schützt er Kinder vor Cybermobbing?
Der DSA ist ein Gesetz der Europäischen Union, das Online-Plattformen verpflichtet, Maßnahmen zum Schutz von Nutzern, insbesondere Minderjährigen, zu ergreifen. Dazu gehört die Entfernung illegaler Inhalte und die Bekämpfung von Desinformation.
Wie kann ich Deepfakes erkennen und mich davor schützen?
Achten Sie auf Ungereimtheiten in Videos oder Bildern, wie zum Beispiel unnatürliche Bewegungen oder fehlende Schatten. Seien Sie skeptisch gegenüber Inhalten, die zu schön sind, um wahr zu sein, und informieren Sie sich über die Technologie hinter Deepfakes. (Lesen Sie auch: Wetter Karneval: Wetterwarnung trübt Karnevalsstimmung)
Cybermobbing Kinder ist eine ernstzunehmende Bedrohung, die nur durch gemeinsames Handeln von Eltern, Schulen, Politik und Online-Plattformen wirksam bekämpft werden kann. Die Initiative der EU-Kommission ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber es bedarf weiterer Anstrengungen, um Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Internets zu schützen. Ein konkreter Tipp für Familien: Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit für ein offenes Gespräch über die Online-Erlebnisse Ihrer Kinder und zeigen Sie ihnen, dass Sie für sie da sind.







