Gewalt gegen Kinder: Schockierende Studie enthüllt Ausmaß



Schockierende Studie: Gewalt gegen Kinder in Deutschland weit verbreitet

Die Ergebnisse sind alarmierend: Fast jeder zweite Mensch in Deutschland hat in seiner Kindheit oder Jugend körperliche Gewalt erfahren. Eine neue, von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie enthüllt erschreckende Zahlen zum Thema Gewalt Gegen Kinder und Gewalt in Familien, die weit über das hinausgehen, was bisher bekannt war. Viele Betroffene schweigen aus Angst, Scham oder weil sie den Partner nicht verlieren wollen.

Symbolbild zum Thema Gewalt Gegen Kinder
Symbolbild: Gewalt Gegen Kinder (Bild: Pexels)
Steckbrief: Dunkelfeldstudie zu Gewalt gegen Kinder
StudienzeitraumJuli 2023 – Januar 2025
Anzahl der Befragten15.479
Altersspanne der Befragten16 – 85 Jahre
TrägerBundesregierung (Auftraggeber)
FokusKörperliche und sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend
ZielErfassung des Dunkelfelds (nicht angezeigte Delikte)
Wichtige ErkenntnisHoher Anteil Betroffener, geringe Anzeigequote

Wie verbreitet ist Gewalt gegen Kinder in Deutschland wirklich?

Die Dunkelfeldstudie, über die Stern berichtet, offenbart eine beunruhigende Realität. Demnach gaben 49,3 Prozent der befragten Frauen an, als Minderjährige mindestens einmal geschlagen oder körperlich verletzt worden zu sein. Bei den Männern lag dieser Anteil sogar noch höher, nämlich bei 51,7 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass körperliche Gewalt gegen Kinder in Deutschland ein weit verbreitetes Problem ist, das alle gesellschaftlichen Schichten betrifft.

Noch gravierender sind die Zahlen zu sexuellen Übergriffen. Hier zeigt die Studie, dass deutlich mehr Frauen (fünf Prozent) in ihrer Kindheit und Jugend Opfer sexueller Gewalt wurden als Männer (1,9 Prozent). Obwohl die Anzeigequote bei sexuellen Übergriffen generell sehr niedrig ist, verdeutlichen diese Zahlen das Ausmaß des Leids, das vielen Kindern in Deutschland widerfährt.

Kurzprofil

  • Jeder zweite Mensch in Deutschland erfuhr als Kind körperliche Gewalt.
  • Frauen sind häufiger Opfer sexueller Übergriffe als Männer.
  • Die Anzeigequote bei sexuellen Übergriffen ist extrem niedrig.
  • Schläge in der Kindheit sind in Deutschland gesetzlich verboten.
  • Dunkelfeldstudien decken Kriminalität auf, die der Polizei nicht bekannt ist.

Das Dunkelfeld der Gewalt: Warum so viele Fälle unentdeckt bleiben

Ein zentrales Ziel der von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Studie war es, das sogenannte Dunkelfeld der Kriminalität zu erhellen. Das bedeutet, dass die Forscherinnen und Forscher versuchten, das tatsächliche Ausmaß von Gewalt gegen Kinder zu erfassen, auch wenn die Taten nicht zur Anzeige gebracht werden. Denn viele Betroffene schweigen aus Scham, Angst oder Misstrauen gegenüber den Behörden.

Die Gründe für das Schweigen sind vielfältig. Viele Kinder und Jugendliche schämen sich für das, was ihnen widerfahren ist, und haben Angst, von anderen verurteilt oder ausgegrenzt zu werden. Andere befürchten, dass ihre Familie zerbricht, wenn sie die Wahrheit ans Licht bringen. Und wieder andere haben kein Vertrauen in die Polizei oder andere Institutionen und glauben nicht, dass ihnen geholfen werden kann. (Lesen Sie auch: Dunkelfeldstudie Gewalt: Was Dobrindt & Prien Verschwiegen)

Die Dunkelfeldstudie zeigt, dass Frauen zwar deutlich häufiger Opfer sexueller Übergriffe werden, diese jedoch seltener zur Anzeige bringen als Männer. Die Anzeigequote weiblicher Opfer liegt bei diesen Taten, zu denen Vergewaltigungen und andere nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen zählen, demnach bei lediglich drei Prozent. Männliche Opfer zeigen entsprechende Übergriffe laut Studie in 14,5 Prozent der Fälle an. Allerdings weisen die Forscherinnen und Forscher darauf hin, dass die Anzeigequote der Männer aufgrund der niedrigen Zahl von Fällen mit Messungenauigkeit verbunden sei.

📌 Hintergrund

Eine Dunkelfeldstudie ist eine wissenschaftliche Untersuchung, die darauf abzielt, das Ausmaß von Kriminalität zu erfassen, die nicht in der offiziellen Kriminalstatistik erfasst wird. Dies geschieht in der Regel durch Befragungen von Bürgerinnen und Bürgern, die nach ihren Erfahrungen mit Straftaten gefragt werden.

Gesetzlicher Schutz von Kindern: Was sagt das deutsche Recht?

Schläge in der Kindheit sind in Deutschland ausdrücklich verboten. Im entsprechenden Paragrafen des Bürgerlichen Gesetzbuches heißt es wörtlich: „Das Kind hat ein Recht auf Pflege und Erziehung unter Ausschluss von Gewalt, körperlichen Bestrafungen, seelischen Verletzungen und anderen entwürdigenden Maßnahmen.“ Dieser Paragraf stellt klar, dass Kinder ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung haben und dass Eltern und andere Erziehungsberechtigte verpflichtet sind, dieses Recht zu achten.

Trotz dieses klaren Verbots ist körperliche Gewalt gegen Kinder in Deutschland immer nochRealität. Die Dunkelfeldstudie zeigt, dass viele Eltern immer noch glauben, dass Schläge ein legitimes Erziehungsmittel sind. Dies ist jedoch ein Irrglaube, der schwerwiegende Folgen für die Entwicklung und das Wohlbefinden von Kindern haben kann.

Es ist wichtig zu betonen, dass Gewalt gegen Kinder niemals akzeptabel ist. Sie kann zu körperlichen und seelischen Schäden führen, die ein Leben lang anhalten können. Kinder, die Gewalt erfahren haben, haben ein höheres Risiko, psychische Probleme zu entwickeln, Suchtkrankheiten zu entwickeln oder selbst gewalttätig zu werden. Der Kinderschutzbund setzt sich aktiv für den Schutz von Kindern vor Gewalt ein. (Lesen Sie auch: Getöteter Zugbegleiter: Zugbegleiter durch Faustschläge gegen Kopf…)

Sexuelle Übergriffe auf Männer: Ein Tabuthema wird sichtbar

Die Dunkelfeldstudie wirft auch ein Licht auf ein Thema, das oft tabuisiert wird: sexuelle Übergriffe auf Männer. Obwohl Frauen deutlich häufiger Opfer sexueller Gewalt werden, zeigt die Studie, dass auch Männer betroffen sind. Demnach gaben 1,9 Prozent der befragten Männer an, in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Übergriffe erlebt zu haben.

Männliche Opfer sexueller Gewalt haben oft noch größere Schwierigkeiten, sich jemandem anzuvertrauen, als weibliche Opfer. Sie befürchten, nicht ernst genommen oder gar verspottet zu werden. Dies führt dazu, dass viele männliche Opfer schweigen und mit ihren traumatischen Erfahrungen allein bleiben.

Es ist wichtig, das Schweigen zu brechen und männlichen Opfern sexueller Gewalt zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Es gibt Beratungsstellen und Hilfsangebote, die speziell auf die Bedürfnisse von männlichen Opfern zugeschnitten sind. Eine davon ist beispielsweise das Männerhilfetelefon.

Vorname Nachname privat: Was ist aktuell über sie bekannt?

Die Dunkelfeldstudie zu Gewalt gegen Kinder hat eine wichtige Debatte über die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen und Hilfsangeboten angestoßen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Kinder und Jugendliche über ihre Rechte aufgeklärt werden und wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie Gewalt erfahren. Gleichzeitig müssen Eltern und andere Erziehungsberechtigte für das Thema Gewalt gegen Kinder sensibilisiert werden und lernen, wie sie eine gewaltfreie Erziehung gestalten können.

Die Studie hat gezeigt, dass Gewalt gegen Kinder in allen gesellschaftlichen Schichten vorkommt. Es ist daher wichtig, dass Hilfsangebote für alle zugänglich sind, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft oder ihrem Einkommen. Nur so kann es gelingen, das Dunkelfeld der Gewalt zu erhellen und Kinder vor Leid und Missbrauch zu schützen. (Lesen Sie auch: Newsblog zum Block-Prozess: Chef-Entführer behauptet: Christina Block…)

Detailansicht: Gewalt Gegen Kinder
Symbolbild: Gewalt Gegen Kinder (Bild: Pexels)

Ein wichtiger Schritt zur Prävention von Gewalt gegen Kinder ist die Stärkung der Familien. Eltern, die selbst unter Stress stehen oder psychische Probleme haben, sind eher geneigt, ihre Kinder zu misshandeln. Daher ist es wichtig, Familien frühzeitig zu unterstützen und ihnen Zugang zu Beratungs- und Therapieangeboten zu ermöglichen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viele Kinder sind in Deutschland von Gewalt betroffen?

Laut einer aktuellen Studie hat fast jeder zweite Mensch in Deutschland in seiner Kindheit oder Jugend körperliche Gewalt erfahren. Frauen sind zudem häufiger Opfer sexueller Übergriffe als Männer.

Welche Formen von Gewalt gegen Kinder gibt es?

Gewalt Gegen Kinder kann verschiedene Formen annehmen, darunter körperliche Gewalt (Schlagen, Treten), sexuelle Gewalt (sexuelle Übergriffe, Vergewaltigung), psychische Gewalt (Beschimpfungen, Drohungen) und Vernachlässigung (mangelnde Versorgung). (Lesen Sie auch: Marius Høiby Anklage: Erneute Festnahme vor Gericht)

Was können Betroffene tun, wenn sie Gewalt erfahren haben?

Betroffene von Gewalt können sich an verschiedene Beratungsstellen und Hilfsorganisationen wenden. Diese bieten Unterstützung, Beratung und Therapie an. Es ist wichtig, sich nicht zu schämen und sich Hilfe zu suchen.

Was können Eltern tun, um ihre Kinder vor Gewalt zu schützen?

Eltern können ihre Kinder schützen, indem sie eine gewaltfreie Erziehung praktizieren, aufmerksam auf Anzeichen von Gewalt achten und ihren Kindern vermitteln, dass sie sich jederzeit an sie wenden können, wenn sie Hilfe benötigen.

Wie kann die Gesellschaft Gewalt gegen Kinder verhindern?

Die Gesellschaft kann Gewalt gegen Kinder verhindern, indem sie das Thema enttabuisiert, Hilfsangebote ausbaut, Präventionsmaßnahmen fördert und ein Klima schafft, in dem Gewalt gegen Kinder nicht toleriert wird. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet Informationen und Unterstützung zum Thema Kinderschutz.

Die Dunkelfeldstudie ist ein wichtiger Schritt, um das Ausmaß von Gewalt Gegen Kinder in Deutschland zu erkennen und wirksame Maßnahmen zur Prävention und zum Schutz von Kindern zu entwickeln. Es ist an uns allen, dazu beizutragen, dass Kinder in einer sicheren und gewaltfreien Umgebung aufwachsen können.

Illustration zu Gewalt Gegen Kinder
Symbolbild: Gewalt Gegen Kinder (Bild: Pexels)

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