Polarlichter Baden-Württemberg: Nordlichter leuchten über BW

📖 Lesezeit: 6 Minuten | Stand: 20. Januar 2026

🌌 Kurz & Knapp: Polarlichter Baden-Württemberg – spektakuläres Himmelsspektakel am Montagabend! Ein starker Sonnensturm (G4-Stufe) hat den Nachthimmel über dem Südwesten in Grün und Rot erstrahlen lassen. Besonders gut sichtbar waren die Nordlichter im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und im Raum Stuttgart. Rund 200 Sichtungen wurden allein in Baden-Württemberg gemeldet. Die Chancen auf weitere Polarlichter in der Nacht zu Mittwoch sind gering – aber nicht ausgeschlossen.

Polarlichter Baden-Württemberg – was sonst nur im hohen Norden zu sehen ist, verzauberte am späten Montagabend (19. Januar 2026) den Himmel über dem Südwesten. Grüne und rote Farbtöne tauchten Teile Baden-Württembergs in ein spektakuläres Farbenspiel. Ein Ereignis, das selbst Experten begeisterte.

⚡ Das Wichtigste in Kürze:

  • Wann: Montagabend, 19. Januar 2026, ca. 22:00–23:15 Uhr
  • Ursache: Starker Sonnensturm (G4-Stufe), Kp-Index bis 8,0
  • Farben: Grün und Rot, teilweise sehr intensiv
  • Sichtbarkeit: Bis in die Alpen sichtbar
  • Meldungen: Rund 200 allein in Baden-Württemberg
  • Beste Orte: Schwarzwald, Schwäbische Alb, Raum Stuttgart, Freiburg, Hohenlohe

Spektakuläre Polarlichter über Baden-Württemberg

„Man hatte so Erscheinungen, wo es teilweise sehr, sehr hell war“, beschreibt Carolin Liefke das Naturschauspiel. Die stellvertretende Leiterin am Haus der Astronomie in Heidelberg war beeindruckt: „Man hat sehr intensive Farben gesehen, das war sehr eindrucksvoll.“

An manchen Orten waren die Lichter nur für Sekunden zu sehen – dafür umso intensiver. Auf dem Schauinsland bei Freiburg leuchtete der Himmel besonders bunt. Auch im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und im Raum Stuttgart konnten Beobachter das Spektakel verfolgen.

💬 DWD-Meteorologe Kai-Uwe Nerding: „Es gibt nicht tagtäglich Polarlichter in Deutschland. In dieser Ausprägung war es ein seltenes Ereignis. Es war bis in die Alpen sichtbar.“

Spektakuläre Polarlichter über Baden-Württemberg

Wo waren die Polarlichter am besten sichtbar?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Regionen mit den besten Sichtbedingungen dokumentiert:

RegionSichtbarkeitBesonderheit
Schauinsland/FreiburgSehr gut (über 500m)Besonders bunt
SchwarzwaldSehr gutDunkle Lagen ideal
Schwäbische AlbGut bis sehr gutFreie Sicht nach Norden
Raum StuttgartGutTrotz Lichtverschmutzung
HohenloheGutLändliche Dunkelheit
AlpenrandSichtbarBis in die Berge

Zwischen 22:00 Uhr und etwa 23:15 Uhr meldeten zahlreiche Nutzer über die DWD-Warnwetter-App Polarlichter. „Das war die Zeit, wo es deutschlandweit gut zu sehen war, bis auf die Regionen, die durch Nebel getrübt waren“, erklärte Meteorologe Nerding. Allein für Baden-Württemberg gingen rund 200 Meldungen ein.

Ursache: Extremer Sonnensturm trifft Erde

Hinter dem Himmelsphänomen steckt ein außergewöhnlich starker Sonnensturm. Am 18. Januar 2026 um 18:00 UTC ereignete sich ein sogenannter X1.9-Flare – eine heftige Eruption auf der Sonne. Dabei wurde ein koronaler Massenauswurf (CME) ins All geschleudert, der direkt auf die Erde zielte.

„Die Eruption ist jetzt bei uns angekommen“, erklärte DWD-Meteorologe Markus Bayer. Das Besondere: Die geladenen Teilchen legten die Strecke zwischen Sonne und Erde in nur etwa 25 Stunden zurück – normalerweise dauert das mehrere Tage.

KennzahlWertBedeutung
Flare-KlasseX1.9Sehr starke Eruption
Geomagnetischer SturmG4 (von G5)Zweithöchste Stufe
Kp-IndexBis 8,0Polarlichter bis Alpen möglich
SonnenwindÜber 900 km/sExtrem schnell
Reisezeit zur ErdeCa. 25 StundenUngewöhnlich schnell

Wie entstehen Polarlichter?

Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen von der Sonne auf das Erdmagnetfeld treffen. Diese Teilchen werden in Richtung der Pole gelenkt und dringen in die oberen Schichten der Erdatmosphäre ein. Dort stoßen sie auf Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle und regen diese zum Leuchten an.

Die Farben hängen von der Art der Luftmoleküle ab: Sauerstoff erzeugt meist grüne und rote Töne, Stickstoff violette und blaue. Je stärker der Sonnensturm, desto weiter südlich sind die Polarlichter sichtbar. Bei einem Kp-Index von 8 können sie bis auf den 45. Breitengrad vordringen – also weit südlich von Baden-Württemberg.

🔬 Kp-Index erklärt:

  • Kp 0–3: Geringe Aktivität – Polarlichter nur in Skandinavien
  • Kp 5: Polarlichter bis Flensburg möglich
  • Kp 7: Polarlichter bis Frankfurt möglich
  • Kp 8: Polarlichter bis Alpen möglich
  • Kp 9: Polarlichter bis Madrid möglich (sehr selten)

Wie entstehen Polarlichter?

Polarlichter heute Nacht? Chancen für Mittwoch

Wer die Polarlichter am Montagabend verpasst hat, fragt sich: Gibt es eine zweite Chance? Die Experten sind vorsichtig optimistisch.

Für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch (21. Januar) sind die Chancen laut Carolin Liefke „eher bescheiden“. Die Prognosen deuten darauf hin, dass weitere Polarlichter am Dienstagnachmittag auftreten könnten – wenn es in Deutschland noch hell ist. „Da haben dann eher Leute in den USA, Kanada was von“, so Liefke.

Dennoch rät die Expertin: „Auf der Hut sein, schadet nicht. Einfach mal den Blick rauswerfen, wenn es klar ist.“ Es gebe immer wieder Überraschungen.

NachtErwarteter Kp-IndexChancen für BW
Mo→Di (19./20.1.)Bis 8,0Sehr gut ✅
Di→Mi (20./21.1.)Bis 6,0Gering, aber möglich
Mi→Do (21./22.1.)SinkendUnwahrscheinlich

Tipps für Polarlicht-Beobachter

Wer die nächste Chance auf Polarlichter nutzen möchte, sollte einige Punkte beachten:

  • Standort: Hohe Lagen oder Orte mit freier Sicht nach Norden wählen
  • Lichtverschmutzung meiden: Raus aus der Stadt, ländliche Gebiete bevorzugen
  • Wetter prüfen: Klarer Himmel ist Voraussetzung – Nebel trübt die Sicht
  • Kamera bereithalten: Oft sind Polarlichter fotografisch besser sichtbar als mit bloßem Auge
  • Geduld mitbringen: Die Lichter können plötzlich auftauchen und schnell wieder verschwinden
  • Vorhersage checken: polarlicht-vorhersage.de bietet Echtzeitdaten

📱 Tipp: Die DWD-Warnwetter-App ermöglicht es, Polarlicht-Sichtungen zu melden und von anderen Nutzern zu erfahren, wo gerade Nordlichter zu sehen sind.

Warum sind Polarlichter in Deutschland so selten?

Deutschland liegt zwischen dem 47. und 55. Breitengrad – weit entfernt von den Polarregionen, wo Nordlichter regelmäßig auftreten. Damit Polarlichter bis nach Baden-Württemberg vordringen, braucht es außergewöhnlich starke Sonnenstürme.

Der aktuelle Sonnenzyklus 25 nähert sich seinem Maximum, das für 2025/2026 erwartet wird. In dieser Phase sind starke Sonneneruptionen häufiger – und damit auch die Chancen auf Polarlichter in Mitteleuropa. Experten gehen davon aus, dass es in den kommenden Monaten weitere Gelegenheiten geben könnte.

Warum sind Polarlichter in Deutschland so selten?

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann waren die Polarlichter in Baden-Württemberg sichtbar?
Die Polarlichter waren am Montagabend, 19. Januar 2026, zwischen etwa 22:00 und 23:15 Uhr am besten sichtbar. In dieser Zeit gingen deutschlandweit die meisten Meldungen ein.
Wo konnte man die Polarlichter in BW am besten sehen?
Laut DWD waren die Polarlichter besonders gut sichtbar in der Region Freiburg (über 500m Höhe), im Schwarzwald (z.B. Schauinsland), auf der Schwäbischen Alb, im Raum Stuttgart und in Hohenlohe.
Gibt es heute Nacht wieder Polarlichter?
Die Chancen für die Nacht zu Mittwoch (21. Januar) sind laut Expertin Carolin Liefke „eher bescheiden“, aber nicht ausgeschlossen. Die NOAA prognostiziert einen maximalen Kp-Index von 6,0. Bei klarem Himmel lohnt sich ein Blick nach Norden.
Was war die Ursache für die Polarlichter?
Ein starker Sonnensturm der Klasse X1.9 am 18. Januar 2026. Der koronale Massenauswurf (CME) erreichte die Erde in nur 25 Stunden und löste einen geomagnetischen Sturm der Stufe G4 aus – die zweithöchste Stufe.
Wie kann ich die nächsten Polarlichter nicht verpassen?
Nutzen Sie die Webseite polarlicht-vorhersage.de für Echtzeitdaten und Warnungen. Auch die DWD-Warnwetter-App ermöglicht Meldungen über Polarlicht-Sichtungen. Bei angekündigten Sonnenstürmen mit hohem Kp-Index (ab 6) lohnt sich abends ein Blick nach Norden.

Fazit: Seltenes Himmelsspektakel über dem Südwesten

Die Polarlichter Baden-Württemberg vom 19. Januar 2026 waren ein seltenes Ereignis, das viele Menschen in Staunen versetzt hat. Der starke Sonnensturm ermöglichte es, die Nordlichter bis in die Alpen zu sehen – ein Schauspiel, das sonst nur im hohen Norden zu beobachten ist. Wer die Lichter verpasst hat, sollte in den kommenden Monaten aufmerksam bleiben: Das Sonnenmaximum 2025/2026 könnte weitere Chancen bieten.


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