📖 Lesezeit: 7 Minuten | Stand: 14. Januar 2026, 10:00 Uhr
📢 Tarifrunde Länder 2026: Die Gewerkschaften ver.di, dbb, GEW und GdP fordern 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Die erste Verhandlungsrunde blieb ergebnislos – die TdL kam ohne Angebot. Heute und morgen (15./16. Januar) findet die zweite Runde in Potsdam statt. Bundesweite Warnstreiks erhöhen den Druck.
Die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) 2026 ist in vollem Gange – und die Fronten sind verhärtet. Während die Gewerkschaften auf eine deutliche Gehaltserhöhung pochen, lehnt die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) die Forderungen als „unbezahlbar“ ab. In ganz Deutschland streiken Beschäftigte von Unikliniken, Schulen, Behörden und Feuerwehren.
Von den Verhandlungen sind rund 3,2 Millionen Menschen betroffen: etwa 1,2 Millionen Tarifbeschäftigte, 1,4 Millionen Beamte sowie knapp eine Million Versorgungsempfänger. Das Bundesland Hessen ist nicht Teil der TdL und verhandelt separat.
Wer verhandelt bei der Tarifrunde Länder?
| Seite | Vertreter | Details |
|---|---|---|
| Gewerkschaften | ver.di (Verhandlungsführer) | Frank Werneke (Vorsitzender), Christine Behle (Vize) |
| dbb beamtenbund | Volker Geyer (Bundesvorsitzender) | |
| GEW, GdP, IG BAU | DGB-Gewerkschaften | |
| Arbeitgeber | TdL | Dr. Andreas Dressel (Finanzsenator Hamburg, Vorsitzender) |
Was fordern die Gewerkschaften?
Die Forderungen wurden am 17. November 2025 von der ver.di-Bundestarifkommission beschlossen. Im Mittelpunkt steht eine deutliche Gehaltserhöhung:
| Forderung | Details |
|---|---|
| 💰 Gehaltserhöhung | 7 Prozent mehr Tabellenentgelt |
| 📊 Mindestbetrag | Mindestens 300 Euro mehr pro Monat (untere Entgeltgruppen) |
| 👨🎓 Nachwuchskräfte | 200 Euro mehr monatlich |
| 📝 Azubi-Übernahme | Unbefristete Übernahme nach Ausbildung |
| 🎓 Studierende | Tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt |
| ⏰ Zeitzuschläge | Erhöhung um 20 Prozentpunkte |
| 📅 Laufzeit | 12 Monate |
💬 Frank Werneke, ver.di-Vorsitzender: „Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass die Kolleginnen und Kollegen eine spürbare Reallohnsteigerung und bessere Arbeitsbedingungen bekommen. Der Handlungsbedarf ist riesig – bereits jetzt sind im gesamten öffentlichen Dienst rund 600.000 Stellen unbesetzt.“
Was sagt die Arbeitgeberseite?
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnt die Forderungen als überzogen ab. TdL-Verhandlungsführer Dr. Andreas Dressel rechnet vor:
| Position der TdL | Details |
|---|---|
| Bewertung | „Forderungen unbezahlbar“ |
| Effektive Erhöhung | Bis zu 12,3% für untere Entgeltgruppen |
| Mehrkosten Tarif | ca. 4 Milliarden Euro |
| Mehrkosten gesamt | ca. 12,6 Milliarden Euro (inkl. Beamte) |
| Angebot 1. Runde | Kein Angebot vorgelegt |
Wie ist der Zeitplan der Verhandlungen?
Die Tarifverhandlungen sind auf drei Runden angelegt:
| Runde | Datum | Ort | Status |
|---|---|---|---|
| 1. Runde | 3. Dezember 2025 | Berlin | ❌ Ergebnislos |
| 2. Runde | 15./16. Januar 2026 | Potsdam | ⏳ Heute/Morgen |
| 3. Runde | 11./12. Februar 2026 | Potsdam | 📅 Geplant |
⚠️ Wichtig: Im öffentlichen Dienst der Länder gibt es – anders als bei Bund und Kommunen – kein Schlichtungsverfahren. Wenn keine Einigung erzielt wird, drohen unbefristete Streiks.
Wer ist von der Tarifrunde betroffen?
Die Tarifrunde TV-L betrifft Millionen von Menschen in Deutschland:
| Gruppe | Anzahl | Betroffenheit |
|---|---|---|
| Tarifbeschäftigte | ca. 1,2 Millionen | Direkt betroffen |
| Beamte der Länder | ca. 1,4 Millionen | Indirekt (Besoldungsanpassung) |
| Versorgungsempfänger | ca. 1 Million | Indirekt (Pensionen) |
| Gesamt | ca. 3,2 Millionen | – |
Zu den betroffenen Berufsgruppen gehören unter anderem:
| Bereich | Beispiele |
|---|---|
| Bildung | Lehrkräfte, Erzieher, Sozialpädagogen |
| Gesundheit | Uniklinik-Personal, Pflegekräfte, Ärzte |
| Verwaltung | Landesbehörden, Bezirksämter, Jobcenter |
| Sicherheit | Feuerwehr, Justiz, Polizei (Tarifbereich) |
| Wissenschaft | Hochschulen, Forschungseinrichtungen |
| Kultur | Theater, Museen, Bibliotheken |
Wo wird aktuell gestreikt?
Vor der zweiten Verhandlungsrunde intensivieren sich die Warnstreiks bundesweit. Betroffen sind unter anderem:
| Bundesland | Betroffene Bereiche |
|---|---|
| Hamburg | Bezirksämter, Schulen, Feuerwehr, Landesbehörden (14.01.) |
| Nordrhein-Westfalen | Unikliniken, Hochschulen, Landesverwaltung |
| Berlin | Charité, Landesämter, Schulen |
| Baden-Württemberg | Hochschulen, Landesbetriebe |
| Weitere Länder | Bayern, Niedersachsen, Sachsen u.a. |
Was bedeutet die Tarifrunde für Beamte?
Obwohl Beamte nicht direkt am Tarifvertrag beteiligt sind, hat das Ergebnis große Bedeutung für sie. In der Regel übertragen die Bundesländer das Tarifergebnis auf die Besoldung der Landesbeamten. ver.di fordert eine zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Ergebnisses auf den Beamtenbereich.
Vergleich: TVöD vs. TV-L
Während die Länder noch verhandeln, gilt für Bund und Kommunen bereits der neue TVöD-Tarifvertrag:
| Aspekt | TVöD (Bund/Kommunen) | TV-L (Länder) |
|---|---|---|
| Status | ✅ Abgeschlossen (April 2025) | ⏳ In Verhandlung |
| Erhöhung 2025 | 3% ab April 2025 | Forderung: 7% |
| Erhöhung 2026 | 2,8% ab Mai 2026 | Offen |
| Mindestbetrag | 110 Euro | Forderung: 300 Euro |
| Schlichtung | ✅ Möglich | ❌ Nicht vorgesehen |
Häufig gestellte Fragen zur Tarifrunde Länder 2026
Was fordern die Gewerkschaften in der Tarifrunde Länder 2026?
Wann wird über den TV-L verhandelt?
Wie viele Menschen sind von der Tarifrunde Länder betroffen?
Warum streiken die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder?
Gilt das Ergebnis auch für Beamte?
Was passiert, wenn keine Einigung erzielt wird?
Fazit: Tarifrunde Länder vor entscheidender Phase
Die Tarifrunde Länder 2026 geht in die entscheidende Phase. Heute und morgen (15./16. Januar) treffen sich die Verhandlungsparteien zur zweiten Runde in Potsdam. Die Gewerkschaften erwarten, dass die TdL endlich ein verhandelbares Angebot vorlegt. Sollte dies nicht geschehen, drohen weitere Warnstreiks und möglicherweise unbefristete Arbeitskämpfe.
Für die rund 3,2 Millionen betroffenen Beschäftigten, Beamten und Versorgungsempfänger steht viel auf dem Spiel: eine spürbare Gehaltserhöhung in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten – oder weitere Jahre des Reallohnverlusts.
Dieser Artikel wird aktualisiert, sobald neue Informationen aus der zweiten Verhandlungsrunde vorliegen. 📢
