Dänemark Abschiebungen sollen künftig deutlich schneller erfolgen, wenn es nach dem Willen der dänischen Regierung geht. Geplant ist eine Gesetzesänderung, die die automatische Ausweisung von kriminellen Ausländern vorsieht, auch wenn dies gegen internationale Konventionen verstoßen könnte. Dies birgt jedoch erhebliche rechtliche und politische Risiken.

Zusammenfassung
- Dänemark plant automatische Ausweisung krimineller Ausländer.
- Gesetzesänderung birgt rechtliche Risiken durch mögliche Verstöße gegen internationale Konventionen.
- Kritiker bemängeln die Aushöhlung des Rechtsstaatsprinzips.
- Regierung argumentiert mit dem Schutz der dänischen Bevölkerung.
Dänemarks Vorstoß für konsequentere Abschiebungen
Dänemark verfolgt seit Jahren eine restriktive Einwanderungspolitik. Ein zentraler Baustein dieser Politik ist die konsequente Abschiebung von Ausländern, die straffällig geworden sind. Laut einer Meldung von Neue Zürcher Zeitung will die dänische Regierung diese Praxis nun weiter verschärfen.
Der Plan sieht vor, kriminelle Ausländer künftig automatisch abzuschieben, unabhängig davon, ob ihnen in ihrem Heimatland Verfolgung oder unmenschliche Behandlung droht. Diese geplante Gesetzesänderung geht über die bisherige dänische Praxis hinaus und könnte gegen internationale Konventionen verstoßen, insbesondere gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK).
Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) ist ein internationaler Vertrag zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten in Europa. Sie wurde 1950 vom Europarat verabschiedet und ist für alle Mitgliedstaaten bindend. (Lesen Sie auch: Ukraine Krieg Starlink: Musks Eingriff und Russlands…)
Was bedeutet das für Bürger?
Die geplante Gesetzesänderung könnte weitreichende Folgen für Ausländer in Dänemark haben. Wer straffällig wird, riskiert künftig die automatische Abschiebung, selbst wenn die Lebensumstände im Heimatland prekär sind. Dies betrifft nicht nur schwere Straftaten, sondern potenziell auch weniger schwerwiegende Delikte. Kritiker befürchten, dass dies zu einer Ungleichbehandlung von Ausländern vor dem Gesetz führen könnte.
Für dänische Bürger könnte die Gesetzesänderung einerseits ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, da kriminelle Ausländer schneller des Landes verwiesen werden. Andererseits könnte die Aushöhlung internationaler Konventionen das Ansehen Dänemarks im Ausland beschädigen und langfristig auch die Rechte dänischer Staatsbürger gefährden.
Warum will Dänemark Abschiebungen verschärfen?
Die dänische Regierung argumentiert, dass die Verschärfung der Abschiebepolitik notwendig sei, um die Sicherheit der dänischen Bevölkerung zu gewährleisten. Innenministerin Ingrid Støjberg (Liberale Partei) betonte mehrfach, dass der Schutz der Bürger Vorrang habe und dass kriminelle Ausländer kein Recht hätten, in Dänemark zu bleiben. Die Regierung verweist auf eine Reihe von Fällen, in denen Ausländer schwere Straftaten begangen haben, nachdem sie trotz Vorstrafen nicht abgeschoben wurden.
Die Regierungskoalition aus Liberalen und Dänischer Volkspartei sieht in der konsequenten Abschiebung von Kriminellen einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Kriminalität und zur Stärkung des Vertrauens in den Rechtsstaat. Die Dänische Volkspartei, die seit Jahren eine harte Linie in der Einwanderungspolitik fordert, drängt auf eine rasche Umsetzung der Gesetzesänderung. (Lesen Sie auch: Jimmy Lai Urteil: Was Bedeutet es für…)
Welche rechtlichen Bedenken gibt es?
Die geplante automatische Abschiebungspraxis wirft erhebliche rechtliche Fragen auf. Kritiker argumentieren, dass sie gegen das Non-Refoulement-Prinzip verstößt, das in der Genfer Flüchtlingskonvention und der EMRK verankert ist. Dieses Prinzip verbietet die Abschiebung von Personen in Länder, in denen ihnen Folter, unmenschliche Behandlung oder Verfolgung droht.
Darüber hinaus wird bemängelt, dass die automatische Abschiebung ohne individuelle Prüfung des Einzelfalls gegen das Rechtsstaatsprinzip verstößt. Jeder Fall müsse individuell geprüft werden, um sicherzustellen, dass die Abschiebung nicht zu einer unverhältnismäßigen Härte führt. Es wird befürchtet, dass die geplante Gesetzesänderung die dänischen Gerichte in ihrer Unabhängigkeit beschneiden könnte.
Das Non-Refoulement-Prinzip ist ein grundlegendes Prinzip des internationalen Flüchtlingsrechts und Menschenrechtsrechts. Es verbietet Staaten, Flüchtlinge oder Asylbewerber in ein Land zurückzuschicken, in dem ihnen Verfolgung oder eine ernsthafte Gefahr droht.
Einige Rechtsexperten weisen darauf hin, dass Dänemark im Falle einer Verabschiedung des Gesetzes mit Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) rechnen muss. Ein Urteil gegen Dänemark könnte das Land zu einer Änderung der Gesetzgebung zwingen und das Ansehen Dänemarks in der internationalen Gemeinschaft weiter beschädigen. (Lesen Sie auch: Tilly Putin Wagen: Düsseldorfs Antwort auf Putins…)

Der Europarat bietet detaillierte Informationen zu den Menschenrechtskonventionen.
Wie reagiert die Opposition?
Die Oppositionsparteien in Dänemark kritisieren die geplante Gesetzesänderung scharf. Die Sozialdemokraten, die größte Oppositionspartei, werfen der Regierung vor, mit der automatischen Abschiebungspraxis die Grundwerte des Rechtsstaats zu gefährden. Sie betonen, dass der Schutz der Bevölkerung wichtig sei, aber nicht auf Kosten der Menschenrechte gehen dürfe. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, fordern sie eine umfassende Prüfung der rechtlichen Konsequenzen der Gesetzesänderung.
Die Grünen und andere linke Parteien fordern eine differenzierte Betrachtung der Einzelfälle und warnen vor einer pauschalen Verurteilung von Ausländern. Sie argumentieren, dass die Integration von Ausländern durch eine restriktive Abschiebepolitik erschwert werde und dass stattdessen mehr in Integrationsmaßnahmen investiert werden müsse.
Wie geht es weiter?
Die dänische Regierung plant, den Gesetzentwurf in den kommenden Monaten dem Parlament zur Abstimmung vorzulegen. Es wird erwartet, dass die Regierungskoalition über die notwendige Mehrheit verfügt, um das Gesetz zu verabschieden. Allerdings ist mit einem heftigen Widerstand der Opposition und von zivilgesellschaftlichen Organisationen zu rechnen.
Die geplante Verschärfung der Abschiebepolitik in Dänemark ist ein Beispiel für den zunehmenden Druck auf die Einwanderungspolitik in vielen europäischen Ländern. Während einige Regierungen auf eine restriktive Politik setzen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und die Zuwanderung zu begrenzen, warnen andere vor einer Aushöhlung der Menschenrechte und einer Gefährdung des Rechtsstaats. Die Debatte um die richtige Balance zwischen Sicherheit und Freiheit wird auch in Zukunft eine zentrale Herausforderung für die europäische Politik bleiben. (Lesen Sie auch: Ramadan 2026: Beginn im Februar – Was…)






