Die USA-Iran-Verhandlungen zielen darauf ab, eine Wiederaufnahme des Atomabkommens zu erreichen, um eine iranische Nuklearwaffenentwicklung zu verhindern und die regionale Sicherheit zu gewährleisten. Indirekte Gespräche, vermittelt durch Oman, finden in Genf statt, während Spannungen durch militärische Präsenz und gegenseitige Beschuldigungen bestehen bleiben. Ziel ist ein fairer Deal in kurzer Zeit, doch Misstrauen und unterschiedliche Interessen erschweren den Prozess. USA Iran Verhandlungen steht dabei im Mittelpunkt.

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Auf einen Blick
- Indirekte USA-Iran-Verhandlungen in Genf über das Atomprogramm.
- Oman vermittelt zwischen den Parteien.
- Drohkulisse durch militärische Präsenz im Nahen Osten.
- Iran beteuert, keine Atomwaffen entwickeln zu wollen.
USA-Iran-Verhandlungen: Atomstreit im Fokus
In Genf setzen die USA und der Iran ihre indirekten Gespräche über das iranische Atomprogramm fort. Die Verhandlungen, die unter Vermittlung des Golfstaates Oman stattfinden, werden von Abbas Araghtschi, dem iranischen Vizeaußenminister, und den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner geführt. Die Gespräche finden vor dem Hintergrund einer angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten statt, die durch die militärische Präsenz der USA zusätzlich verschärft wird. Laut einer Meldung von Stern, befürchten Experten eine Eskalation der Situation.
Die aktuelle Verhandlungsrunde ist bereits die dritte ihrer Art. Ziel ist es, eine Einigung über die Wiederaufnahme des sogenannten Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), auch bekannt als iranisches Atomabkommen, zu erzielen. Dieses Abkommen soll sicherstellen, dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt und sein Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken dient.
Das JCPOA wurde 2015 zwischen dem Iran und den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) sowie Deutschland geschlossen. Unter der Präsidentschaft von Donald Trump traten die USA 2018 einseitig aus dem Abkommen aus und verhängten erneut Sanktionen gegen den Iran.
Was bedeutet das für Bürger?
Die Auswirkungen der USA-Iran-Verhandlungen reichen weit über die beteiligten Staaten hinaus und betreffen auch die Bürgerinnen und Bürger in der Schweiz. Ein Scheitern der Verhandlungen könnte zu einer weiteren Eskalation der Spannungen im Nahen Osten führen, was sich negativ auf die globale Sicherheit und die Energiepreise auswirken könnte. Steigende Ölpreise würden sich direkt auf die Kosten für Benzin, Heizöl und Flugtickets auswirken. Ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen hingegen könnte zu einer Entspannung der Lage und einer Stabilisierung der Weltwirtschaft beitragen. (Lesen Sie auch: Krieg USA Iran: Entscheidung zum Angriff schon…)
Darüber hinaus spielen die Verhandlungen eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Verbreitung von Atomwaffen. Ein Iran mit Atomwaffen würde das Kräfteverhältnis in der Region destabilisieren und das Risiko eines nuklearen Wettrüstens erhöhen. Dies hätte gravierende Folgen für die globale Sicherheit und würde auch die Schweiz in Mitleidenschaft ziehen.
Welche Positionen vertreten die USA und der Iran?
Die USA fordern vom Iran eine vollständige Einhaltung des JCPOA und eine dauerhafte Verpflichtung zur Nichtverbreitung von Atomwaffen. Zudem verlangen sie, dass der Iran seine destabilisierenden Aktivitäten in der Region einstellt. Der Iran hingegen fordert eine Aufhebung aller Sanktionen, die von den USA seit dem Ausstieg aus dem JCPOA verhängt wurden. Er argumentiert, dass er sich an seine Verpflichtungen aus dem Abkommen gehalten habe und daher ein Recht auf wirtschaftliche Entschädigung habe.
Die Positionen beider Seiten sind also diametral entgegengesetzt. Die USA wollen den Iran zu Zugeständnissen zwingen, während der Iran auf seinen Rechten beharrt. Diese unterschiedlichen Interessen erschweren die Verhandlungen erheblich und machen einen Kompromiss schwierig.
Im Vorfeld der Gespräche in Genf äußerte sich der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghtschi auf X (ehemals Twitter) und zeigte sich hoffnungsvoll, einen „fairen und gerechten Deal in der kürzestmöglichen Zeit“ zu erreichen. Er betonte, dass der Iran „unter keinen Umständen“ jemals eine nukleare Waffe entwickeln werde. Ein Deal sei in Reichweite, wenn der Diplomatie Priorität gegeben werde. US-Präsident Trump bekräftigte in seiner Rede zur Lage der Nation, den diplomatischen Weg zu bevorzugen, warnte aber gleichzeitig, dass er dem Iran nicht erlauben werde, Atomwaffen herzustellen und zu besitzen. Trumps Vizepräsident J.D. Vance äußerte hingegen Bedenken, dass der Iran sein Atomprogramm nach US-Angriffen im Juni wieder aufbaue.
Die Schweizer Regierung verfolgt die Entwicklungen aufmerksam und unterstützt die diplomatischen Bemühungen zur Lösung des Konflikts.
Wie realistisch ist ein Durchbruch?
Die Chancen auf einen Durchbruch in den USA-Iran-Verhandlungen sind schwer einzuschätzen. Einerseits besteht auf beiden Seiten ein Interesse an einer Lösung des Konflikts. Die USA wollen eine Eskalation der Spannungen im Nahen Osten vermeiden, während der Iran dringend auf eine Aufhebung der Sanktionen angewiesen ist. Andererseits ist das Misstrauen zwischen beiden Ländern tief verwurzelt. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass es schwierig ist, eine dauerhafte Einigung zu erzielen. (Lesen Sie auch: USA Krieg gegen Iran? Trump deutet Entscheidung)
Der Journalist und Buchautor Erich Follath befürchtet, dass Trump sich genötigt fühlen könnte, die militärische Präsenz im Nahen Osten zu nutzen. „Er wird sich fast gezwungen fühlen, diese Armada in irgendeiner Form einzusetzen, zumindest für einen begrenzten Militärschlag“, sagte Follath im Gespräch mit Steffen Gassel. Amerikanische Medien berichten, dass der Präsident bei der Abwägung der Angriffsfrage unentschieden sei.
Ein weiterer Faktor, der die Verhandlungen erschwert, ist die politische Situation in den USA. Die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen könnten die Position der USA verändern und einen möglichen Deal gefährden. Es bleibt also abzuwarten, ob die USA-Iran-Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss führen werden.
Informieren Sie sich regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen in den USA-Iran-Verhandlungen. Verfolgen Sie die Berichterstattung in den Medien und bilden Sie sich eine eigene Meinung.
Welche Rolle spielt die Schweiz in dem Konflikt?
Die Schweiz hat eine lange Tradition als neutraler Vermittler in internationalen Konflikten. Sie bietet regelmäßig ihre Dienste als Gastgeber für Friedensgespräche und Verhandlungen an. Auch im Fall des USA-Iran-Konflikts hat die Schweiz ihre Bereitschaft zur Vermittlung angeboten. Bisher spielt Oman die zentrale Rolle als Vermittler.
Die Schweiz unterhält diplomatische Beziehungen sowohl zu den USA als auch zum Iran. Dies ermöglicht es ihr, einen Dialog mit beiden Seiten zu führen und zu versuchen, eine gemeinsame Basis zu finden. Die Schweiz kann auch als neutraler Beobachter fungieren und dazu beitragen, das Vertrauen zwischen den Parteien zu stärken. (Lesen Sie auch: Kuba Küstenwache Schusswechsel: Terrorakt vor Kubas Küste)

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Schweiz keine Entscheidungsgewalt in dem Konflikt hat. Sie kann lediglich dazu beitragen, einen Rahmen für Verhandlungen zu schaffen und die Kommunikation zwischen den Parteien zu erleichtern.
Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) bietet umfassende Hintergrundinformationen zum Thema.
Was sind die Hauptziele der USA bei den Verhandlungen mit dem Iran?
Die USA streben eine vollständige Einhaltung des Atomabkommens durch den Iran an, um die Entwicklung von Atomwaffen zu verhindern. Sie fordern zudem ein Ende der destabilisierenden Aktivitäten des Irans in der Region.
Welche Forderungen stellt der Iran im Gegenzug für die Einhaltung des Atomabkommens?
Der Iran fordert die Aufhebung aller Sanktionen, die seit dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen verhängt wurden. Er argumentiert, dass er seine Verpflichtungen aus dem Abkommen erfüllt hat. (Lesen Sie auch: Kalenderblatt 26 Februar: FIFA-Wahl und Olympia-Triumph!)
Wer vermittelt in den USA-Iran-Verhandlungen?
Die Gespräche werden indirekt geführt und durch Oman vermittelt. Die Schweiz hat ebenfalls ihre Bereitschaft zur Vermittlung angeboten und unterhält diplomatische Beziehungen zu beiden Ländern.
Welche Auswirkungen hätte ein Scheitern der Verhandlungen?
Ein Scheitern könnte zu einer Eskalation der Spannungen im Nahen Osten führen, was sich negativ auf die globale Sicherheit und die Energiepreise auswirken könnte. Zudem würde das Risiko eines nuklearen Wettrüstens steigen.
Welche Rolle spielt die militärische Präsenz der USA im Nahen Osten bei den Verhandlungen?
Die militärische Präsenz der USA dient als Drohkulisse und soll den Iran zu Zugeständnissen bewegen. Experten befürchten jedoch, dass sie auch zu einer Eskalation der Situation führen könnte.
Die USA-Iran-Verhandlungen bleiben ein komplexes und brisantes Thema mit weitreichenden Konsequenzen. Ob es zu einer Deeskalation und einem neuen Atomabkommen kommt, bleibt abzuwarten.
Patrick Roesing von Stern ist für Fragen unter patrick.roesing@stern.de erreichbar.





