Angestarrt wie ein "Monster": Monica Lierhaus über ihr Martyrium

Angestarrt wie ein „Monster“: Monica Lierhaus über ihr Martyrium

Die Worte hallen nach, wenn Monica Lierhaus über die dunkelste Zeit ihres Lebens spricht. Eine Zeit, in der sie hilflos war, gefangen in einem Körper, der ihren Willen nicht mehr gehorchte. Eine Zeit, in der sie nicht nur gegen ihre körperlichen Einschränkungen kämpfen musste, sondern auch gegen die Blicke und das Getuschel einer Gesellschaft, die mit ihrer Veränderung nicht umzugehen wusste. In einem offenen und ehrlichen Gespräch schildert die ehemalige „Sportschau“-Moderatorin die traumatischen Erlebnisse nach ihrer Gehirn-Operation und den mühsamen Weg zurück ins Leben.

Monica Lierhaus
Symbolbild: Monica Lierhaus (Foto: Picsum)

Das Wichtigste in Kürze

  • Monica Lierhaus erlitt 2009 eine schwere Hirnblutung nach einer Aneurysma-Operation.
  • Sie lag vier Monate im Koma und musste danach grundlegende Fähigkeiten wie Schlucken und Gehen neu erlernen.
  • Lierhaus beschreibt die Reaktion der Öffentlichkeit nach ihrer Entlassung aus der Reha als traumatisierend.
  • Die Journalistin kämpfte sich zurück ins Leben und kehrte trotz ihrer Beeinträchtigungen ins Rampenlicht zurück.
  • Ihr Mut und ihre Offenheit machen sie zu einem Vorbild für viele Menschen.

Der folgenschwere Eingriff und die Zeit danach

Im Januar 2009 sollte für Monica Lierhaus ein Routineeingriff stattfinden. Ein Aneurysma in ihrem Gehirn musste entfernt werden. Doch während der Operation kam es zu Komplikationen, schwere Hirnblutungen traten auf. Die damals 38-jährige Moderatorin wurde in ein künstliches Koma versetzt. Vier lange Monate schwebte sie zwischen Leben und Tod. Die Ärzte gaben ihren Angehörigen wenig Hoffnung, rieten ihnen sogar, sich zu verabschieden. Doch Monica Lierhaus bewies einen unglaublichen Lebenswillen.

Als sie aus dem Koma erwachte, war nichts mehr wie zuvor. „Ich konnte gar nichts, ich war wie eine lebende Leiche“, beschreibt Monica Lierhaus ihren Zustand. Sie konnte weder gehen, stehen, sitzen noch schlucken. Jeder Muskel, jede Funktion ihres Körpers musste neu trainiert werden. Eine immense Aufgabe, die viel Geduld, Kraft und Durchhaltevermögen erforderte.

💡 Wichtig zu wissen

Ein Aneurysma ist eine Ausbuchtung in einem Blutgefäß, die platzen und zu lebensbedrohlichen Blutungen führen kann. Die Operation von Aneurysmen im Gehirn ist ein komplexer Eingriff, der mit Risiken verbunden ist. (Lesen Sie auch: Ade, US-Dienste: Ich verzichte auf Whatsapp und…)

„Gefangen im eigenen Körper“ – Der lange Weg zurück

Die Rehabilitation von Monica Lierhaus dauerte acht Monate. Acht Monate intensiver Therapie, harter Arbeit und kleiner Fortschritte. „Man fühlt sich erst mal gefangen in einem Körper, der nicht mehr funktioniert“, so Lierhaus. Die einfachsten Dinge, die für andere Menschen selbstverständlich sind, wurden für sie zur Herausforderung. Das Schlucken von Nahrung war anfangs unmöglich, sie musste püriert werden. Eine Erfahrung, die sie als „grauenvoll“ bezeichnet. Doch Monica Lierhaus ließ sich nicht entmutigen. Sie setzte sich ein ehrgeiziges Ziel: „Mir war total klar, ich werde diese Reha auf meinen eigenen Füßen verlassen.“

Und sie erreichte ihr Ziel. Mit unbändigem Willen und der Unterstützung ihrer Familie, Freunde und Therapeuten kämpfte sie sich zurück ins Leben. Sie lernte wieder zu sprechen, zu gehen und ihren Alltag selbstständig zu meistern. Ein beeindruckender Beweis für die Kraft des menschlichen Geistes.

Die Rückkehr in die Öffentlichkeit: Angestarrt wie ein „Monster“

Die Rückkehr in die Öffentlichkeit gestaltete sich jedoch schwieriger als erwartet. „Es war ganz fürchterlich. Ich bin angeglotzt worden, als ob ich ein Monster wäre. Es war eine Katastrophe, wirklich schlimm“, erinnert sich Monica Lierhaus an die Zeit nach ihrer Entlassung aus der Klinik. Die Menschen reagierten unsicher, manche neugierig, andere abweisend. Die Blicke, das Getuschel, die Paparazzi, die jeden ihrer Schritte dokumentieren wollten – all das war eine enorme Belastung für die ohnehin schon geschwächte Journalistin.

Monica Lierhaus wurde zum Objekt der Sensationsgier. Ihre Verletzlichkeit wurde ausgestellt, ihre Privatsphäre verletzt. Eine Situation, die für jeden Menschen schwer zu ertragen wäre, für eine Frau, die gerade einen schweren Schicksalsschlag erlitten hatte, umso mehr. (Lesen Sie auch: Patrick Dempsey: Tochter von Hollywoodstar legt überraschende…)

Monica Lierhaus: Ein bemerkenswertes Comeback

Trotz aller Widrigkeiten gab Monica Lierhaus nicht auf. Sie entschied sich, ihre Geschichte zu erzählen, um anderen Menschen Mut zu machen und auf die Situation von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen. 2011 wagte sie einen bemerkenswerten Schritt: Bei der Verleihung der Goldenen Kamera hielt sie eine bewegende Rede, in der sie über ihre Krankheit und ihren Kampf zurück ins Leben sprach. Die Rede berührte Millionen von Menschen und zeigte, dass Monica Lierhaus trotz ihrer Beeinträchtigungen nichts von ihrer Stärke und ihrem Charisma verloren hatte.

Monica Lierhaus kehrte ins Rampenlicht zurück, wenn auch in anderer Form als zuvor. Sie moderierte Veranstaltungen, engagierte sich für wohltätige Zwecke und sprach offen über ihre Erfahrungen. Sie wurde zu einem Vorbild für viele Menschen, die mit ähnlichen Schicksalsschlägen zu kämpfen haben. Monica Lierhaus zeigte, dass man auch nach einem schweren Rückschlag wieder aufstehen und ein erfülltes Leben führen kann.

Die Bedeutung von Unterstützung und Akzeptanz

Die Geschichte von Monica Lierhaus verdeutlicht, wie wichtig die Unterstützung von Familie, Freunden und Therapeuten für die Genesung von Menschen mit schweren Erkrankungen oder Verletzungen ist. Aber auch die Akzeptanz und das Verständnis der Gesellschaft spielen eine entscheidende Rolle. Menschen mit Behinderungen sollten nicht ausgegrenzt oder bemitleidet werden, sondern als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft behandelt werden. Es ist wichtig, Vorurteile abzubauen und eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, sein volles Potenzial zu entfalten.

Monica Lierhaus hat mit ihrer Offenheit und ihrem Mut einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, das Bewusstsein für die Situation von Menschen mit Behinderungen zu schärfen und zu einer inklusiveren Gesellschaft beizutragen. Ihre Geschichte ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie man auch nach einem schweren Schicksalsschlag wieder Hoffnung und Lebensfreude finden kann. (Lesen Sie auch: Russische Verbrechen – Nachschub für die Front:…)

Monica Lierhaus
Symbolbild: Monica Lierhaus (Foto: Picsum)
Januar 2009
Aneurysma-Operation

Monica Lierhaus wird aufgrund eines Aneurysmas operiert, erleidet jedoch Komplikationen und Hirnblutungen.

Januar – Mai 2009
Künstliches Koma

Lierhaus liegt vier Monate im künstlichen Koma, ihr Zustand ist kritisch.

Mai 2009 – Januar 2010
Rehabilitation

Achtmonatige Rehabilitation am Bodensee, in der Lierhaus grundlegende Fähigkeiten neu erlernt.

Februar 2011
Goldene Kamera

Lierhaus hält eine bewegende Rede bei der Verleihung der Goldenen Kamera und spricht über ihre Krankheit. (Lesen Sie auch: Verschüttetes Land – So viel Geld erhalten…)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist ein Aneurysma?

Ein Aneurysma ist eine Ausbuchtung in der Wand eines Blutgefäßes. Es kann platzen und zu lebensbedrohlichen Blutungen führen, insbesondere im Gehirn. (Lesen Sie auch: Verbrechen auf Urlaubsinsel: Deutsche auf Teneriffa erschossen…)

Wie lange lag Monica Lierhaus im Koma?

Monica Lierhaus lag nach ihrer Gehirn-Operation vier Monate im künstlichen Koma.

Welche Beeinträchtigungen hatte Monica Lierhaus nach dem Koma?

Nach dem Koma konnte Monica Lierhaus nicht gehen, stehen, sitzen oder schlucken. Sie musste viele grundlegende Fähigkeiten neu erlernen.

Wie hat Monica Lierhaus die Reaktion der Öffentlichkeit auf ihre Erkrankung erlebt?

Monica Lierhaus beschreibt die Reaktion der Öffentlichkeit als traumatisierend. Sie wurde angestarrt und fühlte sich wie ein „Monster“.

Was macht Monica Lierhaus heute?

Monica Lierhaus engagiert sich weiterhin für wohltätige Zwecke, moderiert Veranstaltungen und spricht offen über ihre Erfahrungen. Sie ist ein Vorbild für viele Menschen.

Fazit

Die Geschichte von Monica Lierhaus ist eine Geschichte von Leid, Kampf und Hoffnung. Sie zeigt, dass man auch nach einem schweren Schicksalsschlag wieder aufstehen und ein erfülltes Leben führen kann. Ihr Mut, ihre Offenheit und ihre Stärke machen sie zu einem Vorbild für viele Menschen. Monica Lierhaus hat bewiesen, dass man auch mit Beeinträchtigungen etwas bewegen und andere Menschen inspirieren kann. Ihre Geschichte ist ein wichtiger Beitrag zu einer inklusiveren Gesellschaft, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, sein volles Potenzial zu entfalten.

Monica Lierhaus
Symbolbild: Monica Lierhaus (Foto: Picsum)

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