Steinmeier zu Gedenktag: „Es kommt jetzt darauf an, dass wir Haltung zeigen“

⏱️ Lesezeit: 5 Min. | 📅 27.01.2026

Bundespräsident Steinmeier mahnt am Holocaust-Gedenktag zur Wachsamkeit gegenüber Antisemitismus. Er würdigt die Überlebenden und betont die Notwendigkeit, jüdisches Leben in Deutschland zu schützen. Steinmeier fordert Haltung im Privaten und Öffentlichen sowie konsequentes Handeln des Rechtsstaats und langfristige Unterstützung für Bildung und Gedenkstätten.

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Steinmeier zeigt sich bestürzt über wachsenden Antisemitismus in Deutschland am Holocaust-Gedenktag 2026.
  • Er fordert Haltung im Privaten und Öffentlichen gegen Antisemitismus.
  • Steinmeier betont die Notwendigkeit langfristiger finanzieller Unterstützung für Bildung und Gedenkstätten durch den Staat.
  • Er erinnert an das Vermächtnis des Holocaust-Überlebenden Marian Turski: ‚Werdet nicht gleichgültig‘.
  • Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, betont, dass jüdisches Leben in Deutschland kein Verdienst der Mehrheitsgesellschaft ist.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Holocaust-Gedenktag eindringlich zu Wort gemeldet. In einem Interview mit der ARD äußerte er seine Bestürzung über den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und mahnte zu verstärkter Wachsamkeit und Haltung. Seine Worte fallen in eine Zeit, in der antisemitische Vorfälle leider wieder vermehrt auftreten und das Sicherheitsgefühl jüdischer Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigen.

Warum ist Steinmeiers Mahnung am Gedenktag so wichtig?

Die Bedeutung von Steinmeiers Äußerungen liegt in der Symbolkraft des Amtes des Bundespräsidenten. Als Staatsoberhaupt verkörpert er die Werte und Normen der Bundesrepublik Deutschland und hat die Autorität, wichtige gesellschaftliche Debatten anzustoßen. Seine Mahnung am Holocaust-Gedenktag ist ein deutliches Signal, dass Antisemitismus in Deutschland keinen Platz hat und dass die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachgehalten werden muss. Die Worte des Bundespräsidenten sind besonders wichtig, da sie eine breite Öffentlichkeit erreichen und zur Reflexion anregen können. Sie erinnern daran, dass Antisemitismus nicht nur ein Problem der Vergangenheit ist, sondern auch eine aktuelle Bedrohung darstellt, der man sich aktiv entgegenstellen muss.

Steinmeier betonte im Interview mit der ARD, dass es inakzeptabel sei, dass jüdische Eltern Angst haben müssen, ihre Kinder in die Schule zu schicken, oder dass jüdische Studenten in Seminaren ausgegrenzt werden. Er forderte einen konsequent handelnden Rechtsstaat, aber auch mehr Unterstützung für Bildung, Schulen und Gedenkstätten. Der Staat müsse hier langfristig finanziell unterstützen, um die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und antisemitischen Tendenzen entgegenzuwirken. „Dieses Land, Deutschland, ist nur ganz bei sich, wenn sich Jüdinnen und Juden in unserem Land sicher fühlen können“, sagte Steinmeier.

steinmeier: Ein Appell zur Haltung gegen Antisemitismus

Der Bundespräsident erinnerte auch an den Holocaust-Überlebenden Marian Turski, der kurz vor seinem Tod eine eindringliche Rede gehalten hatte. Turskis Kernbotschaft war: „Werdet nicht gleichgültig“. Steinmeier betonte, dass Gleichgültigkeit ein Partner des Antisemitismus sei und dass Antisemitismus dort wachse, wo man schweige und keine Solidarität zeige. „Und deshalb ist jetzt Haltung gefragt“, so Steinmeier. „Ja, auch öffentlich auf den Straßen. Aber vor allen Dingen auch im Privaten, im Verein oder am Arbeitsplatz, dass wir widersprechen, wenn sich antisemitische Haltungen zeigen.“

Die Mahnung zur Haltung im Privaten ist besonders wichtig, da Antisemitismus oft im Verborgenen gedeiht und sich in subtilen Formen äußert. Es ist daher entscheidend, dass jeder Einzelne aufmerksam ist und antisemitischen Äußerungen und Handlungen widerspricht, auch wenn sie scheinbar harmlos sind. Nur so kann eine Kultur der Solidarität und des Respekts entstehen, in der Antisemitismus keinen Platz hat.

Welche Auswirkungen hat Steinmeiers Gedenktagsrede auf die deutsche Gesellschaft?

Die Rede des Bundespräsidenten hat das Potenzial, die öffentliche Debatte über Antisemitismus zu intensivieren und das Bewusstsein für die Bedrohung jüdischen Lebens in Deutschland zu schärfen. Sie kann dazu beitragen, dass sich mehr Menschen aktiv gegen Antisemitismus engagieren und Haltung zeigen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Steinmeiers Worte nicht nur als Appell an die Bevölkerung verstanden werden, sondern auch als Auftrag an die Politik, konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Antisemitismus zu ergreifen. Dazu gehören unter anderem die Stärkung der Bildung, die Förderung der Forschung über Antisemitismus und die konsequente Verfolgung antisemitischer Straftaten.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Bekämpfung von Antisemitismus eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die nicht nur von der Politik, sondern auch von der Zivilgesellschaft, den Medien und den Religionsgemeinschaften getragen werden muss. Nur wenn alle Akteure zusammenarbeiten, kann es gelingen, Antisemitismus nachhaltig zu bekämpfen und jüdisches Leben in Deutschland zu schützen.

Der Holocaust-Gedenktag ist ein wichtiger Anlass, um an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu erinnern und die Opfer zu ehren. Er ist aber auch ein Mahnmal, das uns daran erinnert, dass Antisemitismus und Rassismus auch heute noch eine Bedrohung darstellen und dass wir uns aktiv dagegen einsetzen müssen. Die Worte von Bundespräsident Steinmeier sind ein wichtiger Beitrag zu dieser Auseinandersetzung und ein Appell an uns alle, Haltung zu zeigen und für eine Gesellschaft einzutreten, in der Vielfalt, Toleranz und Respekt selbstverständlich sind.

Wie geht es weiter im Kampf gegen Antisemitismus?

Die Äußerungen anderer wichtiger Persönlichkeiten an diesem Gedenktag unterstreichen die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Kampfes gegen Antisemitismus. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte in den sozialen Medien, dass die historische Verantwortung Deutschlands bleibt und Antisemitismus keinen Platz in Deutschland hat. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, warnte vor den Folgen einer gesellschaftlichen Polarisierung für die Erinnerungskultur. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer rief dazu auf, die Erinnerung an die NS-Verbrechen lebendig zu halten, und Michel Friedman warb eindringlich dafür, sich für die freiheitliche Demokratie und gegen Rechtsextremismus einzusetzen.

Diese vielfältigen Stimmen zeigen, dass das Thema Antisemitismus in Deutschland weiterhin präsent ist und dass es ein breites Spektrum an Perspektiven und Ansätzen zur Bekämpfung gibt. Es ist wichtig, dass diese Debatte offen und konstruktiv geführt wird und dass alle Beteiligten bereit sind, voneinander zu lernen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

AspektDetails
ThemaSteinmeiers Mahnung zum Holocaust-Gedenktag
Datum27.01.2026
QuelleTagesschau.de (ARD)
FokusAntisemitismus, Erinnerungskultur, Haltung
BedeutungAppell zur Wachsamkeit und zum Handeln gegen Antisemitismus
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❓ Häufig gestellte Fragen zu Steinmeier

Was sind die Kernpunkte von Steinmeiers Rede zum Holocaust-Gedenktag?

Bundespräsident Steinmeier mahnte zur Wachsamkeit gegenüber Antisemitismus, würdigte die Überlebenden des Holocaust und betonte die Notwendigkeit, jüdisches Leben in Deutschland zu schützen. Er forderte Haltung im Privaten und Öffentlichen sowie langfristige Unterstützung für Bildung und Gedenkstätten.

Warum ist Steinmeiers Appell gegen Antisemitismus gerade jetzt so wichtig?

Steinmeiers Appell ist wichtig, weil antisemitische Vorfälle in Deutschland wieder zunehmen und das Sicherheitsgefühl jüdischer Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigen. Seine Worte dienen als Erinnerung daran, dass Antisemitismus eine aktuelle Bedrohung darstellt, der man sich aktiv entgegenstellen muss.

Welche konkreten Maßnahmen fordert Steinmeier zur Bekämpfung von Antisemitismus?

Steinmeier fordert einen konsequent handelnden Rechtsstaat, mehr Unterstützung für Bildung, Schulen und Gedenkstätten sowie Haltung im Privaten und Öffentlichen. Er betont, dass der Staat langfristig finanziell unterstützen muss, um die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten.

Wer trug noch zum Gedenktag bei und welche Botschaften wurden vermittelt?

Bundeskanzler Friedrich Merz betonte die historische Verantwortung Deutschlands, Josef Schuster warnte vor den Folgen gesellschaftlicher Polarisierung, Wolfram Weimer rief zur Lebendighaltung der Erinnerung auf und Michel Friedman warb für den Einsatz für die freiheitliche Demokratie und gegen Rechtsextremismus.

Wie kann jeder Einzelne im Alltag gegen Antisemitismus vorgehen, wie steinmeier es fordert?

Jeder Einzelne kann aufmerksam sein und antisemitischen Äußerungen und Handlungen widersprechen, auch wenn sie scheinbar harmlos sind. Dies kann im Privaten, im Verein oder am Arbeitsplatz geschehen. Es ist wichtig, eine Kultur der Solidarität und des Respekts zu fördern, in der Antisemitismus keinen Platz hat.

📝 Fazit

Bundespräsident Steinmeier hat am Holocaust-Gedenktag eindringlich vor wachsendem Antisemitismus gewarnt und zu Haltung aufgerufen. Seine Worte sind ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur und ein Appell an die Gesellschaft, sich aktiv gegen jede Form von Antisemitismus einzusetzen. Nur so kann jüdisches Leben in Deutschland dauerhaft geschützt und eine tolerante Gesellschaft gefördert werden.

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Redaktion

📅 Veröffentlicht am 27.01.2026

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