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Das Wichtigste in Kürze
- In Los Angeles beginnt der erste von einigen anstehenden Musterprozessen gegen Social-Media-Konzerne.
- Es geht um deren Mitverantwortung für psychische Probleme von jugendlichen Nutzern.
- Vor Gericht stehen Betreiber großer Plattformen: Meta mit Facebook und Instagram sowie Alphabet mit YouTube.
- Die Vorwürfe: Firmen würden ihre Apps gezielt so gestalten, dass sie Jugendliche in ihren Bann ziehen.
- Das könne Abhängigkeit und psychische Probleme fördern, sagen einige Experten.
In Los Angeles beginnt der erste von einigen anstehenden Musterprozessen gegen Social-Media-Konzerne. Es geht um deren Mitverantwortung für psychische Probleme von jugendlichen Nutzern.
„Der Algorithmus hat mich reingezogen.“ Junge Menschen wie Grace Go sagen offen, dass sie Social Media für mitverantwortlich halten für das was sie durchgemacht haben – bei Go war das eine Essstörung: „Im November 2021 wurde bei mir eine Essstörung diagnostiziert“, sagt sie. „Der Hauptgrund dafür waren soziale Medien.“
Ab heute geht es vor Gericht um eine andere junge Frau, mit einem ähnlichen Anliegen: Eine 19-Jährige macht Social-Media-Konzerne verantwortlich für ihre Angststörung und Depressionen. Vor Gericht stehen Betreiber großer Plattformen: Meta mit Facebook und Instagram sowie Alphabet mit YouTube.
Die Vorwürfe: Firmen würden ihre Apps gezielt so gestalten, dass sie Jugendliche in ihren Bann ziehen. Das könne Abhängigkeit und psychische Probleme fördern, sagen einige Experten. Vahibav Diwadkar, Professor für Psychiatrie und Verhaltensneurologie, versucht es beim US-Sender ABC so zu erklären: „Das Problem mit Social Media ist, dass es bestimmte Abhängigkeitsmechanismen im Gehirn nutzt, die dazu führen, dass man ständig nach Neuem sucht.“
Das Wichtigste zu Psychische probleme
Und das, sagen Anwälte vieler Betroffener, sei Absicht: spezielle Empfehlungsalgorithmen, ständiges Weiterscrollen, Features wie Autoplay, die Videos automatisch starten, ohne dass man irgendetwas tun muss. Deshalb seien die Apps, also die Produkte der Firmen, mitverantwortlich für mentale Probleme. Anwalt Matthew Bergman vom Social Media Victims Law Centre vertritt viele Betroffene in ähnlichen Fällen – sie seien die Ersten gewesen, die Social-Media-Konzerne auf diesem Weg zur Verantwortung ziehen wollten, sagt er in einem Podcast.
Denn nach US-amerikanischem Recht sind die Konzerne für die Inhalte Dritter auf ihren Plattformen nur schwer verantwortlich zu machen – für das Design ihrer Apps aber möglicherweise schon. Die Firmen weisen die Vorwürfe von sich und sagen, die Sicherheit von Jugendlichen sei ihnen wichtig.
Mittlerweile sind in den USA Tausende von Klagen gegen die Konzerne anhängig – von Privatpersonen, von Schulbezirken, von Bundesstaaten. Die Verfahren wurden gebündelt und parallel an mehreren Gerichten eingereicht. In ausgewählten Musterprozessen soll nun nach und nach geklärt werden, welche Erfolgsaussichten die Klagen haben.
Mit den Firmen Bytedance, Betreiber von TikTok, und Snap, Betreiber von Snapchat, gab es im Vorfeld einen Vergleich. Wie er genau aussieht, ist bisher aber nicht bekannt. Deshalb sind Bytedance und Snap im ersten Prozess nicht mehr dabei – könnten aber in Folgeprozessen mit vor Gericht stehen. Das erste Gerichtsverfahren wird mit der Auswahl der Geschworenen beginnen, weitere Musterprozesse sind für die kommenden Monate terminiert.
Häufig gestellte Fragen
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In Los Angeles beginnt der erste von einigen anstehenden Musterprozessen gegen Social-Media-Konzerne.
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Es geht um deren Mitverantwortung für psychische Probleme von jugendlichen Nutzern.

