Raumfahrt: Wasserstoff-Leck: Nasa muss bemannten Mondflug verschieben

Raumfahrt: Wasserstoff-Leck: Nasa muss bemannten Mondflug verschieben

Der Traum von der Rückkehr zum Mond mit bemannten Missionen verzögert sich erneut. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa sieht sich gezwungen, den geplanten Start von „Artemis 2“, der ersten bemannten Mondumrundung seit den Apollo-Missionen, zu verschieben. Grund dafür sind anhaltende Probleme mit Wasserstoff-Lecks, die bei Betankungstests der Schwerlastrakete „Space Launch System“ (SLS) aufgetreten sind. Diese unerwarteten Schwierigkeiten werfen einen Schatten auf das ambitionierte Programm und nähren die Ungeduld der Raumfahrtenthusiasten weltweit. Wann werden Astronauten wieder den fernen Himmelskörper in Augenschein nehmen können?

Artemis 2
Symbolbild: Artemis 2 (Foto: Picsum)

Das Wichtigste in Kürze

  • Start von Artemis 2 wegen Wasserstoff-Lecks verschoben.
  • Frühester neuer Starttermin wird im März angestrebt.
  • Es handelt sich um eine unbemannte Mondumrundung, keine Landung.
  • Das Problem mit Wasserstoff-Lecks ist nicht neu und erfordert weitere Tests.

Artemis 2: Ein Rückschlag für die bemannte Mondmission

Die Verschiebung des „Artemis 2“-Starts ist ein herber Rückschlag für die Nasa und ihre internationalen Partner. Ursprünglich war der Start für einen Zeitpunkt in der nahen Zukunft geplant, doch die wiederholten Probleme mit den Wasserstoff-Lecks machten eine Verschiebung unumgänglich. Während der jüngsten „Wet Dress Rehearsal“, einer Generalprobe für den Start, traten erneut Lecks beim Betanken der SLS-Rakete auf. Trotz mehrerer Versuche, die Lecks zu beheben, gelang es den Ingenieuren nicht, das Problem vollständig zu beseitigen. Die Nasa hat nun angekündigt, dass sie einen neuen Starttermin im März anstrebt, aber selbst dieser Termin hängt von den Ergebnissen weiterer Tests und Reparaturen ab.

Die Mission „Artemis 2“ ist von entscheidender Bedeutung für die Vorbereitung zukünftiger bemannter Mondlandungen. Bei diesem Flug sollen vier Astronauten die Mondumlaufbahn erreichen und wichtige Systeme der Orion-Raumkapsel testen, darunter Lebenserhaltungssysteme, Kommunikationssysteme und Navigationssysteme. Die gewonnenen Daten und Erfahrungen werden entscheidend sein, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit zukünftiger Mondlandemissionen zu gewährleisten. Die Verschiebung von „Artemis 2“ wirft daher auch Fragen nach dem Zeitplan für die nachfolgenden Artemis-Missionen auf.

Die Herausforderung der Wasserstoff-Lecks

Wasserstoff ist ein hochentzündliches und extrem leichtflüchtiges Element, das besondere Herausforderungen bei der Lagerung und Handhabung in der Raumfahrt mit sich bringt. Die niedrigen Temperaturen, die für die Verflüssigung von Wasserstoff erforderlich sind, können zu Undichtigkeiten in Dichtungen und Verbindungen führen. Die Nasa hat in der Vergangenheit bereits Probleme mit Wasserstoff-Lecks bei ihren Raketenstarts gehabt, und die aktuellen Probleme mit der SLS-Rakete erinnern an diese früheren Herausforderungen. Die Ingenieure arbeiten intensiv daran, die Ursache der Lecks zu identifizieren und geeignete Reparaturmaßnahmen durchzuführen. Dies beinhaltet die Überprüfung der Dichtungen, Ventile und anderer Komponenten des Treibstoffsystems. (Lesen Sie auch: Flug muss verschoben werden: Probleme bei Test:…)

💡 Wichtig zu wissen

Flüssiger Wasserstoff muss auf extrem niedrige Temperaturen (-253 °C) gekühlt werden, um ihn in flüssiger Form zu lagern. Diese tiefen Temperaturen stellen besondere Anforderungen an die verwendeten Materialien und Dichtungen.

Artemis 2 im Kontext des Artemis-Programms

Das Artemis-Programm ist ein ehrgeiziges Vorhaben, das darauf abzielt, Astronauten bis Mitte der 2020er Jahre wieder auf den Mond zu bringen. Im Gegensatz zu den Apollo-Missionen der 1960er und 1970er Jahre soll dieses Mal die Südpolregion des Mondes erkundet werden, wo sich möglicherweise bedeutende Mengen an Wassereis befinden. Dieses Eis könnte als Ressource für Trinkwasser, Sauerstoff und sogar Raketentreibstoff genutzt werden, was die Möglichkeit langfristiger Mondbasen eröffnen würde. Das Artemis-Programm umfasst mehrere Missionen, darunter unbemannte Testflüge, bemannte Mondumrundungen und schließlich bemannte Mondlandungen. „Artemis 2“ spielt dabei eine Schlüsselrolle, da sie die erste bemannte Mission des Programms ist und wichtige Erkenntnisse für die nachfolgenden Missionen liefern soll.

Zeitplan des Artemis-Programms

2022
Artemis 1

Unbemannter Testflug der SLS-Rakete und der Orion-Raumkapsel um den Mond.

März (angestrebt)
Artemis 2

Bemannte Mondumrundung mit vier Astronauten. (Lesen Sie auch: "Nur gedacht: Weiterschwimmen": 13-Jähriger rettet Familie nach…)

2025 (geplant)
Artemis 3

Geplante bemannte Mondlandung in der Südpolregion des Mondes.

Nach 2025
Zukünftige Artemis-Missionen

Weitere bemannte Mondlandungen und der Aufbau einer nachhaltigen Mondbasis.

Die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit

Das Artemis-Programm ist ein internationales Projekt, an dem neben der Nasa auch Raumfahrtagenturen aus Europa, Japan, Kanada und anderen Ländern beteiligt sind. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, Ressourcen und Fachwissen zu bündeln und die Risiken und Kosten der Mondforschung zu teilen. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) liefert beispielsweise das Europäische Servicemodul für die Orion-Raumkapsel, das für die Stromversorgung, die Lebenserhaltung und den Antrieb der Kapsel verantwortlich ist. Die japanische Raumfahrtagentur JAXA entwickelt einen Rover, der auf dem Mond zum Einsatz kommen soll. Die kanadische Raumfahrtagentur CSA steuert Robotertechnologien bei. Die internationale Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Artemis-Programms und unterstreicht die globale Bedeutung der Mondforschung.

Artemis 2
Symbolbild: Artemis 2 (Foto: Picsum)
💡 Wichtig zu wissen

Das Artemis-Programm ist nach der griechischen Göttin des Mondes benannt, der Zwillingsschwester des Apollo. Die Namensgebung spiegelt die Fortsetzung und Weiterentwicklung der Apollo-Missionen wider. (Lesen Sie auch: Zweimaster "Ethel von Brixham": Deutsches Traditionsschiff havariert…)

Ausblick auf zukünftige Mondmissionen

Trotz der aktuellen Verzögerung bei „Artemis 2“ bleibt die Nasa optimistisch, dass das Artemis-Programm erfolgreich sein wird. Die Mondforschung bietet nicht nur die Möglichkeit, unser Wissen über den Mond und das Sonnensystem zu erweitern, sondern auch neue Technologien und Fähigkeiten zu entwickeln, die für zukünftige Weltraummissionen von Bedeutung sind. Die langfristigen Ziele des Artemis-Programms umfassen den Aufbau einer nachhaltigen Mondbasis, die als Ausgangspunkt für weitere Erkundungen des Weltraums dienen könnte. Der Mond könnte beispielsweise als Testfeld für Technologien dienen, die später für bemannte Missionen zum Mars eingesetzt werden sollen. Die Rückkehr zum Mond ist somit ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer umfassenderen Erforschung des Weltraums.

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Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir folgende vertrauenswürdige Quellen: (Lesen Sie auch: Newsblog zum Block-Prozess: Chef-Entführer behauptet: Christina Block…)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist das Artemis-Programm?

Das Artemis-Programm ist ein von der NASA geleitetes internationales Raumfahrtprogramm mit dem Ziel, bis Mitte der 2020er Jahre Astronauten auf den Mond zurückzubringen und eine nachhaltige Mondbasis zu errichten.

Was ist Artemis 2?

Artemis 2 ist die zweite Mission des Artemis-Programms und die erste bemannte Mission, bei der vier Astronauten den Mond umrunden werden.

Warum wurde der Start von Artemis 2 verschoben?

Der Start wurde aufgrund von Problemen mit Wasserstoff-Lecks beim Betanken der SLS-Rakete verschoben.

Wann ist der neue geplante Starttermin für Artemis 2?

Die Nasa strebt nun März als frühestmöglichen Starttermin an, aber dieser Termin hängt von den Ergebnissen weiterer Tests und Reparaturen ab. (Lesen Sie auch: Feuer in Teheran: Großbrand in Teheran zerstört…)

Was sind die Ziele von Artemis 2?

Die Ziele von Artemis 2 sind die Erprobung wichtiger Systeme der Orion-Raumkapsel unter realen Bedingungen, die Sammlung von Daten und Erfahrungen für zukünftige Mondlandungen und die Vorbereitung der Infrastruktur für eine nachhaltige Mondbasis.

Fazit

Die Verschiebung von „Artemis 2“ ist zweifellos eine Enttäuschung, aber sie unterstreicht auch die Bedeutung gründlicher Tests und Sicherheitsvorkehrungen in der Raumfahrt. Die Nasa wird die Zeit nutzen, um die Probleme mit den Wasserstoff-Lecks zu beheben und sicherzustellen, dass die SLS-Rakete und die Orion-Raumkapsel für die bemannte Mondumrundung bereit sind. Das Artemis-Programm bleibt ein ambitioniertes und wichtiges Vorhaben, das die Tür zu einer neuen Ära der Mondforschung und der weiteren Erkundung des Weltraums öffnen wird. Die Welt blickt gespannt auf die nächsten Schritte und hofft, dass die Menschheit bald wieder ihren Fuß auf den Mond setzen wird.

Artemis 2
Symbolbild: Artemis 2 (Foto: Picsum)

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