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📋 Das Wichtigste in Kürze
- Jahrestag: 81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 2026
- Befreiung 1945: Rote Armee befreite am 27. Januar 1945 etwa 7.000 Überlebende
- Opferzahlen: Ca. 1,1 Millionen Menschen wurden in Auschwitz ermordet
- Gedenktag: Seit 1996 offizieller deutscher Gedenktag, seit 2005 internationaler UN-Gedenktag
- Gedenkstunde 2026: Am 28. Januar im Bundestag mit Tova Friedman als Rednerin
- Kampagne: #WeRemember am Bundesratsgebäude und weltweit
- Musik: Pianist Igor Levit spielt bei der Gedenkstunde
Die Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945 markiert einen der wichtigsten Momente der Geschichte. Heute, am 27. Januar 2026, gedenken Menschen weltweit der Opfer des Holocaust. Dieser Artikel erklärt, was damals geschah und wie wir heute erinnern.
Was geschah bei der Befreiung von Auschwitz?
Am 27. Januar 1945 erreichten sowjetische Soldaten das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz im besetzten Polen. Die 322. Infanteriedivision der 60. Armee befreite die verbliebenen Häftlinge.
Die Soldaten fanden etwa 7.000 schwer kranke und erschöpfte Überlebende vor. Die SS hatte das Lager zuvor evakuiert und zehntausende Häftlinge auf Todesmärsche geschickt.
„Unseren Augen bot sich ein schreckliches Bild: eine riesige Anzahl von Baracken. Auf den Pritschen lagen Menschen – Skelette schon, mit Haut überzogen und abwesendem Blick.“
— Alexander Woronzow, sowjetischer Kameramann bei der Befreiung
In den Lagern fanden die Befreier erschütternde Beweise für die Verbrechen: 843.000 Herrenanzüge, 837.000 Damenmäntel und 7,7 Tonnen menschliches Haar.

Wie viele Menschen starben in Auschwitz?
Die Forschung geht von etwa 1,1 Millionen Todesopfern im Lagerkomplex Auschwitz aus. Der polnische Historiker Franciszek Piper hat diese Zahl anhand von Transportlisten und Dokumenten ermittelt.
| Opfergruppe | Geschätzte Opferzahl |
|---|---|
| Juden | Ca. 1.000.000 |
| Polen (nicht-jüdisch) | 70.000 – 75.000 |
| Roma und Sinti | Ca. 21.000 |
| Sowjetische Kriegsgefangene | Ca. 15.000 |
| Andere (politische Häftlinge, Zeugen Jehovas etc.) | Ca. 10.000 – 15.000 |
| Gesamt | Ca. 1,1 Millionen |
Die meisten Opfer wurden direkt nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet. Sie wurden nie als Häftlinge registriert.
Was war das KZ Auschwitz?
Der Lagerkomplex Auschwitz bestand aus drei Hauptlagern und 47 Außenlagern:
Auschwitz I (Stammlager): Das erste Lager wurde im Mai 1940 errichtet. Hier befanden sich die Verwaltung und der berüchtigte Block 11 für Bestrafungen.
Auschwitz II (Birkenau): Das Vernichtungslager wurde ab 1941 gebaut. Hier befanden sich vier große Gaskammern und Krematorien.
Auschwitz III (Monowitz): Ein Arbeitslager für die I.G. Farben zur Produktion von synthetischem Gummi.
📍 Der Lagerkomplex in Zahlen
- Fläche: Über 40 Quadratkilometer „Interessengebiet“
- Deportierte: Mindestens 1,3 Millionen Menschen
- Gaskammern in Birkenau: 4 (Kapazität bis zu 6.000 Opfer täglich)
- Häftlingshöchstzahl: Über 100.000 gleichzeitig (August 1944)
Warum ist der 27. Januar Holocaust-Gedenktag?
Der 27. Januar wurde gewählt, weil an diesem Tag 1945 die Befreiung von Auschwitz erfolgte. Das Datum steht symbolisch für das Ende der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik.
| Jahr | Meilenstein |
|---|---|
| 1996 | Deutschland erklärt den 27. Januar zum offiziellen Gedenktag |
| 2005 | UN erklärt den 27. Januar zum Internationalen Holocaust-Gedenktag |
| 2007 | UNESCO führt den „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ ein |
| 2026 | 81. Jahrestag der Befreiung |
Gedenkstunde im Bundestag 2026: Tova Friedman hält die Rede
Am Mittwoch, dem 28. Januar 2026, findet um 12:30 Uhr die zentrale Gedenkstunde im Deutschen Bundestag statt. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner eröffnet die Veranstaltung.
Die zentrale Gedenkrede hält die Holocaust-Überlebende Tova Friedman (87). Sie wurde am 7. September 1938 in Gdynia bei Danzig geboren und überlebte Auschwitz als Kind.
| Tova Friedman – Steckbrief | Details |
|---|---|
| Geburtsdatum | 7. September 1938 |
| Geburtsort | Gdynia (Gdingen), Polen |
| Alter bei Deportation | 5 Jahre |
| Überlebte | Gaskammer (durch technischen Defekt) und Todesmärsche |
| Beruf | Therapeutin und Sozialarbeiterin |
| Wohnort | New Jersey, USA |
| TikTok-Kanal | „TovaTok“ mit Enkel Aron Goodman (500.000+ Follower) |
„Der Holocaust darf nicht nur Erinnerung, sondern muss auch Warnung für die Gesellschaft sein, wachsam zu bleiben und sich der Gefahren für die Menschheit bewusst zu sein.“
— Tova Friedman im Interview mit „Das Parlament“
Friedman überlebte die Gaskammer vermutlich durch einen technischen Defekt. Bei den Todesmärschen im Januar 1945 versteckte sie sich zwischen Leichen. Heute erreicht sie über TikTok Hunderttausende junge Menschen.

Wie überlebte Tova Friedman Auschwitz?
Tova Friedman gehört zu den jüngsten bekannten Überlebenden von Auschwitz-Birkenau. Sie war erst fünf Jahre alt, als sie mit ihrer Mutter ins Vernichtungslager deportiert wurde.
Mehrmals entging sie dem Tod nur knapp. Einmal stand sie mit anderen Kindern vor der Gaskammer – doch diese funktionierte an diesem Tag nicht. Bei den Todesmärschen im Januar 1945 versteckte sich das Mädchen zwischen Leichen.
Nach der Befreiung stellte sie fest, dass viele Familienmitglieder ermordet worden waren. 1950 emigrierte ihre Familie in die USA. Heute kämpft die 87-Jährige gegen das Vergessen.
Welche Gedenkveranstaltungen finden 2026 statt?
Zum 81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz finden deutschlandweit und international zahlreiche Veranstaltungen statt:
27. Januar 2026:
- #WeRemember-Projektion am Bundesratsgebäude in Berlin
- Gedenkveranstaltungen in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau
- Kranzniederlegungen an Holocaust-Mahnmalen deutschlandweit
- Gespräch mit Tova Friedman im Tränenpalast Berlin (Haus der Geschichte)
28. Januar 2026:
- Gedenkstunde im Deutschen Bundestag (12:30 Uhr, live auf bundestag.de)
- Rede von Tova Friedman
- Musik: Igor Levit spielt „Nocturne – Warsaw Ghetto“
- Ausstellungseröffnung „An eine Zukunft glauben“ im Paul-Löbe-Haus
Was bedeutet die Kampagne #WeRemember?
Die Kampagne #WeRemember wurde vom Jüdischen Weltkongress (WJC) und der UNESCO ins Leben gerufen. Menschen weltweit teilen Fotos mit dem Schriftzug „We Remember“ in sozialen Medien.
Der Bundesrat beteiligt sich seit 2021 an der Kampagne. Am 26. und 27. Januar 2026 erscheint der leuchtende Schriftzug „#WeRemember“ auf der Fassade des Bundesratsgebäudes in Berlin.
Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte setzt damit ein Zeichen gegen Antisemitismus, Hass und Fremdenfeindlichkeit.

❓ Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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Fazit: Erinnern heißt nicht vergessen
Die Befreiung von Auschwitz vor 81 Jahren mahnt uns, die Verbrechen des Nationalsozialismus niemals zu vergessen. Am 27. Januar 2026 gedenken wir der 1,1 Millionen Menschen, die in Auschwitz ermordet wurden.
Zeitzeugen wie Tova Friedman sind wichtiger denn je. Mit 87 Jahren erreicht sie über TikTok Hunderttausende junge Menschen. Ihre Botschaft ist klar: Der Holocaust darf sich nie wiederholen.
Die Gedenkstunde im Bundestag am 28. Januar zeigt, dass Deutschland seine historische Verantwortung ernst nimmt. In einer Zeit, in der Antisemitismus wieder zunimmt, ist das Signal wichtig: Wir erinnern. #WeRemember


