36. Verhandlungstag: Mutmaßlicher Block-Entführer: „Wir haben Spionage betrieben“
Im Hamburger Landgericht spitzt sich der Prozess um die spektakuläre Entführung der Block-Kinder weiter zu. Der mutmaßliche Kopf der Operation, ein israelischer Sicherheitsunternehmer, räumte vor Gericht ein, dass sein Team umfangreiche Überwachungsmaßnahmen rund um das Haus des Vaters in Dänemark durchgeführt habe. Diese Aussage wirft ein neues Licht auf die Hintergründe der gewaltsamen Rückholung der Kinder und die Rolle der Mutter, Christina Block, in diesem komplexen Fall.

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- Die Überwachung des Vaters und seiner Familie
- Die Rolle von Christina Block und ihrem Anwalt
- Der Versuch, in das Netzwerk des Vaters einzudringen
- Die Beobachtung der Kinder und ihrer sozialen Kontakte
- Die mutmaßliche Rolle des Mossad-Agenten
- Chronologie der Ereignisse rund um die Block Kinder Entführung
- Weiterführende Informationen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Israelischer Sicherheitsunternehmer gesteht Überwachung des Hauses des Vaters in Dänemark.
- Technische Geräte wurden fast ein Jahr vor der Entführung installiert.
- Christina Block und ihr Anwalt waren angeblich über die Überwachung informiert.
- Ziel war zunächst die Sammlung von Informationen im Sorgerechtsstreit.
Die Überwachung des Vaters und seiner Familie
Der 68-jährige Geschäftsführer einer israelischen Sicherheitsfirma, der im Zentrum der Ermittlungen zur Block Kinder Entführung steht, gab vor Gericht zu, dass sein Team detaillierte Spionageaktivitäten rund um das Haus des Vaters, Stephan Hensel, in Süddänemark durchgeführt habe. „Wir haben Spionage, was das Haus angeht, betrieben“, erklärte er unter Eid. Die Überwachung, so der Angeklagte, habe bereits fast ein Jahr vor der eigentlichen Entführung der Kinder begonnen. Dabei seien verschiedene technische Geräte im Umfeld des Hauses installiert worden, um Informationen zu sammeln.
Die Aussage des mutmaßlichen Drahtziehers der Block Kinder Entführung deutet auf eine lange geplante und akribisch vorbereitete Operation hin. Die Installation von Überwachungstechnik, die fast ein Jahr vor der Entführung begann, lässt vermuten, dass die Rückholung der Kinder von langer Hand geplant war und nicht eine spontane Entscheidung war. Der Fokus lag dabei offenbar nicht nur auf dem Vater, sondern auch auf den Kindern selbst.
Die Rolle von Christina Block und ihrem Anwalt
Besonders brisant ist die Aussage des Angeklagten, dass Christina Block, die Mutter der Kinder, und ihr Familienanwalt über die Überwachungsmaßnahmen informiert gewesen seien. „Sie waren sich bewusst, dass wir das taten“, sagte er vor Gericht. Demnach hätten Mutter und Anwalt von Anfang an Kenntnis von den Spionageaktivitäten gehabt und diese möglicherweise sogar in Auftrag gegeben. Ziel der Überwachung sei es zunächst gewesen, Informationen im Sorgerechtsstreit zu sammeln, die Christina Block im Kampf um das Sorgerecht hätten helfen können.
Die Aussage des Angeklagten, dass Christina Block über die Überwachung informiert war, könnte ihre Position im Sorgerechtsstreit erheblich schwächen. Sollte sich herausstellen, dass sie aktiv an der Spionage beteiligt war, könnte dies negative Auswirkungen auf ihre Chancen haben, das Sorgerecht für ihre Kinder zu erhalten. (Lesen Sie auch: 36. Verhandlungstag: Mutmaßlicher Kidnapper: Haben für Block…)
Der Versuch, in das Netzwerk des Vaters einzudringen
Neben der visuellen Überwachung des Hauses und des Umfelds habe das Team des Angeklagten auch versucht, in den elektronischen Datenverkehr am Wohnsitz von Stephan Hensel einzudringen. „Wir wollten in das Netzwerk der Familie Hensel einbrechen“, erklärte der Angeklagte laut Dolmetscherin. „Wir wollten in der Lage sein, in den ganzen Verkehr reinzuhören.“ Ziel sei es gewesen, Passwörter zu entschlüsseln und so Zugriff auf sensible Daten zu erhalten. Obwohl Teile von Passwörtern entschlüsselt worden seien, habe man jedoch nicht genügend Informationen erhalten, um die Daten vollständig zu entschlüsseln.
Der Versuch, in das Netzwerk des Vaters einzudringen, zeigt, dass die Planer der Block Kinder Entführung bereit waren, erhebliche Ressourcen und technische Expertise einzusetzen, um Informationen zu sammeln. Der Zugriff auf den elektronischen Datenverkehr hätte ihnen potenziell Einblicke in die Kommunikation, die Finanzen und andere private Angelegenheiten der Familie Hensel verschaffen können.
Die Beobachtung der Kinder und ihrer sozialen Kontakte
Auch die Kinder selbst seien observiert worden, gab der Angeklagte zu. Dabei habe man festgestellt, dass die Kinder keine oder nur wenige soziale Kontakte zu Gleichaltrigen gehabt hätten. Auf die Frage des Anwalts des Vaters, wie er das beurteilen könne und ob die Kinder denn rund um die Uhr beobachtet worden seien, antwortete der Zeuge: „Manchmal ja. Nicht immer 24 Stunden, aber für einen langen Zeitraum.“ Diese Aussage deutet darauf hin, dass die Beobachtung der Kinder intensiv und über einen längeren Zeitraum angelegt war.
Die Beobachtung der Kinder und die Feststellung, dass sie angeblich wenige soziale Kontakte hatten, könnten als Rechtfertigung für die Block Kinder Entführung dienen. Möglicherweise wollte die Mutter argumentieren, dass die Kinder in Dänemark isoliert lebten und dass die Rückholung nach Deutschland zu ihrem Wohl notwendig war. Ob diese Argumentation vor Gericht Bestand haben wird, bleibt jedoch abzuwarten.
Die mutmaßliche Rolle des Mossad-Agenten
Dem 68-Jährigen wird vorgeworfen, die Entführung der damals 10 und 13 Jahre alten Block-Kinder aus Dänemark in der Silvesternacht 2023/24 organisiert und durchgeführt zu haben. Laut Zeugenaussagen soll der Angeklagte früher beim israelischen Geheimdienst Mossad tätig gewesen sein. Diese Information unterstreicht die Professionalität und die möglichen Ressourcen, die bei der Planung und Durchführung der Block Kinder Entführung zum Einsatz kamen. (Lesen Sie auch: Newsblog zum Block-Prozess: Zeuge Barkay: Entführer spionierten…)
Die mutmaßliche Beteiligung eines ehemaligen Mossad-Agenten an der Block Kinder Entführung wirft Fragen nach den Motiven und Hintergründen der Tat auf. War es tatsächlich nur ein Sorgerechtsstreit, der zu dieser drastischen Maßnahme führte, oder spielten noch andere Faktoren eine Rolle? Die weiteren Verhandlungen werden zeigen, ob diese Fragen beantwortet werden können.
Chronologie der Ereignisse rund um die Block Kinder Entführung
Installation von Überwachungstechnik am Haus des Vaters in Dänemark.
Versuche, in den elektronischen Datenverkehr der Familie Hensel einzudringen.

Gewaltsame Rückholung der Block-Kinder aus Dänemark.
Die dänischen und deutschen Behörden nehmen die Ermittlungen auf. (Lesen Sie auch: Block-Prozess, Tag 35: Chef-Entführer erneuert Vorwürfe gegen…)
Der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter läuft.
Es gilt die Unschuldsvermutung. Alle genannten Personen sind bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig anzusehen.
Weiterführende Informationen
Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir folgende vertrauenswürdige Quellen: (Lesen Sie auch: 35. Prozesstag: Mutmaßlicher Block-Kidnapper fühlt sich schlecht…)
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was wird dem Angeklagten konkret vorgeworfen?
Dem Angeklagten wird vorgeworfen, die Entführung der Block-Kinder organisiert und durchgeführt zu haben. Er soll der Kopf der Operation gewesen sein.
Welche Rolle spielt Christina Block in dem Fall?
Christina Block, die Mutter der Kinder, soll laut Aussage des Angeklagten über die Überwachungsmaßnahmen informiert gewesen sein. Ihre genaue Rolle wird derzeit noch ermittelt.
Was bedeutet die Aussage des Angeklagten für den Sorgerechtsstreit?
Die Aussage des Angeklagten könnte die Position von Christina Block im Sorgerechtsstreit schwächen, insbesondere wenn sich herausstellt, dass sie aktiv an der Spionage beteiligt war.
Welche Strafe droht dem Angeklagten im Falle einer Verurteilung?
Im Falle einer Verurteilung drohen dem Angeklagten mehrere Jahre Haft. Die genaue Strafhöhe hängt von den Umständen der Tat und der Beweislage ab.
Wie geht es mit den Block-Kindern weiter?
Das Wohl der Kinder steht im Mittelpunkt der weiteren Entscheidungen. Die Behörden werden prüfen, wo die Kinder am besten aufgehoben sind und wie ein stabiles und sicheres Umfeld für sie geschaffen werden kann. (Lesen Sie auch: Newsblog zum Block-Prozess: Verteidiger Ingo Bott: "Die…)
Fazit
Der Prozess um die Block Kinder Entführung ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Aussage des mutmaßlichen Drahtziehers der Operation hat jedoch neue Erkenntnisse und Fragen aufgeworfen. Die Verhandlungen werden zeigen, welche Rolle Christina Block tatsächlich gespielt hat und welche Konsequenzen die Tat für alle Beteiligten haben wird. Der Fall verdeutlicht auf dramatische Weise die Eskalation eines Sorgerechtsstreits und die möglichen Folgen für die betroffenen Kinder.






