Nitazene Droge: Todeszahlen Wohl Höher als Bekannt

Die erschreckende Realität der Drogenkrise wird immer deutlicher: Synthetische Opioide, insbesondere die sogenannten Nitazene, fordern offenbar mehr Todesopfer als bisher angenommen. „Wenn wir ein Problem nicht richtig messen, können wir keine geeigneten Maßnahmen entwickeln – und die unvermeidliche Folge ist, dass vermeidbare Todesfälle weiterhin auftreten werden“, warnt Caroline Copeland vom King’s College London. Die Dunkelziffer der Todesfälle im Zusammenhang mit der gefährlichen Nitazene Droge könnte um ein Drittel höher liegen als offizielle Statistiken vermuten lassen.

Symbolbild zum Thema Nitazene Droge
Symbolbild: Nitazene Droge (Bild: Pexels)
Steckbrief: Nitazene
Vollständiger NameNitazene (verschiedene Derivate)
GeburtsdatumSynthetisierung erstmals in den 1950er Jahren
GeburtsortUrsprünglich pharmazeutische Labore
AlterWiederentdeckung als Rauschmittel in den letzten Jahren
BerufSynthetisches Opioid (ursprünglich als Schmerzmittel gedacht)
Bekannt durchZunehmende Rolle bei Drogentodesfällen
Aktuelle ProjekteKeine (illegale Substanz)
WohnortNicht zutreffend
Partner/BeziehungNicht zutreffend
KinderNicht zutreffend
Social MediaNicht zutreffend

Die unsichtbare Gefahr: Warum Nitazene-Todesfälle unterschätzt werden

Das Problem liegt in der schnellen Abbaugeschwindigkeit der Nitazene im Körper. Wie Stern berichtet, vergeht in Großbritannien oft ein ganzer Monat, bis Blutproben von Verstorbenen toxikologisch untersucht werden können. Zu diesem Zeitpunkt sind oft nur noch Spuren der Substanz vorhanden, was die Feststellung der tatsächlichen Todesursache erschwert. Tierversuche des Forschungsteams um Copeland zeigten, dass nach dieser Zeitspanne nur noch etwa 14 Prozent des ursprünglichen Nitazens nachweisbar sind.

⚠️ Wichtige Details aus der Originalmeldung:

  • Aktenzeichen: azene.
  • Aktenzeichen: azu
📌 Hintergrund

Nitazene sind eine Gruppe synthetischer Opioide, die ursprünglich in den 1950er Jahren als Schmerzmittel entwickelt wurden. Aufgrund ihrer extremen Wirksamkeit, die bis zu 500-mal höher sein kann als die von Heroin, wurde ihre Entwicklung jedoch eingestellt. Nun tauchen sie als gefährliche Rauschmittel wieder auf.

Wie wirken Nitazene und welche Gefahren bergen sie?

Nitazene sind hochpotente synthetische Opioide, die eine ähnliche Wirkung wie Heroin oder Fentanyl haben, aber um ein Vielfaches stärker sind. Sie binden an die gleichen Opioidrezeptoren im Gehirn, die für die Schmerzlinderung und das Gefühl der Euphorie verantwortlich sind. Aufgrund ihrer hohen Potenz kann bereits eine sehr geringe Dosis zu einer lebensbedrohlichen Überdosierung führen. Die wirksame Dosis liegt oft nah an der tödlichen. (Lesen Sie auch: Shopping Sucht: 12.000 Euro Schulden durch Online-Käufe?)

Typische Anzeichen einer Überdosis sind Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, starke Sedierung und Atemstillstand. Da Nitazene oft in gefälschten Tabletten, Vapes oder sogar auf Pappen verkauft werden, ist es für Konsumenten extrem schwierig, die tatsächliche Dosis einzuschätzen. Dies erhöht das Risiko einer unbeabsichtigten Überdosierung erheblich.

Nitazene auf dem Vormarsch: Eine Bedrohung für Deutschland?

Auch in Deutschland wurden bereits Todesfälle im Zusammenhang mit Nitazenen nachgewiesen. Die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) warnt vor der Verbreitung dieser Substanzen, die in verschiedenen Formen konsumiert werden können. Die Tatsache, dass Nitazene leicht und billig herzustellen sind, macht sie zu einer attraktiven Option für Drogenhändler, die ihre Produkte strecken oder Fälschungen herstellen wollen. Das Bundesgesundheitsministerium beobachtet die Entwicklung aufmerksam und arbeitet an Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung.

Die Dunkelziffer der Todesfälle könnte auch hierzulande höher liegen als bisher angenommen, da die schnelle Abbaugeschwindigkeit der Substanzen die forensische Analyse erschwert. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Ärzte, Rettungskräfte und Drogenkonsumenten über die Gefahren von Nitazenen informiert sind und im Falle einer Überdosierung schnell handeln können.

Was tun bei einer Überdosierung?

Im Falle einer vermuteten Überdosierung von Opioiden, einschließlich Nitazenen, ist schnelles Handeln lebensrettend. Folgende Maßnahmen sollten ergriffen werden:

  1. Notruf wählen: Sofort den Notruf (112) alarmieren und die Situation schildern.
  2. Naloxon verabreichen: Wenn vorhanden, Naloxon verabreichen. Naloxon ist ein Opioid-Antagonist, der die Wirkung von Opioiden aufheben kann. Es ist in einigen Ländern als Nasenspray oder Injektion erhältlich.
  3. Atemwege sichern: Sicherstellen, dass die Atemwege des Betroffenen frei sind. Bei Bedarf Beatmung durchführen.
  4. Stabile Seitenlage: Den Betroffenen in die stabile Seitenlage bringen, um Erstickungsgefahr zu vermeiden.
  5. Bis zum Eintreffen des Notarztes: Den Betroffenen nicht alleine lassen und die Vitalfunktionen (Atmung, Puls) überwachen.
⚠️ Wichtig

Naloxon ist ein Notfallmedikament, das Leben retten kann. Es ist jedoch kein Ersatz für eine professionelle medizinische Behandlung. Auch nach der Verabreichung von Naloxon muss der Betroffene ärztlich versorgt werden. (Lesen Sie auch: Unwetter Südeuropa: Heftige Flutwelle Rollt durch Portugal)

Die Forschungsergebnisse im Detail

Das Forschungsteam um Caroline Copeland vom King’s College London simulierte den typischen Ablauf von Probennahme und -analyse nach Todesfällen in Tierversuchen. Dabei stellten sie fest, dass die Nitazene in den Blutproben schnell abgebaut werden. Nach etwa einem Monat, der in Großbritannien typischerweise bis zur Analyse der Proben vergeht, waren nur noch 14 Prozent des ursprünglichen Nitazens vorhanden. Aus ihren Modellierungen schloss das Team, dass die tatsächliche Zahl der Todesfälle um etwa ein Drittel höher liegt als bisher erfasst.

Copeland betonte die Bedeutung genauerer Messmethoden, um das Problem in seiner vollen Tragweite zu erfassen. „Wenn wir ein Problem nicht richtig messen, können wir keine geeigneten Maßnahmen entwickeln – und die unvermeidliche Folge ist, dass vermeidbare Todesfälle weiterhin auftreten werden“, sagte sie.

Die Studie wurde im Fachjournal „Clinical Toxicology“ veröffentlicht und unterstreicht die Notwendigkeit, die forensischen Analyseverfahren zu verbessern, um die tatsächliche Belastung durch Nitazene-bedingte Todesfälle besser zu verstehen.

Vorname Nachname privat: Was ist aktuell über Caroline Copeland bekannt?

Caroline Copeland ist eine renommierte Wissenschaftlerin am King’s College London, die sich auf die Erforschung von Drogenmissbrauch und dessen Folgen konzentriert. Über ihr Privatleben ist wenig öffentlich bekannt, da sie sich hauptsächlich auf ihre wissenschaftliche Arbeit konzentriert. Ihr Engagement für die Aufklärung über die Gefahren synthetischer Opioide wie Nitazene ist jedoch unbestreitbar. Sie setzt sich dafür ein, dass die Forschungsergebnisse in die Praxis umgesetzt werden, um Leben zu retten und die Drogenpolitik zu verbessern.

Copeland und ihr Team arbeiten eng mit Strafverfolgungsbehörden, Gesundheitsorganisationen und anderen Forschungseinrichtungen zusammen, um die Verbreitung von Nitazenen zu überwachen und wirksame Präventions- und Behandlungsstrategien zu entwickeln. Ihr Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Gefahren dieser Substanzen zu sensibilisieren und die Zahl der vermeidbaren Todesfälle zu reduzieren. (Lesen Sie auch: Herztransplantation Italien: Drama um Erfrorenes Spenderherz)

Detailansicht: Nitazene Droge
Symbolbild: Nitazene Droge (Bild: Pexels)

Obwohl Details zu ihrem persönlichen Leben rar sind, ist ihr Engagement für die Bekämpfung der Drogenkrise und die Rettung von Leben offensichtlich. Ihre Forschung leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der komplexen Dynamik des Drogenmissbrauchs und zur Entwicklung wirksamer Maßnahmen zur Bewältigung dieser Herausforderung.

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Häufig gestellte Fragen

Was sind Nitazene genau?

Nitazene sind eine Gruppe synthetischer Opioide, die um ein Vielfaches stärker wirken als Heroin. Sie wurden ursprünglich als Schmerzmittel entwickelt, ihre Entwicklung aber aufgrund der hohen Suchtgefahr eingestellt. Nun tauchen sie als gefährliche Rauschmittel wieder auf.

Warum sind Nitazene so gefährlich?

Nitazene sind extrem potent, was bedeutet, dass bereits eine sehr geringe Dosis zu einer Überdosierung führen kann. Zudem werden sie oft in gefälschten Tabletten oder anderen Drogen gefunden, was das Risiko einer unbeabsichtigten Überdosierung erhöht. (Lesen Sie auch: Kängurufleisch Mensa: Wie Schmeckte das Exotische Gericht?)

Wie kann man eine Überdosierung erkennen und was ist zu tun?

Anzeichen einer Überdosierung sind Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, verlangsamte Atmung oder Atemstillstand. Im Notfall sofort den Notruf (112) wählen und, falls vorhanden, Naloxon verabreichen. Die Person bis zum Eintreffen des Notarztes nicht alleine lassen.

Gibt es in Deutschland bereits Probleme mit Nitazenen?

Ja, auch in Deutschland wurden bereits Todesfälle im Zusammenhang mit Nitazenen nachgewiesen. Die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) warnt vor der Verbreitung dieser Substanzen.

Wie können forensische Analysen verbessert werden, um Nitazene besser nachzuweisen?

Die Forschung von Caroline Copeland zeigt, dass schnellere Analyseverfahren und die Suche nach spezifischen Abbauprodukten der Nitazene notwendig sind, um die tatsächliche Zahl der Todesfälle korrekt zu erfassen.

Die zunehmende Verbreitung der Nitazene Droge stellt eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar. Nur durch eine Kombination aus verbesserter Forschung, Aufklärung und Präventionsmaßnahmen kann es gelingen, die Zahl der vermeidbaren Todesfälle zu reduzieren und die Drogenkrise einzudämmen.
Dieser Artikel basiert auf einer Meldung von: Stern

Illustration zu Nitazene Droge
Symbolbild: Nitazene Droge (Bild: Pexels)

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