Der Social Media Trend Berge, bei dem unbedarfte Tourist:innen für spektakuläre Aufnahmen riskante Bergtouren unternehmen, bereitet Bergretter:innen zunehmend Sorgen. Oftmals mangelt es an Ausrüstung und Erfahrung, was zu gefährlichen Situationen führt und die Einsatzkräfte zusätzlich belastet.

+
Zusammenfassung
- Leichtsinnige Tourist:innen riskieren für Social-Media-Aufnahmen ihr Leben in den Bergen.
- Bergretter:innen warnen vor mangelnder Ausrüstung und fehlender Erfahrung.
- Die Einsätze werden aufwändiger und gefährlicher.
- Es besteht die Gefahr, dass sich der Trend weiter verstärkt.
Leichtsinnigkeit am Berg nimmt zu
Die bayerischen Alpen, allen voran die Zugspitze, ziehen jedes Jahr zahlreiche Tourist:innen an. Doch in den letzten Jahren beobachten Bergretter:innen einen besorgniserregenden Trend: Immer mehr junge Menschen wagen sich ohne ausreichende Vorbereitung und Ausrüstung auf anspruchsvolle Bergtouren, um spektakuläre Fotos und Videos für Social Media zu produzieren. Wie Stern berichtet, führt dies zu einer Zunahme von Notfällen und gefährdet sowohl die Tourist:innen selbst als auch die Rettungskräfte.
Die Motive sind dabei oft ähnlich: Ein atemberaubendes Panorama, ein waghalsiger Sprung oder eine vermeintlich coole Pose vor dem Abgrund sollen möglichst viele Likes und Kommentare in den sozialen Netzwerken generieren. Dabei wird jedoch die Realität des alpinen Geländes oft völlig unterschätzt.
Alpine Gefahren wie Wetterumschwünge, Steinschlag oder unwegsames Gelände werden oft unterschätzt. Eine gute Vorbereitung und Ausrüstung sind unerlässlich.
Welche Risiken birgt der Social-Media-Trend in den Bergen?
Der Drang nach Aufmerksamkeit in den sozialen Medien verleitet viele Tourist:innen dazu, Risiken einzugehen, die sie unter normalen Umständen vermeiden würden. Fehlende Ausrüstung wie festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung oder ausreichend Proviant sind dabei nur ein Teil des Problems. Oftmals fehlt es auch an grundlegenden Kenntnissen über alpine Gefahren und die richtige Reaktion in Notfallsituationen. (Lesen Sie auch: Deutscher Wetterdienst warnt vor Sturmböen und Dauerregen)
Die Konsequenzen können verheerend sein: Stürze, Erschöpfung, Unterkühlung oder Orientierungslosigkeit sind nur einige der möglichen Folgen. Im schlimmsten Fall enden solche leichtsinnigen Aktionen sogar tödlich.
Die Bergwacht Bayern warnt eindringlich vor diesem Trend und appelliert an alle Bergsportler:innen, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und sich entsprechend vorzubereiten. Auf der Webseite der Bergwacht Bayern finden sich zahlreiche Informationen und Tipps zur sicheren Planung und Durchführung von Bergtouren.
Die Herausforderungen für die Bergretter
Die Zunahme von Notfällen, die durch leichtsinniges Verhalten in den Bergen verursacht werden, stellt die Bergretter:innen vor große Herausforderungen. Die Einsätze sind oft aufwändig und gefährlich, da die Tourist:innen sich häufig in unwegsamem Gelände befinden und schwer zugänglich sind. Zudem werden die Rettungskräfte unnötig belastet, da sie ihre Zeit und Ressourcen für vermeidbare Einsätze aufwenden müssen.
Die Kosten für solche Rettungsaktionen sind ebenfalls nicht unerheblich. In vielen Fällen müssen Hubschrauber eingesetzt werden, um die Verunglückten zu bergen. Diese Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen oder den Verursachern getragen.
Einige Bergretter fordern daher eine stärkere Sensibilisierung für die Gefahren in den Bergen und eine konsequentere Ahndung von Verstößen gegen die alpine Sicherheit. Es wird auch überlegt, ob Tourist:innen, die durch ihr leichtsinniges Verhalten einen Rettungseinsatz auslösen, stärker zur Kasse gebeten werden sollten. (Lesen Sie auch: Virus-Ausbruch bei Kreuzfahrt: Hantavirus: Vier Schiffspassagiere nach…)
Prävention und Aufklärung sind entscheidend
Um dem gefährlichen Social-Media-Trend in den Bergen entgegenzuwirken, sind vor allem Prävention und Aufklärung wichtig. Tourist:innen müssen sich der Risiken bewusst sein und lernen, wie sie sich richtig vorbereiten und verhalten können. Hier sind einige Tipps:
- Sorgfältige Tourenplanung: Informieren Sie sich über die Route, die Wetterbedingungen und die Schwierigkeitsgrad.
- Passende Ausrüstung: Tragen Sie festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und nehmen Sie ausreichend Proviant und Wasser mit.
- Kenntnisse über alpine Gefahren: Informieren Sie sich über Steinschlag, Wetterumschwünge und Orientierungslosigkeit.
- Notfallausrüstung: Packen Sie ein Erste-Hilfe-Set, eine Rettungsdecke und ein Mobiltelefon mit vollem Akku ein.
- Realistische Selbsteinschätzung: Überschätzen Sie Ihre Fähigkeiten nicht und passen Sie die Tour Ihrem Können an.
Nutzen Sie Apps und Online-Portale, um sich über die aktuellen Bedingungen in den Bergen zu informieren. Die Alpenvereine bieten zudem Kurse und Workshops zur alpinen Sicherheit an.
Auch die Betreiber von Bergbahnen und Hütten können einen Beitrag zur Prävention leisten, indem sie Tourist:innen auf die Gefahren hinweisen und ihnen Tipps für sichere Bergtouren geben. Eine Kooperation zwischen Bergwacht, Tourismusverbänden und Social-Media-Plattformen könnte ebenfalls dazu beitragen, den Trend zu stoppen und das Bewusstsein für die alpine Sicherheit zu stärken. Der Deutsche Alpenverein (DAV) bietet umfangreiche Informationen und Kurse zur Bergsicherheit.

Wie geht es weiter mit dem Social-Media-Trend in den Bergen?
Häufig gestellte Fragen
Was genau ist der Social-Media-Trend in den Bergen?
Der Trend beschreibt das Phänomen, dass Tourist:innen riskante Bergtouren unternehmen, um spektakuläre Fotos und Videos für Social Media zu erstellen. Dabei werden oft alpine Gefahren unterschätzt und Sicherheitsvorkehrungen missachtet, was zu Notfällen führen kann.
Welche Ausrüstung ist für eine Bergtour unbedingt erforderlich?
Für eine sichere Bergtour sind festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung (Regenjacke, warme Jacke), ausreichend Proviant und Wasser, ein Erste-Hilfe-Set, eine Rettungsdecke, ein Mobiltelefon mit vollem Akku sowie eine detaillierte Karte und ein Kompass unerlässlich.
Wie kann ich mich vor alpinen Gefahren schützen?
Informieren Sie sich vor der Tour über die Wetterbedingungen und die Route. Beachten Sie die Warnhinweise der Bergwacht und der Alpenvereine. Überschätzen Sie Ihre eigenen Fähigkeiten nicht und passen Sie die Tour Ihrem Können an. Bleiben Sie auf den markierten Wegen und vermeiden Sie riskante Manöver.
Was soll ich tun, wenn ich in eine Notlage gerate?
Bewahren Sie Ruhe und versuchen Sie, die Situation einzuschätzen. Setzen Sie einen Notruf ab (112 in Europa) und geben Sie Ihren Standort so genau wie möglich an. Schützen Sie sich vor Kälte und Nässe und warten Sie auf die Rettungskräfte. Leisten Sie Erste Hilfe, wenn nötig.
Wer trägt die Kosten für einen Rettungseinsatz in den Bergen?
Die Kosten für einen Rettungseinsatz werden in der Regel von der Krankenkasse oder der privaten Unfallversicherung getragen. In manchen Fällen müssen die Verursacher die Kosten selbst übernehmen, insbesondere wenn sie grob fahrlässig gehandelt haben. (Lesen Sie auch: Hantavirus: Niederlande fliegen deutsche Passagiere der „Hondius“…)
Der leichtsinnige Umgang mit den Bergen, getrieben von der Jagd nach Aufmerksamkeit in den sozialen Medien, ist ein wachsendes Problem. Nur durch Aufklärung, Prävention und ein gesteigertes Verantwortungsbewusstsein kann dieser gefährliche Social Media Trend Berge eingedämmt werden, um die Sicherheit aller Bergsportler:innen zu gewährleisten.






