EU einigt sich auf Finanzhilfe: 90 Milliarden Euro für die Ukraine

Was bedeutet die EU-Einigung über 90 Milliarden Euro für die Ukraine?

Die EU hat am 19. Dezember 2025 einen historischen Beschluss gefasst: 90 Milliarden Euro für die Ukraine als zinslosen Kredit für die Jahre 2026 und 2027. Nach rund 18-stündigen Verhandlungen beim EU-Gipfel in Brüssel verkündete EU-Ratspräsident António Costa die Einigung in den frühen Morgenstunden. Der Europäische Rat bestätigte die Entscheidung offiziell.

Der Kredit deckt den militärischen Bedarf und das Haushaltsdefizit der Ukraine für die kommenden zwei Jahre. Die Auszahlung soll bereits im Januar 2026 beginnen. Die Rückzahlung erfolgt erst, wenn Russland Reparationen für die Kriegsschäden zahlt.

Die wichtigsten Details zur Ukraine-Finanzierung

Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete die Einigung als klares Signal an Wladimir Putin. Die EU-Kommission nimmt den Kredit auf und leitet die Mittel an die Ukraine weiter. Das Besondere: Kiew muss das Geld nur zurückzahlen, wenn Moskau Entschädigungen leistet.

Eckdaten des EU-Kredits im Überblick

MerkmalDetails
Gesamtsumme90 Milliarden Euro
Zeitraum2026–2027
Zinssatz0 Prozent (zinslos)
RückzahlungErst nach russischen Reparationen
AuszahlungsbeginnJanuar 2026
FinanzierungEU-Haushalt (gemeinsame Kreditaufnahme)

Warum scheiterte der ursprüngliche Plan von Merz?

Friedrich Merz hatte ursprünglich einen anderen Vorschlag eingebracht. Er wollte die in der EU eingefrorenen russischen Zentralbank-Gelder direkt nutzen. Dieser Plan sah bis zu 210 Milliarden Euro vor. Belgien blockierte jedoch diese Variante. Laut Bundesregierung bleibt Deutschland dennoch der größte europäische Unterstützer der Ukraine.

Die belgische Regierung befürchtete Vergeltungsmaßnahmen Russlands gegen europäische Unternehmen. Auch Frankreich und Italien lehnten den nötigen Schutzmechanismus ab. Das Finanzinstitut Euroclear in Brüssel verwaltet den Großteil der eingefrorenen russischen Vermögenswerte und hätte bei einer Konfiszierung Risiken getragen.

Merz akzeptierte den Kompromiss dennoch als Erfolg. Die russischen Vermögenswerte bleiben eingefroren, bis Moskau Zahlungen an die Ukraine leistet.

Reaktionen der EU-Staats- und Regierungschefs

Die Reaktionen auf die Einigung fielen unterschiedlich aus. Während die Mehrheit den Kompromiss begrüßte, übten einige Länder Kritik.

Belgiens Premierminister Bart De Wever zeigte sich erleichtert. Er betonte, dass die Ukraine, Europa und die finanzielle Stabilität gewonnen hätten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte die Lösung die realistischste und praktikabelste Option.

Ungarn, Tschechien und die Slowakei beteiligen sich nicht an der Finanzierung. Viktor Orbán sprach von einem verlorenen Kriegskredit. António Costa widersprach dieser Darstellung. Das Ziel sei nicht die Verlängerung des Krieges, sondern ein gerechter und dauerhafter Frieden.

Wer sich für die wirtschaftlichen Auswirkungen solcher Entscheidungen interessiert, findet weitere Informationen in unserem Artikel zur Kreislaufwirtschaft und ihrer Bedeutung für Europa.

Was bedeutet die Entscheidung für die Ukraine?

Die 90 Milliarden Euro für die Ukraine sichern die Finanzierung des Landes für zwei Jahre. Laut EU-Schätzungen benötigt die Ukraine 83,4 Milliarden Euro für militärische Zwecke und 52,3 Milliarden Euro zur Stabilisierung der Wirtschaft. Der Kredit deckt damit den Großteil des Bedarfs.

Die Ukraine erhält durch die Entscheidung Planungssicherheit. Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm persönlich am EU-Gipfel teil. Die Auszahlung in Tranchen ermöglicht eine kontinuierliche Unterstützung ohne abrupte Finanzierungslücken.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist die EU-Finanzhilfe für die Ukraine?

Die EU stellt der Ukraine 90 Milliarden Euro als zinslosen Kredit für die Jahre 2026 und 2027 zur Verfügung. Die Summe deckt militärische Ausgaben und das Haushaltsdefizit des Landes.

Muss die Ukraine den Kredit zurückzahlen?

Die Ukraine muss den Kredit erst zurückzahlen, wenn Russland Reparationen für die Kriegsschäden leistet. Solange Moskau nicht zahlt, bleibt die Schuld gestundet. Falls Russland keine Entschädigung leistet, könnten eingefrorene russische Vermögenswerte herangezogen werden.

Wann beginnt die Auszahlung an die Ukraine?

Die Auszahlung soll laut Bundeskanzler Merz bereits im Januar 2026 beginnen. Die Mittel werden in Tranchen über zwei Jahre verteilt.

Welche EU-Länder beteiligen sich nicht?

Ungarn, Tschechien und die Slowakei haben sich gegen eine Beteiligung an der Finanzierung entschieden. Die restlichen EU-Mitgliedsstaaten tragen den Kredit gemeinsam.

Warum wurde das russische Vermögen nicht direkt genutzt?

Belgien blockierte die direkte Nutzung der eingefrorenen russischen Zentralbank-Gelder. Die Regierung befürchtete rechtliche Risiken und mögliche Vergeltungsmaßnahmen Russlands gegen europäische Unternehmen und das Finanzinstitut Euroclear.

Fazit: 90 Milliarden Euro für die Ukraine sichern Europas Unterstützung

Die Einigung auf 90 Milliarden Euro für die Ukraine zeigt die Entschlossenheit der EU. Nach monatelangem Streit fanden die Staats- und Regierungschefs einen Kompromiss. Die Finanzierung steht bis Ende 2027 – unabhängig davon, wie sich der Krieg entwickelt.

Bundeskanzler Merz sprach von einer Demonstration europäischer Souveränität. Die Botschaft an Moskau sei klar: Der Krieg werde sich für Russland nicht lohnen. Ob diese Strategie aufgeht, wird die Zukunft zeigen. Sicher ist: Die Ukraine kann vorerst mit verlässlicher europäischer Unterstützung rechnen.

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