Politikerranking 2026: Boris Pistorius (SPD) bleibt mit großem Abstand der beliebteste Politiker Deutschlands. Kanzler Friedrich Merz (CDU) fällt dagegen in allen Umfragen weiter ab.
Die aktuellen Umfragen von ZDF Politbarometer, INSA und Forsa zeigen ein klares Bild: Der Verteidigungsminister dominiert die Beliebtheitsskalen, während der amtierende Bundeskanzler mit Vertrauensproblemen kämpft. Wie bewerten die Deutschen ihre Spitzenpolitiker Anfang 2026?
Politikerranking Januar 2026: Die Top 10
Die Forschungsgruppe Wahlen ermittelt regelmäßig für das ZDF Politbarometer die Beliebtheitswerte deutscher Politiker. Auf einer Skala von -5 bis +5 bewerten Befragte, wie zufrieden sie mit einzelnen Politikern sind.
| Rang | Politiker | Partei | Wert | Tendenz |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Boris Pistorius | SPD | +1,8 | ▲ stabil |
| 2 | Johann Wadephul | CDU | +0,6 | ▲ |
| 3 | Hendrik Wüst | CDU | +0,4 | → |
| 4 | Rolf Mützenich | SPD | +0,3 | → |
| 5 | Lars Klingbeil | SPD | +0,2 | ▲ |
| 6 | Markus Söder | CSU | -0,5 | ▼ |
| 7 | Bärbel Bas | SPD | -0,3 | ▼ |
| … | Friedrich Merz | CDU | -0,6 | ▼ |
Quelle: ZDF Politbarometer, Forschungsgruppe Wahlen, Dezember 2025

Boris Pistorius: Warum ist der Verteidigungsminister so beliebt?
Seit Monaten hält sich Boris Pistorius unangefochten auf Platz 1 der deutschen Politikerrankings. Die Zahlen sind beeindruckend: Im aktuellen Forsa-Ranking erreicht er 59 von 100 möglichen Vertrauenspunkten. Laut einer INSA-Umfrage für die Bild-Zeitung von Januar 2026 wünschen sich 46 Prozent der Deutschen, dass Pistorius mehr politischen Einfluss bekommt.
Sein Erfolg beruht auf mehreren Faktoren: Pistorius kommuniziert direkt und verständlich, zeigt Führungsstärke in der Sicherheitspolitik und genießt parteiübergreifendes Ansehen. Viele Deutsche hätten ihn lieber als SPD-Kanzlerkandidaten gesehen – doch die Partei entschied sich bekanntlich für Olaf Scholz.
Friedrich Merz: Bundeskanzler mit Imageproblem
Für Friedrich Merz, seit Mai 2025 Bundeskanzler der schwarz-roten Koalition, zeigen die Umfragen eine andere Entwicklung. Im ZDF Politbarometer liegt er mit -0,6 Punkten im negativen Bereich. Das Forsa-Ranking vergibt ihm nur 35 von 100 Punkten.
Besonders alarmierend für den CDU-Chef: Laut Spiegel wünschen sich nur noch 35 Prozent der Deutschen, dass Merz eine wichtige politische Rolle spielt. Im Mai 2025, kurz nach der Bundestagswahl, lag dieser Wert noch deutlich höher. Die schwarz-rote Regierung ist laut Umfragen fast so unbeliebt wie die vorherige Ampel-Koalition – 53 Prozent zeigen sich unzufrieden.
Wer wissen möchte, wie sich politische Entscheidungen auf das eigene Gehalt auswirken, findet hier den Brutto-Netto-Rechner 2026.
Schlusslichter im Politikerranking
Am unteren Ende der Beliebtheitsskala finden sich vor allem Vertreter kleinerer Parteien und umstrittene Persönlichkeiten:
Niedrigste Bewertungen (ZDF Politbarometer):
- Alice Weidel (AfD): -2,6 Punkte
- Sahra Wagenknecht (BSW): -1,8 Punkte
- Jens Spahn (CDU): 18 Punkte (Forsa), Platz 20
Auffällig ist, dass Sahra Wagenknecht trotz des medialen Erfolgs ihrer neuen Partei BSW persönlich negative Werte erzielt. Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel bleibt trotz steigender Umfragewerte für ihre Partei die unbeliebteste Spitzenpolitikerin.
SPD-Paradox: Beliebte Politiker, verlorene Wahl
Ein interessantes Phänomen zeigt sich bei der SPD: Die Partei holte bei der Bundestagswahl im Februar 2025 nur 16,4 Prozent der Stimmen – ihr historisch schlechtestes Ergebnis. Dennoch dominieren SPD-Politiker die Beliebtheitslisten. Neben Pistorius auf Platz 1 finden sich auch Klingbeil und Mützenich unter den Top 5.
Dies verdeutlicht die Diskrepanz zwischen persönlicher Beliebtheit einzelner Politiker und der Zustimmung zur Gesamtpartei. Die Union gewann die Wahl mit 28,6 Prozent, doch Kanzler Merz erreicht nicht annähernd die Sympathiewerte seines Koalitionspartners Pistorius.
Ausblick: Wie geht es 2026 weiter?
Die Stimmung der Deutschen bleibt verhalten: 60 Prozent erwarten für 2026 keine wesentlichen Veränderungen, nur 26 Prozent rechnen mit Verbesserungen, während 12 Prozent eine Verschlechterung befürchten. Das nächste ZDF Politbarometer erscheint am 16. Januar 2026 und wird zeigen, ob sich die Trends fortsetzen.
Für aktuelle Entwicklungen in der Sicherheitspolitik lohnt sich ein Blick auf die Hensoldt-Aktie – der Rüstungskonzern profitiert von den verteidigungspolitischen Entscheidungen der Regierung.


