📖 Lesezeit: 7 Minuten | Stand: 19. Januar 2026
🚨 Kurz & Knapp: Bei einem schweren Zugunglück in Spanien nahe Adamuz (Provinz Córdoba) sind am 18. Januar 2026 mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug entgleiste mit rund 300 km/h und kollidierte mit einem entgegenkommenden Renfe-Zug. Über 70 Menschen wurden verletzt, 15 davon schwer. Die Unfallursache ist bislang ungeklärt.
Spanien trauert: Am Sonntagabend erschütterte ein schweres Zugunglück die Region Andalusien. Gegen 19:40 Uhr entgleiste ein Hochgeschwindigkeitszug bei Adamuz und riss einen zweiten Zug mit sich. Überlebende kletterten durch eingeschlagene Fenster ins Freie, während Rettungskräfte die ganze Nacht im Einsatz waren.
📋 Das Wichtigste in Kürze:
- Opferzahl: Mindestens 24 Tote, über 70 Verletzte (15 schwer)
- Unfallort: Adamuz, Provinz Córdoba, Andalusien
- Beteiligte Züge: Iryo 6189 (Málaga–Madrid) + Renfe Alvia (Madrid–Huelva)
- Geschwindigkeit: Vermutlich rund 300 km/h beim Entgleisen
- Passagiere: Ca. 317 im Iryo-Zug, ca. 100 im Renfe-Zug
- Zugverkehr: Strecke Madrid–Andalusien komplett gesperrt
- Hotline: 900 101 020 für Angehörige
Zugunglück Spanien: Was am Sonntagabend passierte
Das Unglück ereignete sich auf einer der wichtigsten Hochgeschwindigkeitsstrecken des Landes. Der Iryo-Zug 6189 war auf dem Weg von Málaga nach Madrid, als er nahe der Gemeinde Adamuz aus noch ungeklärter Ursache entgleiste.
Der Zug geriet dabei auf das benachbarte Gleis. Dort fuhr zum selben Zeitpunkt ein Renfe-Alvia-Zug in Gegenrichtung von Madrid nach Huelva. Durch die Kollision wurden beide Züge aus den Schienen geworfen. Mehrere Waggons kippten um, einer stürzte einen Abhang hinunter.
| Zug | Betreiber | Strecke | Passagiere |
|---|---|---|---|
| Iryo 6189 | Trenitalia (Italien) | Málaga → Madrid | ca. 317 |
| Alvia AV 2384 | Renfe (Spanien) | Madrid → Huelva | ca. 100 |
Regionalpräsident Juanma Moreno zeigte sich in den frühen Morgenstunden sichtlich erschüttert. Er schloss nicht aus, dass in den „Trümmerhaufen aus Metall“ noch weitere Leichen geborgen werden könnten.
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Augenzeugenberichte: Überlebende klettern aus Fenstern
Die Schilderungen der Überlebenden zeichnen ein Bild des Schreckens. Eine Passagierin berichtete auf der Plattform X, wie der Zug etwa zehn Minuten nach der Abfahrt aus Córdoba plötzlich heftig zu wackeln begann.
Der Journalist Salvador Jiménez saß im ersten Waggon des Iryo-Zuges. Er beschrieb den Moment der Entgleisung gegenüber Medien so: Es habe sich angefühlt wie ein Erdbeben. Sofort sei nach medizinischem Personal gefragt worden. Mit Nothämmern hätten Passagiere Fenster eingeschlagen, um sich zu befreien.
⚠️ Augenzeugin im RTVE-Interview: „Es gab eine Vollbremsung, es wurde stockdunkel. Ich fiel kopfüber aus dem Sitz. Menschen und Gepäck flogen durch die Luft, es gab Schreie, weinende Kinder, Blut. Ich fühle mich, als wäre ich neu geboren.“
Feuerwehrleiter Paco Carmona sprach von einem der schwierigsten Einsätze. Das Gelände sei schwer zugänglich gewesen. Das Ausmaß der Zerstörung war enorm – Chaos, offene Brüche, umgestürzte Waggons.
Ursache ungeklärt: Experten rätseln über das Unglück
Die Ursache des Zugunglücks in Spanien gibt Experten Rätsel auf. Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete den Unfall als „extrem ungewöhnlich“. Drei Faktoren machen den Fall besonders rätselhaft:
| Faktor | Details |
|---|---|
| Strecke | Gerade Strecke, keine Kurve wie beim Unglück 2013 |
| Infrastruktur | Kürzlich renoviert (700 Millionen Euro Investition) |
| Zugmaterial | Relativ neuer Zug (Frecciarossa 1000, Baujahr 2020–2024) |
Das Sicherheitssystem hätte einen solchen Unfall eigentlich verhindern müssen, meinte Ingenieur Jorge Trigueros gegenüber spanischen Medien. Ermittler der Polizeieinheit Guardia Civil sichern derzeit Spuren am Unfallort.
Reaktionen: Trauer in Spanien und Europa
Ministerpräsident Pedro Sánchez meldete sich noch in der Nacht zu Wort. Auf der Plattform X schrieb er: „Heute ist eine Nacht tiefen Schmerzes für unser Land.“ Er sicherte den Betroffenen schnelle Hilfe zu.
Das spanische Königshaus verfolge die Lage „mit großer Besorgnis“. König Felipe VI. und Königin Letizia sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus und wünschten den Verletzten rasche Genesung.
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kondolierte. Sie schrieb auf Spanisch: „In dieser Nacht seid ihr in meinen Gedanken.“ Die Anteilnahme zeigt die Dimension der Tragödie über Spaniens Grenzen hinaus.
Iryo: Der Betreiber in der Krise
Iryo ist der erste private Anbieter von Hochgeschwindigkeitszügen in Spanien. Das Unternehmen startete im November 2022 und hat sich seither als zweitgrößter Anbieter nach Renfe etabliert.
| Iryo im Überblick | |
|---|---|
| Eigentümer | Trenitalia (Italien), Air Nostrum, Globalvía |
| Betriebsstart | November 2022 |
| Investition | Ca. 800 Millionen Euro in Züge |
| Zugtyp | Frecciarossa 1000 (ETR 1000) |
| Hersteller | Hitachi Rail / Alstom |
| Höchstgeschwindigkeit | 300 km/h |
Die Züge vom Typ Frecciarossa 1000 gelten als modernste in Europa. Sie sind mit neuesten Sicherheitssystemen ausgestattet. Genau deshalb wirft das Unglück so viele Fragen auf.
Erinnerungen an 2013: Das Unglück von Santiago de Compostela
Das Zugunglück in Spanien weckt schmerzhafte Erinnerungen. Am 24. Juli 2013 entgleiste ein Alvia-Zug bei Santiago de Compostela. 80 Menschen starben – das schwerste Bahnunglück in Europa seit Eschede 1998.
Der entscheidende Unterschied: 2013 war die Ursache schnell klar. Der Lokführer fuhr mit 190 km/h in eine Kurve, die nur für 80 km/h zugelassen war. Er war durch ein Telefonat abgelenkt. Im April 2024 wurden der Fahrer und ein Sicherheitsverantwortlicher zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.
📊 Vergleich der Zugunglücke:
- 2013 (Santiago): 80 Tote, Kurvenfahrt mit 190 statt 80 km/h, Ablenkung des Fahrers
- 2026 (Adamuz): Mind. 24 Tote, gerade Strecke, Ursache völlig unklar
Zugverkehr eingestellt: Diese Strecken sind betroffen
Die Guardia Civil hat den gesamten Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Madrid und Andalusien ausgesetzt. Betroffen sind die Strecken nach Córdoba, Málaga, Sevilla und Huelva.
Streckenbetreiber Adif hat eine Notfall-Hotline eingerichtet: 900 101 020. Zusätzlich gibt es Informationspunkte an den Bahnhöfen Madrid-Atocha, Córdoba und Huelva. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über aktuelle Verbindungen informieren.
Hilfsbereitschaft in Adamuz: „Heute schläft hier niemand“
Die kleine Gemeinde Adamuz mit ihren 4.000 Einwohnern zeigte sich solidarisch. Trotz später Stunde brachten freiwillige Helfer Decken, Medikamente und Lebensmittel ins Gemeindezentrum.
Supermarktbesitzerin Rafaela öffnete sofort ihren Laden und sagte gegenüber dem Sender RTVE: „Heute schläft hier niemand!“ Das Rote Kreuz war mit mehreren Fahrzeugen aus Jaén und Córdoba vor Ort. Psychologen betreuten sowohl Überlebende als auch traumatisierte Angehörige.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viele Tote gab es beim Zugunglück in Spanien?
Was war die Ursache des Zugunglücks bei Adamuz?
Welche Züge waren am Unglück beteiligt?
Ist der Zugverkehr in Spanien eingestellt?
Wann war das letzte schwere Zugunglück in Spanien?
Wer ist Iryo und wem gehört das Unternehmen?
Fazit: Spanien trauert nach schwerem Zugunglück
Das Zugunglück in Spanien bei Adamuz ist eine der schwersten Bahnkatastrophen des Landes seit 2013. Mit mindestens 24 Toten und über 70 Verletzten erschüttert die Tragödie das Land zutiefst. Die Bilder von Überlebenden, die aus eingeschlagenen Fenstern klettern, werden noch lange nachwirken.
Die Ursache bleibt rätselhaft. Gerade Strecke, neue Infrastruktur, moderner Zug – all das macht den Fall so ungewöhnlich. Während die Ermittlungen laufen, ist der Bahnverkehr nach Andalusien komplett eingestellt. Spanien steht unter Schock.
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