ADAC Kündigungswelle 2026: Austritte nach Spritpreis-Forderung

<![CDATA[📖 Lesezeit: 7 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 2. Januar 2026

ADAC Kündigungswelle – der größte Automobilclub Europas erlebt zum Jahreswechsel 2025/2026 eine beispiellose Austrittswelle. Am 2. Januar 2026 erreicht die Debatte ihren Höhepunkt: Tausende Mitglieder kündigen aus Protest, nachdem ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand höhere Spritpreise als „richtiges Instrument“ für den Klimaschutz bezeichnet hat. Wir erklären, was passiert ist und welche Alternativen es gibt.

⚠️ Das Wichtigste in Kürze: ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand forderte in einem Interview höhere Spritpreise durch CO₂-Bepreisung. Die Reaktion: Massenkündigungen und ein Shitstorm in den sozialen Medien. Der ADAC rudert zurück und fühlt sich „missverstanden“. Alternativen wie AvD, ACE und Mobil in Deutschland verzeichnen Zulauf.

Was hat die ADAC Kündigungswelle ausgelöst?

Der Auslöser der Kündigungswelle war ein Interview von ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ am 23. Dezember 2025 – pünktlich vor Weihnachten. Seine Kernaussage: Der ADAC halte die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Leute bräuchten einen Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen umzusteigen.

Für viele Mitglieder klang das wie ein Affront. Der größte Automobilclub Deutschlands – traditionell als Interessenvertretung der Autofahrer verstanden – fordert ausgerechnet höhere Benzin- und Dieselpreise? Die Empörung entlud sich in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr in den sozialen Medien.

Die Reaktion der Mitglieder: Massenaustritte beim ADAC

In den sozialen Netzwerken posten seit Tagen wütende Mitglieder ihre Kündigungsschreiben. Fotos von ausgefüllten Formularen machen die Runde, der Ton ist deutlich. Langjährige Mitglieder verkünden ihren Austritt – teils nach 30 oder 40 Jahren Mitgliedschaft.

ReaktionDetails
KündigungenMittlere vierstellige Zahl bereits eingegangen (laut ADAC)
Social MediaTausende Posts mit Kündigungsfotos und Austrittserklärungen
MedienechoTitelseite der BILD, bundesweite Berichterstattung
Schlagwort„Beiße nie die Hand, die dich füttert“

Der ADAC bestätigt eine mittlere vierstellige Zahl an bereits eingegangenen Kündigungen. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Austrittsabsichten deutlich höher liegt. Die Such- und Social-Media-Dynamiken deuten auf einen massiven Vertrauensverlust hin.

ADAC rudert zurück: „Wir wurden missverstanden“

Angesichts der Empörung bemüht sich der ADAC um Schadensbegrenzung. Verkehrspräsident Hillebrand erklärte gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Der ADAC ist nicht pauschal und losgelöst von anderen Maßnahmen für höhere Spritpreise.“

In einem Schreiben an die Mitglieder heißt es: „Wir verstehen, dass die Berichterstattung zum Thema CO₂-Preis bei vielen Menschen Fragen und Sorgen ausgelöst hat.“ Medien hätten die Position des Clubs verkürzt dargestellt, beklagt der ADAC. So sei der Eindruck entstanden, der Club befürworte pauschale Kraftstoffverteuerungen – „Dies entspricht nicht der Position des Clubs.“

💡 Hintergrund: Rund 90 Prozent der ADAC-Mitglieder fahren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Für sie bedeuten höhere Spritpreise keine abstrakte Klimapolitik, sondern ganz konkret: höhere Kosten im Alltag – besonders für Pendler auf dem Land ohne Alternative zum Auto.

Was Hillebrand genau gesagt hat

Im Original-Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Hillebrand wörtlich: „Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen.“

Zudem betonte er, Europa müsse an ehrgeizigen CO₂-Minderungszielen festhalten. Die Elektromobilität präge die Zukunft. Kritiker sehen darin einen grundsätzlichen Kurswechsel des ADAC – weg von der Interessenvertretung der Autofahrer, hin zu einer Organisation, die Klimapolitik über die Bedürfnisse ihrer Mitglieder stelle.

CO₂-Preis 2026: Was kommt auf Autofahrer zu?

Unabhängig von der ADAC-Debatte steigt der CO₂-Preis ab 2026. Laut ADAC-Berechnungen wird der Preis auf 55 bis 65 Euro pro Tonne steigen. Das bedeutet für Autofahrer:

KraftstoffPreisanstieg 2026
Benzinca. 3 Cent pro Liter teurer
Dieselca. 3-4 Cent pro Liter teurer

Der CO₂-Preis wurde 2021 eingeführt und steigt seitdem stufenweise. 2025 lag er bei 55 Euro pro Tonne, 2026 wird er im Rahmen des Emissionszertifikatshandels ermittelt – mit einer Preisspanne zwischen 55 und 65 Euro.

ADAC Alternativen: AvD, ACE und Mobil in Deutschland im Vergleich

Wer dem ADAC den Rücken kehren möchte, findet mehrere Alternativen. Das Deutsche Institut für Servicequalität (DISQ) verglich im September 2025 die großen Automobilclubs – mit überraschendem Ergebnis: „Mobil in Deutschland“ erreichte als einziger Anbieter das Qualitätsurteil „sehr gut“ und landete vor dem ADAC.

AutomobilclubMitgliederBasis-TarifDISQ-Punkte
ADAC22,2 Mio.54 €/Jahr74,4
AvD1,4 Mio.44 €/Jahr81,6
ACE630.00082 €/Jahr (Familie)k.A.
Mobil in Deutschlandca. 100.00068 €/Jahr81,7

„Mobil in Deutschland“ wirbt aktuell mit einer Weihnachtsaktion: 50 Prozent Rabatt im ersten Jahr auf alle Mitgliedschaften – gültig bis 6. Januar 2026. Der Verein hat zudem eine Petition gegen das Verbrenner-Aus gestartet.

So kündigst du deine ADAC-Mitgliedschaft

Wer den ADAC verlassen möchte, muss einige Regeln beachten. Die ordentliche Kündigung muss spätestens einen Monat vor Ende der Laufzeit schriftlich eingehen. Die Mitgliedschaft verlängert sich sonst automatisch um 12 Monate.

Kündigungswege beim ADAC:

Eine außerordentliche (fristlose) Kündigung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich – etwa bei einer Beitragserhöhung. Ob der aktuelle Vorfall als Grund für eine außerordentliche Kündigung akzeptiert wird, bleibt abzuwarten. Viele Mitglieder versuchen es dennoch mit dem Verweis auf Hillebrands Aussagen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum gibt es aktuell eine Kündigungswelle beim ADAC?
ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand sprach sich in einem Interview für höhere Spritpreise durch CO₂-Bepreisung aus. Viele Mitglieder sehen das als Verrat an den Interessen der Autofahrer und kündigen aus Protest ihre Mitgliedschaft.
Wie viele Mitglieder haben den ADAC bereits verlassen?
Der ADAC bestätigt eine mittlere vierstellige Zahl an eingegangenen Kündigungen. Die tatsächliche Zahl der Austrittsabsichten dürfte deutlich höher liegen. Der Club hat rund 22,2 Millionen Mitglieder.
Welche Alternativen zum ADAC gibt es?
Die bekanntesten Alternativen sind AvD (Automobilclub von Deutschland), ACE (Auto Club Europa) und Mobil in Deutschland. Im DISQ-Test 2025 schnitt Mobil in Deutschland am besten ab, gefolgt vom AvD.
Kann ich wegen Hillebrands Aussagen fristlos beim ADAC kündigen?
Eine außerordentliche Kündigung ist nur bei bestimmten Gründen wie Beitragserhöhungen möglich. Ob der ADAC Kündigungen mit Verweis auf die Spritpreis-Aussagen akzeptiert, ist unklar. Viele Mitglieder versuchen es dennoch.
Hat sich der ADAC für seine Aussagen entschuldigt?
Der ADAC fühlt sich „missverstanden“ und betont, man sei nicht pauschal für höhere Spritpreise. Eine klare Entschuldigung oder Distanzierung von Hillebrands Aussagen erfolgte bisher nicht.
Wie teuer wird Sprit 2026?
Durch den steigenden CO₂-Preis werden Benzin und Diesel 2026 etwa 3-4 Cent pro Liter teurer. Der CO₂-Preis steigt auf 55-65 Euro pro Tonne, nachdem er 2025 bei 55 Euro lag.

Fazit: ADAC in der Vertrauenskrise

Die ADAC Kündigungswelle zum Jahreswechsel 2025/2026 ist ein Lehrstück darüber, wie schnell ein Verein ins Rutschen kommt, wenn die Kernzielgruppe Aussagen als Verrat an ihren Interessen versteht. Sachargumente zu CO₂-Preis und Klimaschutz mögen berechtigt sein – die emotionale Realität vieler Autofahrer ist aber ebenfalls real: Pendeln ohne Alternative, steigende Kosten, das Gefühl, von „oben herab“ behandelt zu werden. Wer über einen Wechsel nachdenkt, sollte die Leistungen der Alternativen genau vergleichen. Emotion ist ein Trigger, entscheidend sollte am Ende der Leistungsumfang sein. Für einen Überblick über alle Neuerungen im neuen Jahr empfehlen wir unseren Brutto-Netto-Rechner 2026.

Über den Autor

Redaktion News-7 | Wirtschaft & Verbraucher

Die Redaktion von news-7.de berichtet über aktuelle Verbraucherthemen, Automobilnachrichten und wirtschaftliche Entwicklungen. Stand: 2. Januar 2026.

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