Die Gründer des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech, Ugur Sahin und Özlem Türeci, verlassen das Unternehmen, um ein neues zu gründen. Dies teilte Biontech am Dienstag mit. Die Verträge der beiden laufen demnach Ende des Jahres aus.

Biontech: Vom Mainzer Biotech-Startup zum globalen Player
Biontech wurde 2008 in Mainz gegründet. Das Ziel war zunächst die Entwicklung von Krebsimmuntherapien auf Basis von mRNA-Technologie. Die Entwicklung des Corona-Impfstoffs, Comirnaty, in Zusammenarbeit mit dem US-Pharmakonzern Pfizer, katapultierte das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit an die Weltspitze der Pharmaindustrie. Der Impfstoff war einer der ersten, der auf der innovativen mRNA-Technologie basierte und erwies sich als äußerst wirksam im Kampf gegen die Pandemie. Dies bescherte Biontech nicht nur immense Gewinne, sondern auch weltweite Anerkennung und einen enormen Prestigegewinn.
Die mRNA-Technologie hat das Potenzial, die Medizin grundlegend zu verändern. Sie ermöglicht die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gegen eine Vielzahl von Krankheiten, darunter Krebs, Infektionskrankheiten und Autoimmunerkrankungen. Das Unternehmen investierte massiv in Forschung und Entwicklung und baute seine Produktionskapazitäten aus. Das Paul-Ehrlich-Institut, die deutsche Behörde für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, begleitet die Entwicklung von Biontech seit den Anfängen. (Lesen Sie auch: ÖFB: FIFA gibt grünes Licht für Chukwuemeka-Einsatz)
Sahin und Türeci gründen neues Unternehmen für mRNA-Medikamente
Wie die FAZ berichtet, wollen sich die beiden Gründer künftig auf die Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis konzentrieren. „Özlem und ich wollen ein weiteres Mal als Pioniere neue Wege beschreiten“, wird Ugur Sahin in einer Mitteilung von Biontech zitiert. Das neue Unternehmen soll Rechte und mRNA-Technologien von Biontech erhalten. Im Gegenzug erhält Biontech eine Minderheitsbeteiligung an dem neuen Unternehmen sowie Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen.
Eine bindende Vereinbarung soll bis Ende des ersten Halbjahres 2026 abgeschlossen werden. Anteilseigner von Biontech bleiben Sahin und Türeci aber weiterhin. Aktuell halten sie rund 15 Prozent der Anteile.
Auswirkungen auf Biontech
Die Nachricht vom Ausscheiden der Gründer kam überraschend. Allerdings sollen die bisherigen Medikamenten-Entwicklungen unter dem Biontech-Dach sowie das Corona-Impfstoffgeschäft von den Plänen unberührt bleiben. Auch Forschungskooperationen werden weiterhin in Betracht gezogen.Fest steht, dass das Unternehmen ohne seine Gründer eine neue Ära beginnt.
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Die mRNA-Technologie im Fokus
Die Entscheidung von Sahin und Türeci, sich auf die nächste Generation von mRNA-Medikamenten zu konzentrieren, unterstreicht das enorme Potenzial dieser Technologie. mRNA-basierte Medikamente könnten in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Krebs, Infektionskrankheiten und anderen schweren Erkrankungen spielen. Die mRNA-Technologie bietet die Möglichkeit, den Körper gezielt zur Produktion von therapeutischen Proteinen anzuregen. Sie gilt als einer der vielversprechendsten Ansätze in der modernen Medizin.
Was bedeutet das für die Zukunft von Biontech?
Der Weggang der Gründer ist zweifellos ein Einschnitt für Biontech. Dennoch ist das Unternehmen weiterhin gut aufgestellt. Es verfügt über eine solide finanzielle Basis, eine breite Pipeline von Medikamentenkandidaten und ein erfahrenes Managementteam. Die mRNA-Technologie bleibt ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie.
Analystenstimmen und Marktbewertung
Die Nachricht von der Neugründung wurde von Analysten unterschiedlich aufgenommen. Einige sehen darin eine Chance für Biontech, sich neu zu erfinden und sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren. Andere äußerten Bedenken hinsichtlich des Verlusts der Gründerfiguren und deren Einfluss auf die Innovationskraft des Unternehmens. Die Aktie von Biontech reagierte zunächst mit einem leichten Kursrückgang.
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Die weitere Entwicklung des Aktienkurses wird maßgeblich von den zukünftigen Erfolgen des Unternehmens abhängen.Die Abhängigkeit von dem Corona-Impfstoff soll reduziert und neue Therapieansätze vorangetrieben werden.
Biontech in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Gründungsjahr | 2008 |
| Hauptsitz | Mainz, Deutschland |
| Gründer | Ugur Sahin, Özlem Türeci |
| Mitarbeiterzahl | ca. 6.500 (Stand: 2023) |
Häufig gestellte Fragen zu Biontech
Häufig gestellte Fragen zu biontech
Warum verlassen die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci Biontech?
Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen das Unternehmen, um ein neues Biotechnologie-Unternehmen zu gründen. Dieses soll sich auf die Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis konzentrieren. Die Verträge der beiden laufen Ende 2026 aus.
Was bedeutet die Gründung des neuen Unternehmens für Biontech?
Biontech soll Rechte und mRNA-Technologien in das neue Unternehmen einbringen. Im Gegenzug erhält Biontech eine Minderheitsbeteiligung an dem neuen Unternehmen sowie Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen. Die bisherigen Medikamenten-Entwicklungen sollen nicht betroffen sein. (Lesen Sie auch: Rauswurf gefordert: Kritik an Antonio Rüdiger wird…)
Bleiben Ugur Sahin und Özlem Türeci weiterhin an Biontech beteiligt?
Ja, Ugur Sahin und Özlem Türeci bleiben weiterhin Anteilseigner von Biontech. Aktuell halten sie rund 15 Prozent der Anteile am Unternehmen. Sie werden dem Unternehmen also weiterhin verbunden bleiben, auch wenn sie nicht mehr operativ tätig sind.
Welche Ziele verfolgt das neue Unternehmen von Sahin und Türeci?
Das neue Unternehmen soll sich auf die Entwicklung der nächsten Generation von mRNA-Medikamenten konzentrieren. Ziel ist es, die mRNA-Technologie für die Behandlung von Krebs, Infektionskrankheiten und anderen schweren Erkrankungen weiterzuentwickeln und neue Therapieansätze zu finden.
Wie reagierte die Börse auf die Nachricht von der Neugründung?
Die Aktie von Biontech reagierte zunächst mit einem leichten Kursrückgang auf die Nachricht von der Neugründung.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.


