Wusstest du, dass über 2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Deutschland während der Pandemie Kurzarbeitergeld erhielten? Diese staatliche Hilfe rettete nicht nur Jobs, sondern sicherte auch das Know-how tausender Unternehmen.
Das Kurzarbeitergeld ist wie ein Sicherheitsnetz in wirtschaftlichen Engpässen. Es gleicht fehlende Arbeitsstunden finanziell aus – und das bis 2025. Besonders jetzt, wo viele Branchen unsichere Zeiten durchlaufen, ist diese Unterstützung goldwert.
Der Staat übernimmt bis zu 80% deines ausgefallenen Lohns. So bleibst du abgesichert, ohne deinen Arbeitsplatz zu riskieren. Unternehmen wie Porsche nutzten dies bereits erfolgreich, um Produktionspausen zu überbrücken.
Was bedeutet das für dich? Du behältst deine Stelle, dein Gehalt wird stabilisiert – und du kannst dich auf die Zukunft konzentrieren. Wie das genau funktioniert, erklären wir dir hier.
Was ist Kurzarbeitergeld?
Kennst du das Gefühl, wenn plötzlich die Arbeitsstunden wegbrechen? Genau hier springt der Staat mit einer bewährten Lösung ein. Diese Unterstützung sichert nicht nur dein Einkommen, sondern auch deinen Arbeitsplatz – selbst in turbulenten Zeiten.
Definition und gesetzliche Grundlage
Rechtlich handelt es sich um eine Entgeltersatzleistung nach §95 Sozialgesetzbuch III. Das heißt: Die Arbeitslosenversicherung springt ein, wenn dein Arbeitgeber wegen wirtschaftlicher Engpässe die Stunden reduzieren muss.
Besonders spannend: Die Regelung hat historische Wurzeln. Schon während der Finanzkrise 2008 und der COVID-19-Pandemie bewährte sie sich. Aktuell hilft sie Arbeitnehmern in der Chipkrise – etwa bei Automobilzulieferern, die Produktionsausfälle abfedern.
Win-win für beide Seiten
Für dich als Arbeitnehmer bedeutet das: Bis zu 80% deines ausgefallenen Lohns werden ersetzt. Und das Beste? Die Leistung ist steuerfrei (mit Progressionsvorbehalt). Dein Arbeitgeber profitiert ebenfalls:
- Senkt Personalkosten, ohne Fachkräfte zu verlieren
- Vermeidet teure Neueinstellungen nach der Krise
- Kann Sozialbeiträge reduzieren (80%-Regel)
Die Bundesregierung hat die Bezugsdauer 2023 nochmals verlängert. So bleibt dieses Sicherheitsnetz auch in Zukunft gespannt.
Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld
Nicht jede Krise führt automatisch zu finanzieller Unterstützung. Der Staat hilft nur, wenn klare Bedingungen erfüllt sind. Das Wichtigste für dich: Dein Betrieb muss nachweisen, dass der Arbeitsausfall unvermeidbar ist.
Wirtschaftliche Gründe oder unabwendbare Ereignisse
Stell dir vor, dein Betrieb steht wegen Lieferengpässen still. Das zählt als wirtschaftlicher Grund. Auch Naturkatastrophen oder Energieknappheit gelten. Wichtig: Saisonale Schwankungen reichen nicht aus!
Beispiele für anerkannte Gründe:
- Hochwasser oder Stromausfälle
- Pandemien wie COVID-19
- Plötzlicher Auftragsrückgang (>10%)
Mindestvoraussetzungen für Entgeltausfall
Mindestens ein Drittel der Belegschaft muss betroffen sein. Und zwar mit einem Entgeltausfall von mehr als 10%. Für dich heißt das: Wenn 30 Kollegen 20% weniger verdienen, erfüllt dein Betrieb die Regel.
Achtung: Überstunden und Urlaub müssen zuerst abgebaut werden. Sonst gibt’s kein Geld vom Staat.
Betriebliche und persönliche Anforderungen
Dein Chef muss den Betriebsrat einbeziehen. Ohne Zustimmung läuft nichts. Für dich persönlich gilt: Du musst sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein. Leiharbeiter haben oft Pech.
| Betriebsgröße | Mindestanzahl Betroffene | Entgeltausfall |
|---|---|---|
| ≤ 30 Mitarbeiter | 10 Personen | >10% |
| > 30 Mitarbeiter | mindestens drittel | >10% |
Brauchst du Details? Die Arbeitsagentur hat alle Infos zur Antragstellung.
Höhe und Berechnung des Kurzarbeitergelds
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Brutto, netto, pauschal – so berechnest du deinen Anspruch. Der Staat ersetzt dir bis zu 80% deines ausgefallenen Nettoentgelts. Doch wie viel landet wirklich auf deinem Konto? Hier kommen die Details.
Prozentuale Berechnung: 60% vs. 67% Regel
Grundsätzlich gibt es 60% deines ausgefallenen Nettoentgelts. Hast du Kinder? Dann steigt der Satz auf 67%. Wichtig: Basis ist immer das pauschalierte Netto nach der Tabelle der Arbeitsagentur.
Ein Beispiel: Bei 3.000€ Brutto bleiben etwa 2.000€ netto. Bei 50% Arbeitsausfall und ohne Kinder erhältst du:
- 60% von 1.000€ (fehlendes Netto) = 600€ monatlich
- Mit Kindern: 670€
Praxisbeispiel mit pauschaliertem Netto
Die Berechnung erfolgt automatisch über die Lexware-Software deines Arbeitgebers. So vermeidest du Fehler. Die aktuellen Pauschalnetto-Tabellen findest du auf der Website der Bundesagentur für Arbeit.
Einfluss von Zuschüssen und Nebenjobs
Zusätzliche Zuschüsse bis 350€ sind möglich – steuerfrei! Aber Achtung: Minijobs werden angerechnet. Dokumentiere alle Einkünfte ab Antragsstellung.
„Die Anrechnung von Nebenjobs ist oft Stolperstein – hier lohnt sich genaue Buchführung.“
Nutze den interaktiven Rechner der Arbeitsagentur, um deinen Fall zu simulieren. So siehst du sofort, wie sich Zusatzeinkommen auswirkt.
So beantragst du Kurzarbeitergeld
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Digitale Tools machen die Beantragung heute einfacher denn je. Seit 2023 geht vieles online – von der Anzeige bis zur Auszahlung. Wir zeigen dir, wie du jede Hürde meisterst.
Schritte für Arbeitgeber: Digital und effizient
Dein Chef startet den Prozess im Portal der Agentur für Arbeit. Wichtig: Die Anzeige muss vor Beginn der Kurzarbeit erfolgen. Diese Dokumente braucht ihr:
- Letzte 3 Lohnabrechnungen
- Nachweise über Arbeitsausfall
- Betriebsvereinbarung als PDF
„Nutzt die Vorabprüfung durch die Agentur Arbeit„, rät ein Experte. „So vermeidet ihr Rückfragen.“ Die Bearbeitung dauert meist 2-3 Wochen.
Betriebsrat und individuelle Zustimmung
Ohne grünes Licht vom Betriebsrat geht nichts. Nach §87 BetrVG muss dieser zustimmen. Tipp: Ladet euch Mustertexte für die Vereinbarung herunter.
Für dich persönlich gilt: Du musst schriftlich bestätigen, dass du mit der Reduzierung einverstanden bist. Sonst droht Ablehnung.
Fristen und Dokumente im Überblick
Merke dir diese Fristen:
| Schritt | Zeitraum |
|---|---|
| Anzeige | Vor Arbeitsausfall |
| Antragstellung | Innerhalb von 3 Monaten |
Die Agentur Arbeit zahlt rückwirkend – aber nur für maximal 6 Monate. Halte alle Unterlagen griffbereit, falls Nachweise gefordert werden.
„Die häufigsten Fehler? Unvollständige Formulare und verspätete Einreichung.“
Neu seit 2023: Der digitale Antrag spart bis zu 10 Arbeitstage. Probier es aus – dein Chef dankt dir!
Besondere Situationen und Zusatzregelungen
Manchmal gibt es Sonderfälle, die besondere Regelungen erfordern. Ob Kurzarbeit Null, Elternzeit oder Krankheit – wir klären auf, was du wissen musst.
Wenn die Arbeit komplett ausfällt
Bei Kurzarbeit Null arbeitest du vorübergehend gar nicht. Der EuGH entschied: Dein Urlaubsanspruch bleibt erhalten! Ein Beispiel:
- 6 Monate Null-Stunden: 24 Tage Urlaub wie gewohnt
- Sozialversicherung: Beiträge auf 80% des fiktiven Entgelts
- Homeoffice-Pflicht? Kläre das vorher schriftlich!
Urlaub und Vorsorge sichern
Dein Urlaubsanspruch verringert sich nicht – selbst bei langer Kurzarbeit. Für die Sozialversicherung gilt:
- Rentenbeiträge laufen weiter
- Betriebliche Altersvorsorge prüfen
- Krankenkasse: volle Leistungen
„Qualifizierungsmaßnahmen während der Kurzarbeit sind steuerfrei – nutze diese Chance!“
Krankheit oder Familienzeit
Bist du krank, greift zunächst Lohnfortzahlung. Danach kannst du Kurzarbeitergeld beantragen. Bei Elternzeit gilt:
- Elterngeld wird angepasst
- Kündigungsschutz bleibt bestehen
- Anträge doppelt prüfen!
Ein Tipp: Nutze unseren Checklisten-Generator für deine Dokumente. So vergisst du nichts Wichtiges.
Fazit: Kurzarbeitergeld sinnvoll nutzen
Zukunftssicherung beginnt mit klugen Entscheidungen heute. Die staatliche Unterstützung hilft dir, Brücken über finanzielle Engpässe zu bauen – ohne Abstriche bei Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung.
Fordere aktiv die Beteiligung des Betriebsrats ein. So vermeidest du Fallstricke bei der Antragstellung. Musterwidersprüche und Sozialabgaben-Infos helfen dir weiter.
Nutze die Krise als Chance: Neue Arbeitszeitmodelle und Qualifizierungen stärken deine Zukunft. Der Staat steht an deiner Seite – pack es an!
