Neuropathische Schmerzen: Was Steckt Wirklich Dahinter?

Neuropathische Schmerzen sind chronische Schmerzzustände, die durch Schädigungen oder Erkrankungen des Nervensystems verursacht werden. Sie äußern sich oft als brennende, stechende oder einschießende Schmerzen und können das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Symbolbild zum Thema Neuropathische Schmerzen
Symbolbild: Neuropathische Schmerzen (Bild: Pexels)

Was sind neuropathische Schmerzen und wie entstehen sie?

Neuropathische Schmerzen entstehen durch eine Schädigung oder Funktionsstörung des Nervensystems. Dies kann durch Verletzungen, Operationen, Infektionen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose verursacht werden. Die geschädigten Nerven senden fehlerhafte Signale an das Gehirn, die als Schmerz wahrgenommen werden. Laut einer Information der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) können auch Tumore oder deren Behandlung neuropathische Schmerzen auslösen.

Zusammenfassung

  • Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigung des Nervensystems.
  • Symptome sind brennende, stechende oder einschießende Schmerzen.
  • Diabetes, Gürtelrose und Verletzungen sind häufige Ursachen.
  • Frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig.

Welche Symptome treten bei neuropathischen Schmerzen auf?

Die Symptome neuropathischer Schmerzen sind vielfältig und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Häufige Beschwerden sind brennende, stechende, einschießende oder elektrisierende Schmerzen. Viele Betroffene klagen auch über ein Gefühl von Taubheit, Kribbeln oder Juckreiz in den betroffenen Bereichen. Eine Berührungsempfindlichkeit, auch Allodynie genannt, kann ebenfalls auftreten, bei der bereits leichte Berührungen als schmerzhaft empfunden werden. Laut einer Meldung von SRF kann es auch zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Kälte oder Wärme kommen. (Lesen Sie auch: Intimität Behinderung: Nähe und Würde im Pflegeheim?)

Die Schmerzen können konstant vorhanden sein oder in Schüben auftreten. Sie können sich im Laufe der Zeit verschlimmern oder verbessern. Die Intensität der Schmerzen kann von leicht bis unerträglich reichen und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Schlafstörungen, Depressionen und Angstzustände sind häufige Begleiterkrankungen. Diese Begleiterscheinungen können die Schmerzwahrnehmung verstärken und die Behandlung erschweren.

Welche Ursachen können neuropathische Schmerzen haben?

Es gibt zahlreiche Ursachen für neuropathische Schmerzen. Eine der häufigsten Ursachen ist Diabetes mellitus. Die diabetische Neuropathie betrifft vor allem die Nerven in den Füßen und Beinen und kann zu brennenden Schmerzen, Taubheit und Kribbeln führen. Auch die Gürtelrose, eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus, kann neuropathische Schmerzen verursachen, die als Post-Zoster-Neuralgie bezeichnet werden. Diese Schmerzen können auch nach Abheilung der Hautausschläge noch lange Zeit bestehen bleiben.

Verletzungen von Nerven, beispielsweise durch Operationen, Unfälle oder Bandscheibenvorfälle, können ebenfalls neuropathische Schmerzen auslösen. Auch chronische Entzündungen, wie sie bei Autoimmunerkrankungen wie Rheuma vorkommen, können Nervenschäden verursachen und zu neuropathischen Schmerzen führen. In einigen Fällen können auch Medikamente, wie beispielsweise bestimmte Chemotherapeutika, neuropathische Schmerzen als Nebenwirkung verursachen. In seltenen Fällen sind Tumore, die auf Nerven drücken, oder neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose die Ursache. (Lesen Sie auch: Darmtest Zuverlässigkeit: Wie Sicher Sind Ergebnisse Wirklich?)

📌 Hintergrund

Die Diagnose neuropathischer Schmerzen erfordert eine sorgfältige Anamnese und neurologische Untersuchung. Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT können eingesetzt werden, um andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen. Eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung kann helfen, die Funktion der Nerven zu beurteilen.

Wie werden neuropathische Schmerzen behandelt?

Die Behandlung neuropathischer Schmerzen ist oft komplex und erfordert einen multimodalen Ansatz. Ziel der Behandlung ist es, die Schmerzen zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und die Funktionsfähigkeit wiederherzustellen. Es gibt verschiedene medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieoptionen. Die Auswahl der geeigneten Behandlung hängt von der Ursache, der Art und der Intensität der Schmerzen ab.

Zu den häufig eingesetzten Medikamenten gehören Antidepressiva, Antikonvulsiva und Opioide. Antidepressiva und Antikonvulsiva wirken, indem sie die Schmerzübertragung im Nervensystem beeinflussen. Opioide sind starke Schmerzmittel, die jedoch aufgrund ihres Suchtpotenzials nur in bestimmten Fällen und unter strenger ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden sollten. Topische Schmerzmittel, wie beispielsweise Capsaicin-Cremes oder Lidocain-Pflaster, können bei lokalisierten Schmerzen hilfreich sein. (Lesen Sie auch: Darmtest Zuhause: Was Taugen die Tests Wirklich?)

Neben Medikamenten können auch nicht-medikamentöse Therapien zur Schmerzlinderung beitragen. Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit zu verbessern, die Muskeln zu stärken und die Schmerzen zu reduzieren. Ergotherapie kann den Betroffenen helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen und Strategien zur Schmerzkontrolle zu entwickeln. Psychologische Therapien, wie beispielsweise kognitive Verhaltenstherapie, können helfen, mit den Schmerzen umzugehen, Stress abzubauen und die Stimmung zu verbessern. Invasive Verfahren, wie beispielsweise Nervenblockaden oder Rückenmarkstimulation, können in bestimmten Fällen in Betracht gezogen werden, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend wirksam sind. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) bietet beispielsweise spezielle Schmerztherapien an.

Detailansicht: Neuropathische Schmerzen
Symbolbild: Neuropathische Schmerzen (Bild: Pexels)

Was können Betroffene selbst tun?

Neben der ärztlichen Behandlung können Betroffene auch selbst einiges tun, um ihre Schmerzen zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern. Regelmäßige Bewegung, wie beispielsweise Spaziergänge, Schwimmen oder Radfahren, kann helfen, die Durchblutung zu fördern, die Muskeln zu stärken und die Schmerzen zu reduzieren. Entspannungstechniken, wie beispielsweise Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung, können helfen, Stress abzubauen und die Schmerzwahrnehmung zu beeinflussen. Eine gesunde Ernährung kann ebenfalls dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu reduzieren und das Nervensystem zu unterstützen.

Es ist wichtig, auf eine gute Schlafhygiene zu achten und ausreichend Schlaf zu bekommen. Chronischer Schlafmangel kann die Schmerzen verstärken und die Stimmung beeinträchtigen. Der Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum kann ebenfalls dazu beitragen, die Schmerzen zu lindern. Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann hilfreich sein, um sich gegenseitig zu unterstützen und Erfahrungen auszutauschen. Die Deutsche Schmerzliga (Deutsche Schmerzliga) bietet Informationen und Unterstützung für Menschen mit chronischen Schmerzen. (Lesen Sie auch: König Harald Krankheit: Norwegens Monarch aus Klinik…)

Neuropathische Schmerzen sind eine komplexe und herausfordernde Erkrankung, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuelle, multimodale Behandlung sind entscheidend, um die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Neben der ärztlichen Behandlung können Betroffene auch selbst viel tun, um ihre Schmerzen zu kontrollieren und ihren Alltag besser zu bewältigen.

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