Salman Rushdie, der britisch-indische Schriftsteller, dessen Werke seit Jahrzehnten Kontroversen auslösen, wird am 19. März 2026 in Potsdam aus seinem neuen Erzählband „Die elfte Stunde“ lesen. Die Veranstaltung findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt, nachdem Rushdie 2022 Opfer eines Attentats wurde.

Salman Rushdie: Bedrohung und Anschlag als Hintergrund
Seit der Veröffentlichung seines Romans „Die satanischen Verse“ im Jahr 1988 sieht sich Salman Rushdie massiven Drohungen ausgesetzt. Der damalige iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini erließ 1989 eine Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten, in dem zur Tötung Rushdies aufgerufen wurde. Dies zwang den Autor jahrelang zum Untertauchen und führte zu einem bis heute andauernden Konflikt um die Meinungsfreiheit und die Auseinandersetzung mit Religion.
Im August 2022 wurde Salman Rushdie während eines Vortrags in Chautauqua, im US-Bundesstaat New York, angegriffen und schwer verletzt. Er verlor bei dem Attentat ein Auge und erlitt Verletzungen an Leber und Hand. Der Angreifer, ein 24-jähriger Mann, wurde festgenommen und muss sich vor Gericht verantworten. Das Attentat löste weltweit Entsetzen und Solidarität mit Rushdie aus. (Lesen Sie auch: Swiss Pilot: Bewusstlosigkeit im Cockpit während Landeanflug)
Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen bei Lesung in Potsdam
Die Lesung von Salman Rushdie im Nikolaisaal in Potsdam findet im Rahmen des Festivals Lit:Potsdam statt. Wie der Tagesspiegel berichtet, gelten aufgrund der anhaltenden Bedrohungslage erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. So kommt es rund um den Veranstaltungsort zu zeitweisen Verkehrs- und Parkeinschränkungen. Zwischen 15 und 21 Uhr wird der Bereich um die Wilhelm-Staab-Straße gesperrt. Auch eine Zufahrt zur Tiefgarage ist dann nicht möglich.
Der Nikolaisaal hat zudem eine temporäre Parkverbotszone eingerichtet und im Vorfeld der Lesung Anwohner über die Sicherheitsmaßnahmen informiert. Für die Teilnahme an der Lesung mussten im Vorfeld Name, Vorname, Geburtsdatum und -ort angegeben werden. Der Einlass erfolgt personalisiert ab 17:30 Uhr, inklusive Ausweis- und Taschenkontrolle. Ohne passende Angaben oder gültiges Ausweisdokument ist kein Zutritt möglich.
Reaktionen auf die Lesung und Sicherheitsmaßnahmen
Die Entscheidung, Salman Rushdie trotz der Sicherheitsbedenken in Potsdam lesen zu lassen, wurde von vielen Seiten begrüßt. Kulturinstitutionen und Politiker betonten die Bedeutung der Meinungsfreiheit und die Notwendigkeit, sich Drohungen und Gewalt entgegenzustellen. Gleichzeitig gab es auch kritische Stimmen, die die hohen Sicherheitsvorkehrungen als Einschränkung der öffentlichen Zugänglichkeit zur Kultur bemängelten. Die Debatte zeigt die Zerrissenheit im Umgang mit dem Thema Sicherheit und Freiheit in einer Zeit, in der die Bedrohung durch Extremismus allgegenwärtig ist. (Lesen Sie auch: Jonas Urbig vor Champions-League-Einsatz für Bayern?)
In der ARD-Sendung maischberger vom 17.03.2026 wurde unter anderem über die Frage diskutiert, wie sich Europa militärisch aufstellen muss. Auch wenn es in der Sendung nicht direkt um den Fall Salman Rushdie ging, so ist die Diskussion über Sicherheit und Freiheit in Europa angesichts der aktuellen Bedrohungslage allgegenwärtig.
Salman Rushdie: Ein Symbol für Meinungsfreiheit
Der Fall Salman Rushdie ist mehr als nur die Geschichte eines Schriftstellers, der bedroht wird. Er ist ein Symbol für die Meinungsfreiheit und die Auseinandersetzung mit religiösem Fundamentalismus. Die Tatsache, dass Rushdie trotz der anhaltenden Bedrohungslage weiterhin öffentlich auftritt und seine Stimme erhebt, ist ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass sich Künstler und Intellektuelle nicht einschüchtern lassen dürfen und dass die Meinungsfreiheit verteidigt werden muss.

Die Lesung in Potsdam ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Sie ist ein Zeichen der Solidarität mit Salman Rushdie und ein Bekenntnis zur Freiheit des Wortes. Es bleibt zu hoffen, dass die Veranstaltung ohne Zwischenfälle verläuft und dass sie dazu beiträgt, das Bewusstsein für die Bedeutung der Meinungsfreiheit zu schärfen. (Lesen Sie auch: FC Bayern München: Champions-League-Polster und Ribérys Lob)
Weitere Informationen zu Salman Rushdie und seinem Werk finden sich auf der Wikipedia-Seite.
Häufig gestellte Fragen zu salman rushdie
Häufig gestellte Fragen zu salman rushdie
Warum gibt es seit Jahrzehnten Morddrohungen gegen Salman Rushdie?
Die Morddrohungen gehen auf seinen Roman „Die satanischen Verse“ zurück, der 1988 erschien. Ayatollah Khomeini, der damalige Revolutionsführer des Iran, erließ 1989 eine Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten, in dem zur Tötung Rushdies aufgerufen wurde, da das Buch als blasphemisch angesehen wurde.
Wann wurde Salman Rushdie Opfer eines Attentats?
Salman Rushdie wurde im August 2022 während eines Vortrags in Chautauqua, im US-Bundesstaat New York, angegriffen und schwer verletzt. Er erlitt Verletzungen an einem Auge, der Leber und einer Hand. (Lesen Sie auch: FCB: Hansi Flick: Barcelona könnte meine letzte)
Welche Sicherheitsvorkehrungen gelten bei der Lesung in Potsdam?
Rund um den Nikolaisaal in Potsdam kommt es zu zeitweisen Verkehrs- und Parkeinschränkungen. Der Einlass erfolgt personalisiert ab 17:30 Uhr, inklusive Ausweis- und Taschenkontrolle. Im Vorfeld mussten Name, Vorname, Geburtsdatum und -ort angegeben werden.
Was bedeutet der Fall Salman Rushdie für die Meinungsfreiheit?
Der Fall Salman Rushdie gilt als ein Symbol für die Meinungsfreiheit und die Auseinandersetzung mit religiösem Fundamentalismus. Er zeigt, dass sich Künstler und Intellektuelle nicht einschüchtern lassen dürfen und dass die Meinungsfreiheit verteidigt werden muss.
Wo kann man sich über die Arbeit von Salman Rushdie informieren?
Umfangreiche Informationen über Salman Rushdie, sein Leben und sein Werk finden sich auf der entsprechenden Seite der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dort sind auch zahlreiche Quellen und weiterführende Links angegeben.
| Sendung | Datum | Uhrzeit | Sender |
|---|---|---|---|
| maischberger | 17.03.2026 | 22:50 Uhr | Das Erste |


