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📋 Das Wichtigste in Kürze
- Forderung: Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) will mehr Einsatz von Politik und Wirtschaft
- Problem: Teuerung macht Skikurse für viele Familien unbezahlbar
- Kosten: Durchschnittlich 400 Euro, bei Älteren bis zu 700 Euro
- Rückgang: Teilnahmequote von fast 20% (1980er) auf 14,5% (2018/19) gesunken
- 70%-Klausel: Mindestens 70% einer Klasse müssen teilnehmen
- Tirol: Fördert Skipässe plus An- und Abreise – Rekordteilnahme
- Oberösterreich: Kostenlose Liftkarte im Bundesland – 89% Teilnahmequote
Schulskikurse gehören für viele österreichische Schüler zu den Highlights ihrer Schulzeit. Doch die Teuerung der letzten Jahre macht es für Schulen immer schwieriger, Skikurse und Wintersportwochen anzubieten. Der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) schlägt nun Alarm und fordert mehr Unterstützung.
Warum fordern Lehrkräfte mehr Einsatz für Schulskikurse?
Viele Familien könnten oder wollten sich die Kosten für Ausrüstung, Liftkarte und Quartier nicht mehr leisten, erklärt Kimberger gegenüber der APA. Es gibt zwar finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern – diese sei aber zu gering.
„Hier braucht es eine Gesamtstrategie. Skikurse, Wintersportwochen mit Alternativangeboten wie Schneeschuhwandern und andere Schulveranstaltungen sind ein wichtiger Teil des Schullebens und stärken die Klassengemeinschaft.“
— Paul Kimberger, Lehrervertreter (FCG)
Der frühere Sportlehrer betont, dass gemeinsame Aktivitäten an der frischen Luft in Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche immer mehr Zeit vor digitalen Geräten verbringen, umso wichtiger seien.
Was kostet ein Schulskikurs?
Die Kosten für einen Schulskikurs können je nach Alter und Dauer erheblich variieren. Laut der Schulkostenstudie der Arbeiterkammer (AK) haben Eltern für mehrtägige Schulveranstaltungen zuletzt im Schuljahr 2023/24 durchschnittlich 400 Euro ausgegeben. Bei älteren Schülern kann ein Schulskikurs laut Elternvertretern aber durchaus auf bis zu 700 Euro kommen.
| Kostenfaktor | Ungefähre Kosten |
|---|---|
| Unterkunft (5 Tage) | 200–350 Euro |
| Liftkarte (Woche) | 80–150 Euro |
| Skiausrüstung (Leihgebühr) | 50–100 Euro |
| An- und Abreise | 30–80 Euro |
| Taschengeld, Extras | 30–50 Euro |
| Gesamt (Durchschnitt) | 400–700 Euro |
Wie hat sich die Teilnahme an Schulskikursen entwickelt?
Die Schulskikurse und Wintersportwochen haben einen jahrzehntelangen Abwärtstrend hinter sich. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
| Zeitraum | Teilnahmequote | Trend |
|---|---|---|
| Mitte 1980er Jahre | Fast 20% | Höchststand |
| Anfang 2011 | 13,5% | Tiefpunkt |
| 2018/19 | 14,5% | Leichte Erholung |
Was ist die 70-Prozent-Klausel?
Seit der Abschaffung der Teilnahmepflicht an mehrtägigen Schulveranstaltungen Mitte der 1990er Jahre gilt: Mindestens 70 Prozent einer Klasse müssen teilnehmen, sonst findet die Veranstaltung nicht statt.
Laut Kimberger wurde diese Klausel schon vor Beginn der jüngsten Teuerungswelle immer seltener erfüllt. Mittlerweile werde die Regelung von den Schulbehörden „sehr großzügig“ gehandhabt, indem etwa mehrere Klassen zusammengefasst werden.
Die Servicestelle Schulsportwochen fordert eine Überarbeitung dieser Regelung, um mehr Flexibilität zu ermöglichen.
Welche Förderungen gibt es in den Bundesländern?
Die Unterstützung für Schulskikurse variiert stark je nach Bundesland. Das führt zu sehr unterschiedlichen Teilnahmequoten:
| Bundesland | Förderung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 🏔️ Tirol | Max. 250€ Kurskosten + max. 500€ Transport pro Klasse | Rekordmeldungen |
| 🎿 Oberösterreich | Kostenlose Liftkarte (nur im Bundesland) | 89% der Schulen |
| ⛷️ Kärnten | Vergünstigter Skipass (21€/3 Tage VS, 55€/Woche Sek) | Weniger Skitage |
| 🚌 Steiermark | Förderung Bus-/Bahnkosten | – |
| 🏂 Salzburg | Skisicherheitstage, Bonuspunkte-System | – |
💡 Erfolgsmodell Tirol
Im Vorjahr wurde die Unterstützung für Schulskikurse in Tirol weiter ausgebaut. Seither werden neben den Skipässen auch An- und Abreise gefördert. Das Ergebnis: Rekordteilnahme bei den Schulskikursen. Die Abwicklung erfolgt über das Tiroler Schulsportservice.
Warum ist Oberösterreich ein Sonderfall?
In Oberösterreich übernimmt das Land die Kosten der Liftkarte – allerdings nur, wenn der Skikurs in einem oberösterreichischen Skigebiet stattfindet. Die Teilnahmequote lag zuletzt mit 89 Prozent der Schulen wieder höher als vor Corona.
Die Arbeiterkammer Oberösterreich kritisiert diese Einschränkung: „Es gibt in Oberösterreich nicht annähernd so viele Skigebiete, dass alle Skikurse in unserem Bundesland stattfinden könnten“, so AK-Präsident Andreas Stangl. Wer nach Salzburg oder in die Steiermark ausweichen müsse, werde vom Land weiterhin mit unnötigen Kosten belastet.
Welche Alternativen gibt es für Nicht-Skifahrer?
Moderne Wintersportwochen bieten längst nicht mehr nur Skifahren an. Viele Schulen setzen auf Alternativprogramme:
| Aktivität | Beschreibung |
|---|---|
| Schneeschuhwandern | Naturerlebnis ohne Liftkarte |
| Langlaufen | Günstiger als Alpin-Ski |
| Rodeln | Für Anfänger geeignet |
| Eislaufen | Alternative bei wenig Schnee |
| Fackelwanderungen | Abendprogramm |
Was fordert der Lehrervertreter konkret?
Paul Kimberger sieht sowohl Bildungs- als auch Sportpolitik gefordert. Seine Kernforderungen:
- Eine Gesamtstrategie für den Erhalt von Schulveranstaltungen
- Mehr finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder
- Einbindung der Wirtschaft – etwa Seilbahnbetreiber und Tourismusbranche
- Überarbeitung der 70-Prozent-Klausel
- Bundesweite Harmonisierung der Förderungen
❓ Häufig gestellte Fragen
Fazit: Schulskikurse brauchen eine Gesamtstrategie
Der Ruf nach mehr Unterstützung für Schulskikurse wird lauter. Während einige Bundesländer wie Tirol und Oberösterreich mit großzügigen Förderungen Erfolge verzeichnen, kämpfen andere Regionen mit sinkenden Teilnehmerzahlen.
Lehrervertreter Paul Kimberger hat recht: Es braucht eine bundesweite Gesamtstrategie, die Bildungs- und Sportpolitik sowie die Wirtschaft einbindet. Denn Schulskikurse sind mehr als nur Skifahren – sie stärken die Klassengemeinschaft, fördern Bewegung und schaffen Erinnerungen fürs Leben.
✍️ Redaktion
Unsere Redaktion berichtet über Bildung, Schule und aktuelle Entwicklungen in Österreich.
📅 Veröffentlicht am 26. Januar 2026

