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Wien Life Science Center: Die Stadt Wien investiert 170 Millionen Euro in ein neues Forschungszentrum für Biomedizin und Künstliche Intelligenz in Neu Marx. Das Life Science Center Vienna soll bis 2029 fertiggestellt werden und Wien zur führenden KI-Metropole Europas machen.
Das Wichtigste in Kürze
- Investitionsvolumen: 168 Millionen Euro, davon 67 Millionen von der Stadt Wien
- Standort: Neu Marx im 3. Bezirk, direkt beim Vienna BioCenter
- Fläche: 14.000 Quadratmeter für Labore, Büros und Startups
- Fertigstellung: 2029, Baubeginn bereits 2027 geplant
- Erster Mieter: Aithyra, das KI-Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Arbeitsplätze: 1.000 Jobs allein in der Baubranche, langfristig tausende Forschungsstellen
Das Life Science Center Vienna markiert am 24. Januar 2026 einen Meilenstein für den Forschungsstandort Wien. Bei der Regierungsklausur von SPÖ und NEOS im Wiener Rathaus verkündete die rot-pinke Stadtregierung offiziell den Bau des neuen Zentrums für Biomedizin und Künstliche Intelligenz. Bürgermeister Michael Ludwig bezeichnete Wien dabei als „Wirtschaftsmotor Österreichs“.
Was ist das Life Science Center Vienna?
Das neue Forschungszentrum entsteht auf 14.000 Quadratmetern im Stadtteil Neu Marx im 3. Bezirk. Es wird von der Wirtschaftsagentur Wien realisiert und soll Pharmaindustrie mit Künstlicher Intelligenz verbinden. Das Gebäude umfasst ein Erd- und sechs Obergeschosse sowie ein Untergeschoss mit modernster Infrastruktur für Robotiklabore und KI-Anwendungen.
Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ) beschrieb das Projekt als „erstes Institut dieser Art in Europa“. Es schaffe eine einzigartige Verbindung von Forschung, Praxis und Startups.
Wie hoch sind die Investitionskosten?
| Finanzierungsquelle | Betrag | Anteil |
|---|---|---|
| Stadt Wien | 67 Millionen Euro | ca. 40% |
| Boehringer Ingelheim Stiftung | 101 Millionen Euro | ca. 60% |
| Gesamtinvestition | 168 Millionen Euro | 100% |
Aithyra: Der erste Schlüsselmieter steht fest
Als Ankermieterin wurde bereits Aithyra präsentiert – das von der Boehringer Ingelheim Stiftung finanzierte Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz in der Biomedizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Das Institut belegt mit 7.000 Quadratmetern exakt 50 Prozent der verfügbaren Flächen.
Aithyra entwickelt KI-gestützte Forschungsansätze, die Fortschritte in der Biomedizin beschleunigen sollen. Das Ziel: Erkrankungen besser verstehen, schnellere Diagnosen ermöglichen und neue Therapien gegen bisher unheilbare Krankheiten wie Krebs vorantreiben. Der wissenschaftliche Direktor für Künstliche Intelligenz, Michael Bronstein, leitet die ambitionierten Forschungsprojekte.
Die Stadt Wien unterstützt Aithyra zusätzlich durch die Übernahme eines Drittels der Mietkosten – ein klares Signal für die strategische Bedeutung des Projekts.
Warum baut Wien ein Life Science Center?
Wien gilt bereits als einer der führenden Life-Sciences-Standorte Europas. Die Zahlen sprechen für sich:
- 49.000 Beschäftigte arbeiten in der Wiener Life-Sciences-Branche
- 22,7 Milliarden Euro Jahresumsatz – ein Plus von 22% seit 2020
- 646 Unternehmen und 19 Forschungsinstitutionen bilden das Ökosystem
- 8.800 Publikationen in internationalen Fachzeitschriften (2023)
- 34.000 Studierende in Life-Sciences-Fächern
Mit dem neuen Zentrum will sich Wien langfristig als führende Life-Science- und KI-Metropole Europas etablieren. Die unmittelbare Nähe zum renommierten Vienna BioCenter mit seinen sieben Forschungseinrichtungen schafft ideale Synergien.
Wann wird das Life Science Center fertig?
Der Zeitplan sieht folgendermaßen aus:
| Meilenstein | Jahr |
|---|---|
| Offizielle Ankündigung | Januar 2026 |
| Baubeginn | 2027 |
| Fertigstellung & Bezug | 2029 |
Welche Ausstattung bietet das Zentrum?
Das Life Science Center Vienna wird nach dem ÖGNB-Gold Standard geplant und bietet:
- Flexible, modulare Labor- und Büroflächen (BSL-2-Labore)
- Hochmoderne Serverinfrastruktur für Robotiklabore und KI-Anwendungen
- Zentraler Lichthof für optimale Belichtung
- Konferenz- und Seminarräume sowie Gastronomie im Erdgeschoss
- Ein komplettes Stockwerk exklusiv für Startups und Scaleups
- Erneuerbare Energieträger und Begrünungselemente
Was sagen die Politiker?
„Die Investition stärkt nicht nur den Forschungs- und Innovationsstandort Neu Marx, sondern schafft nachhaltige Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze – von der Bauwirtschaft bis hin zu hochqualifizierten Jobs in Forschung, Technologie und künstlicher Intelligenz.“
— Barbara Novak, Wirtschaftsstadträtin (SPÖ)
Bürgermeister Michael Ludwig betonte, Wien sei „der Wirtschaftsmotor in Österreich“ und das einzige Bundesland mit aktuellem Wirtschaftswachstum. NEOS-Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling sieht das Projekt als Zeichen für den Aufschwung in Wien.
Welche Bedeutung hat das Projekt für die Forschung?
Das Life Science Center Vienna positioniert Wien im internationalen Wettbewerb um Talente, Innovation und Investitionen. Die Kombination aus Künstlicher Intelligenz und Biomedizin ermöglicht personalisierte Therapien und Medikamente, die auf individuelle Erkrankungsbilder zugeschnitten sind.
Bereits jetzt arbeiten am Vienna BioCenter rund 2.800 Experten aus 82 Nationen. Mit dem neuen Zentrum wird diese Forschungsgemeinschaft weiter wachsen.
Interesse an Life Sciences in Wien?
Weitere Informationen zum Life-Sciences-Standort Wien finden Sie bei LISAvienna – der zentralen Plattform für die Branche.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet das Life Science Center Vienna?
Die Gesamtinvestition beträgt 168 Millionen Euro. Die Stadt Wien steuert 67 Millionen Euro bei, den Rest finanziert die Boehringer Ingelheim Stiftung. Damit entsteht das erste Institut dieser Art in Europa.
Wo wird das Life Science Center gebaut?
Das Zentrum entsteht in Neu Marx im 3. Wiener Gemeindebezirk (Landstraße), in unmittelbarer Nähe zum Vienna BioCenter. Der Standort ist optimal an öffentliche Verkehrsmittel angebunden (U3 Erdberg, Straßenbahnlinie 71, S-Bahn St. Marx).
Wann wird das Life Science Center eröffnet?
Der Baubeginn ist für 2027 geplant, die Fertigstellung und Eröffnung für 2029. Der erste Mieter Aithyra kann zum Start direkt einziehen.
Was ist Aithyra?
Aithyra ist das Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz in der Biomedizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Es wird von der Boehringer Ingelheim Stiftung mit 150 Millionen Euro über 12 Jahre finanziert und entwickelt KI-gestützte Ansätze für Diagnosen und Therapien.
Wie viele Arbeitsplätze entstehen durch das Projekt?
Allein in der Bauphase werden 1.000 Arbeitsplätze in der Baubranche gesichert. Langfristig entstehen hochqualifizierte Jobs in Forschung, Technologie und KI. Die gesamte Life-Sciences-Branche in Wien beschäftigt bereits 49.000 Menschen.
Können Startups Flächen im Life Science Center mieten?
Ja, ein komplettes Stockwerk ist exklusiv für Startups und Scaleups aus dem Life-Sciences-Bereich reserviert. Die Wirtschaftsagentur Wien bietet zudem exklusive Förderberatung und Zugang zum Life-Sciences-Ökosystem.
Warum ist KI für die Biomedizin so wichtig?
Künstliche Intelligenz ermöglicht es, Therapien und Medikamente auf individuelle Erkrankungsbilder zuzuschneiden. Sie beschleunigt die Diagnose, hilft beim Verständnis komplexer Krankheiten und treibt die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden gegen bisher unheilbare Erkrankungen wie Krebs voran.
Fazit: Wien setzt auf Zukunftstechnologien
Mit dem Life Science Center Vienna unterstreicht die Stadt Wien ihre Ambitionen als führende KI- und Life-Sciences-Metropole Europas. Die Investition von 168 Millionen Euro in das neue Forschungszentrum für Biomedizin schafft nicht nur Arbeitsplätze, sondern positioniert den Standort im internationalen Wettbewerb um Innovation und Talente. Bis 2029 soll das Zentrum in Neu Marx bezugsfertig sein – mit Aithyra als erstem Ankerpunkt für die Verbindung von Künstlicher Intelligenz und medizinischer Forschung.

