Geht die Laufzeit des Smartphones zu schnell zur Neige, kann das viele Ursachen haben. Hier erfahren Sie, wodurch der Akku am meisten belastet wird – und was dagegen hilft.
„Kann ich schnell mal laden?“ Jeder kennt diese Tage, an denen noch viele Stunden, aber kaum noch Akkuladung übrig sind. Oder man wacht morgens auf und staunt, wie viel Ladung das Smartphone über Nacht verloren hat. Der schnelle Schwund kann unterschiedliche Ursachen haben. In diesem Artikel erfahren Sie, welche das sind und wie man mit ihnen am besten umgeht.
Einige Tipps gelten in jedem Fall. Will man den Akku schonen, bieten sowohl Android-Smartphones als auch iPhones einen Stromsparmodus, der sich im Schnellmenü einschalten lässt. Einmal aktiviert, werden Hintergrundprozesse, Synchronisation und andere Abläufe minimiert. Das Smartphone funktioniert normal weiter, hält aber länger durch. Genauso wichtig ist es, die Geräte korrekt zu laden, um das beste und langlebigste Ergebnis zu erhalten. Wie das am besten geht, können Sie hier nachlesen.
Der Smartphone-Akku ist schnell leer? Daran kann es liegen
Bevor Sie auf Ursachensuche gehen, sollten Sie zuerst einmal die offensichtlichste Frage klären: Könnte es sein, dass der Akku defekt ist? Sowohl das iPhone als auch Android ermöglichen es, sich die Akkugesundheit anzeigen zu lassen. Beim iPhone wählen Sie dazu in den Einstellungen „Batterie“ und dann „Batteriezustand“. Auf Android-Geräten ab Android 16 gibt es eine ähnliche Funktion, zu finden ist sie in den Einstellungen unter „Akku“ und „Akkuzustand“. Alternativ kann man in der Telefon-App die Kombination *#*#4636#*#* eintippen, um auf vielen Androidmodellen zu den Telefoninformationen zu kommen. Das klappt aber leider nicht bei jedem Modell.
Der Akkuzustand wird in Prozent angezeigt und gibt an, wie viele der Ladezellen nutzbar sind. Als Faustregel gilt: Bei einem Wert unter 80 Prozent ist der Akku de facto defekt und sollte ausgetauscht werden. Die Laufzeit ist dann schon erheblich eingeschränkt. Zwischen 80 und 90 Prozent ist zwar eine verringerte Laufzeit zu erwarten, ein Tausch ist aber nicht zwingend nötig. Bei über 90 Prozent der Akkuleistung braucht man sich (noch) keine Sorgen um die Hardware machen.
Mögliche Ursachen
Um die Akkufresser zu entlarven, bieten beide Betriebssysteme eine Übersicht über die stromhungrigsten Prozesse. Unter „Batterie“ (iPhone) beziehungsweise „Akku“ (Android) lassen sich auch die Apps auflisten, die am meisten verbrauchen – und wie viel Zeit sie mit ihnen verbracht haben. Beginnen Sie damit, regelmäßig einen Blick in diese Auflistung zu werfen. Taucht dort eine App besonders häufig auf, dürfte die einen Anteil an der kurzen Laufzeit haben. Besonders Spiele, aber auch der Browser oder Navigationsapps saugen schnell den Akku leer. Erwägen Sie deshalb, diese Apps weniger unterwegs zu nutzen.
Hintergrund-Apps und Synchronisation
Doch nicht nur geöffnete Apps saugen oft regelrecht die Batterie leer. Auch Hintergrundprozesse können sich dramatisch auf die Laufzeit auswirken. Das gilt besonders für Apps, die häufig Daten nachladen oder synchronisieren. Das ist etwa bei Mail-Apps, Messengern oder Social-Media-Apps häufig der Fall. Brauchen Sie die Daten nicht sofort, schränken Sie die Nutzung im Hintergrund am besten ein.
Zu helles Display
Auch wenn die großen Bildschirme moderner Smartphones toll aussehen: Für den Akku sind sie eine Herausforderung. Nutzen Sie am besten die automatische Helligkeit und drehen Sie im Zweifel lieber noch weiter herunter. Auch der Stromsparmodus reduziert die maximale Helligkeit. Always-on-Displays, also solche, die auch abgeschaltet Informationen anzeigen, wirken sich ebenfalls auf die Laufzeit aus. Wenn Sie auf das Feature verzichten können, schalten Sie es am besten einfach ab.
GPS
Die Abfrage des genauen Standortes ist praktisch – kostet aber kräftig Strom. Das ist beim Navigieren kaum zu vermeiden, viele Apps rufen aber häufig im Hintergrund die Standortdaten ab. Sollten Sie das nicht benötigen, können Sie es in den Privatsphäre-Einstellungen unterbinden.
Schlechter Empfang
Hat das Smartphone schlechtes oder instabiles Netz, sucht es ständig eine neue Verbindung – auf Kosten der Laufzeit. Es empfiehlt sich daher, so oft wie möglich WLAN-Verbindungen zu nutzen. Diese sind in der Regel nicht nur stabiler, sondern verbrauchen auch weniger Strom. Bei schlechtem WLAN-Empfang kann ein ständiges Neuverbinden allerdings auch unnötig Strom kosten. Hier gilt es, von Fall zu Fall abzuwägen, welche Verbindung wann sinnvoll ist.
Temperatur
Wenn Sie frieren oder schwitzen, funktionieren Sie nicht besonders gut – dasselbe gilt für den Akku. Die Höchstleistung können Smartphone-Batterien bei Temperaturen zwischen zehn und 35 Grad liefern. Ist das Gerät heißer oder auch kälter, senkt das die Laufzeit. Ist das Smartphone regelmäßig viel zu heiß, kann es sogar zu bleibenden Schäden kommen. Lassen Sie das Gerät daher am besten auf eine passende Temperatur kommen, bevor Sie es nutzen.
Schadsoftware
Vor allem auf Android-Smartphones kann leider auch Schadsoftware hinter einem zu schnellen Entladen stecken. Achten Sie genau darauf, welche Prozesse laut dem Betriebssystem den höchsten Stromverbrauch haben und prüfen Sie unbekannte Einträge mit einer Suche im Netz. Bei einem Hinweis auf Malwarebefall sollten Sie ein Antivirenprogramm installieren oder das System neu aufsetzen.

