Deutsche essen wieder mehr Fleisch: Ende des Veggie-Booms?

Nach Jahren des Booms scheint der Trend zu Fleischalternativen in Deutschland zu stocken. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Produktion von Veggie-Schnitzel und Co. erstmals leicht gesunken ist, während die Fleischproduktion wieder zunimmt. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, ob der Veggie-Boom tatsächlich vorbei ist und was die Gründe für diese Trendwende sein könnten.

Symbolbild zum Thema Fleisch
Symbolbild: Fleisch (Bild: Pexels)

Hintergrund: Der Aufstieg der Fleischalternativen

In den letzten Jahren erfreuten sich vegetarische und vegane Produkte einer immer größeren Beliebtheit. Das wachsende Bewusstsein für Tierwohl, Umweltschutz und die eigene Gesundheit trug dazu bei, dass ihren Fleischkonsum reduzierten oder ganz aufgaben. Dies führte zu einem regelrechten Boom bei Fleischersatzprodukten. Unternehmen brachten immer neue und innovative Produkte auf den Markt, die dem Original in Geschmack und Konsistenz immer ähnlicher wurden. Supermärkte füllten ihre Regale mit Veggie-Burgern, Tofu-Würstchen und Co., um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. (Lesen Sie auch: Migros Fleisch: bietet zum halben Preis an:…)

Aktuelle Entwicklung: Produktion von Fleischersatz sinkt

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden im Jahr 2025 in Deutschland 124.900 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt. Das ist zwar immer noch eine beachtliche Menge, aber eben auch 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zuvor hatte sich die Produktion innerhalb von sechs Jahren mehr als verdoppelt (+107,0 Prozent). Im Jahr 2019 wurden noch 60.400 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt. Parallel dazu stieg der Produktionswert von Fleisch und Fleischerzeugnissen im Jahr 2025 auf 45,2 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Statistische Bundesamt liefert detaillierte Einblicke in die Produktionsstatistiken.

Ursachenforschung: Warum essen die Deutschen wieder mehr Fleisch?

Die Gründe für diese Trendwende sind vielfältig. Zum einen könnte es sein, dass sich der Markt für Fleischalternativen bereits gesättigt hat. Viele Menschen, die grundsätzlich bereit sind, auf Fleisch zu verzichten, haben dies bereits getan. Zum anderen spielen sicherlich auch der Preis und die Verfügbarkeit eine Rolle. Fleischersatzprodukte sind oft teurer als Fleisch, und nicht jeder Supermarkt führt ein breites Sortiment. Ein weiterer Faktor könnte die Qualität der Produkte sein. Nicht alle Verbraucher sind mit Geschmack und Konsistenz der angebotenen Alternativen zufrieden. Hinzu kommt, dass einige Menschen möglicherweise wieder verstärkt zu Fleisch greifen, weil sie sich eine ausgewogene Ernährung ohne tierische Produkte nicht zutrauen oder weil sie den Aufwand scheuen, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. (Lesen Sie auch: Migros halbiert Fleischpreise: Kampf gegen Food Waste)

Gitzi-Fleisch im Coop: Aufgetaut und wieder eingefroren

Ein aktueller Fall in der Schweiz, der für Aufsehen sorgt, betrifft das Angebot von Gitzi-Fleisch (Zicklein) bei Coop. Ein Kunde entdeckte in der Fleischtheke eine Gitzi-Keule, die als aufgetautes Fleisch deklariert war und am selben Tag ablief. Am nächsten Tag fand er die gleiche Keule tiefgekühlt und mit einem um drei Monate verlängerten Haltbarkeitsdatum wieder. Coop hat also aufgetautes Fleisch noch einmal tiefgekühlt und das Haltbarkeitsdatum verlängert. Gemäss SRF ist dies erlaubt, aber es wirft Fragen hinsichtlich der Qualität des Fleisches auf. Der Kunde äußerte Bedenken, dass das Wieder-Einfrieren die Qualität des Fleisches beeinträchtigen könnte.

Reaktionen und Stimmen

Die Nachrichtenagentur dpa berichtet, dass Veggie-Schnitzel und Co. zwar bei manchen Zielgruppen beliebt sind, aber insgesamt eine Nische darstellen. Diese Einschätzung deckt sich mit den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes.Denkbar ist, dass sich der Trend zu einer stärkeren Differenzierung fortsetzt. Auf der einen Seite gibt es eine wachsende Zahl von Menschen, die sich bewusst für eine vegetarische oder vegane Ernährung entscheiden. Auf der anderen Seite gibt es aber auch weiterhin viele Menschen, die nicht auf Fleisch verzichten wollen. Für die Hersteller von Fleisch und Fleischalternativen bedeutet dies, dass sie sich auf unterschiedliche Zielgruppen einstellen und innovative Produkte entwickeln müssen, die den jeweiligen Bedürfnissen entsprechen. (Lesen Sie auch: Viande: Migros und Coop: Tiefkühl-Fleisch zum halben…)

Was bedeutet das für die Zukunft?

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass der Markt für Fleisch und Fleischalternativen in Bewegung ist. Der Veggie-Boom scheint vorerst vorbei zu sein, aber das bedeutet nicht, dass vegetarische und vegane Produkte keine Zukunft haben. Im Gegenteil: Es ist davon auszugehen, dass sich der Markt weiterentwickeln und differenzieren wird. Für die Verbraucher bedeutet dies, dass sie eine immer größere Auswahl an Produkten haben werden. Es wird jedoch auch wichtiger, sich kritisch mit den angebotenen Produkten auseinanderzusetzen und auf Qualität, Herkunft und Inhaltsstoffe zu achten.

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FAQ zu Fleischkonsum und Alternativen

Produktionsmengen von Fleisch und Fleischersatzprodukten in Deutschland
JahrFleisch und Fleischerzeugnisse (Wert in Mrd. Euro)Fleischersatzprodukte (Tonnen)
2019k.A.60.400
202545,2124.900

Quelle: Statistisches Bundesamt

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.

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Migros halbiert Fleischpreise: Kampf gegen Food Waste

Die Migros bietet ab sofort Fleisch zum halben Preis an. Der Grund: Der Detailhändler friert kurz vor Ablauf des Verbrauchsdatums Fleischprodukte ein und verkauft sie anschließend günstiger. Damit will die Migros gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen und gleichzeitig ihren Kunden attraktive Angebote machen.

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Hintergrund: Kampf gegen Food Waste

Die Verschwendung von Lebensmitteln ist ein großes Problem mit weitreichenden Folgen. Laut Bundesamt für Umwelt BAFU gehen in der Schweiz jährlich rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel verloren oder werden verschwendet. Dies entspricht etwa 2,8 Millionen Tonnen. Diese Verschwendung verursacht nicht nur ökonomische Schäden, sondern belastet auch die Umwelt durch unnötige Ressourcenverbräuche und Treibhausgasemissionen.

Detailhändler wie die Migros und Coop sehen sich in der Verantwortung, einen Beitrag zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung zu leisten. Das Einfrieren von Fleisch kurz vor Ablauf des Verbrauchsdatums ist eine Maßnahme, um die Haltbarkeit zu verlängern und die Produkte weiterhin verkaufen zu können. Coop bietet diese Möglichkeit bereits seit zwei Jahren an, wie 20 Minuten berichtet. (Lesen Sie auch: Die ärzte Tour 2027: Die kündigen "Eine…)

Migros zieht nach: Eingefrorenes Fleisch zum halben Preis

Nun zieht auch die Migros nach und bietet ihren Kunden schweizweit eingefrorenes Fleisch zum halben Preis an. Wie der Blick berichtet, hat die Migros das Konzept bereits in der Genossenschaft Ostschweiz getestet. Die Ergebnisse waren positiv: Nahezu 100 Prozent des eingefrorenen Fleischs wurden verkauft.

Die Migros verspricht, dass das Fleisch zum Zeitpunkt des Einfrierens noch bedenkenlos geniessbar ist. „So wird die Haltbarkeit verlängert, die Qualität und Sicherheit des Produktes bleiben gewährleistet“, schreibt Migros-Nachhaltigkeitsredaktorin Nina Huber. Nach dem Auftauen muss das Fleisch jedoch sofort verzehrt werden.

Wie funktioniert das Angebot?

Das Angebot der Migros umfasst verschiedene Fleischprodukte, die kurz vor dem Erreichen des Verbrauchsdatums eingefroren werden. Die Produkte werden dann in der Tiefkühlabteilung zum halben Preis angeboten. Kunden erkennen die Aktionsware an einer speziellen Kennzeichnung. (Lesen Sie auch: Sandra Flunger wird neue Biathlon-Bundestrainerin der Damen)

dass das Fleisch nach dem Auftauen nicht wieder eingefroren werden darf. Zudem sollte es umgehend zubereitet und konsumiert werden, um die Qualität und Sicherheit zu gewährleisten.

Vorteile und Kritik

Das Angebot der Migros bietet sowohl für den Detailhändler als auch für die Kunden Vorteile. Die Migros reduziert die Menge an Lebensmitteln, die entsorgt werden müssen, und kann gleichzeitig Umsatz generieren. Kunden profitieren von günstigeren Preisen für Fleischprodukte.

Kritiker könnten argumentieren, dass solche Angebote den Konsum von Fleisch fördern. Es liegt jedoch in der Verantwortung jedes Einzelnen, einen bewussten und nachhaltigen Konsum anzustreben. Die Migros betont, dass das Angebot in erster Linie dazu dient, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und nicht den Fleischkonsum anzukurbeln. (Lesen Sie auch: Massenpanik Haiti: in: Dutzende sterben bei TikTok-Treffen)

Was bedeutet das für die Zukunft?

Die Initiative der Migros könnte ein Anstoß für weitere Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung sein. Es ist denkbar, dass auch andere Detailhändler ähnliche Angebote einführen oder ihre Bemühungen in diesem Bereich verstärken. Langfristig könnte dies zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln und einer Reduzierung der Verschwendungsraten führen.

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Fleischkonsum in der Schweiz: Ein Überblick

Der Fleischkonsum in der Schweiz ist seit einigen Jahren rückläufig, aber immer noch auf einem relativ hohen Niveau. Laut Proviande, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum im Jahr 2022 bei rund 48 Kilogramm.

Entwicklung des Fleischkonsums in der Schweiz (kg pro Kopf)

JahrKonsum (kg)
201851.82
201950.95
202050.23
202149.29
202248.00

Rindfleisch, Schweinefleisch und Geflügel sind die beliebtesten Fleischsorten. Ein wachsendes Bewusstsein für die ökologischen und ethischen Aspekte des Fleischkonsums führt jedoch zu einer steigenden Nachfrage nach vegetarischen und veganen Alternativen. (Lesen Sie auch: Massenpanik Haiti: in: Dutzende sterben bei TikTok-Treffen)

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Häufig gestellte Fragen zu Fleisch

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